Augustinsson verleiht Werder Flügel

Mit Florian Kainz und Ludwig Augustinsson hat Werders linke Seite neuen Schwung bekommen. Besonders der Schwede steht symbolisch für die Entwicklung der Bremer.

Ludwig Augutinsson mit martialischer Geste nach seinem Treffer.
Schwedische Lufsprünge: Ludwig Augustinsson feierte gegen Wolfsburg seinen ersten Bundesligatreffer. Bild: Andreas Gumz

Frank Baumann ließ sich nicht in überschwänglichen Lobeshymnen aus, sondern kommentierte trocken: "Na, für's Toreschießen wird er eigentlich nicht bezahlt..." Doch Werders Sportchef meinte das im Scherz und wollte von Ludwig Augustinsson natürlich nicht einen Teil von dessen Gehalt einbehalten. Im Gegenteil. Dass der Schwede gegen Wolfsburg seinen ersten Bundesligatreffer erzielt hatte, brachte die Bremer schließlich erst in die Erfolgsspur. Augustinsson wird unter Trainer Florian Kohfeldt immer stärker und steht momentan symbolisch für Werders Aufschwung.

Es ist fantastisch und die Reaktion der Fans war unglaublich – das muss ich mir später noch mal im Video anschauen. Max Kruse kam zu mir und meinte: 'Jetzt weißt du auch endlich, wie sich Toreschießen anfühlt!' Da musste ich lachen.

Ludwig Augustinsson

Die gute Laune ist zurück bei den Bremern, trotz Abstiegskampf. Acht Punkte aus fünf Spielen sind der Beleg, dass Kohfeldts Weg mit Werder in die richtige Richtung führt. "Das Spiel gegen Wolfsburg war sicherlich nicht unser bestes Spiel, aber wir haben gewonnen", meinte Augustinsson: "Vorher haben wir oft gut gespielt und nur einen Punkt geholt."

"Unsere linke Seite wird immer stärker"

Nun überstehen die Bremer auch schwierige Phasen fast schadlos, wie in der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg, als den Niedersachsen plötzlich der Anschlusstreffer gelang. "Diese Phase, in der wir die Kontrolle über das Spiel verloren haben, war mir zwar etwas zu lang", fügte der Schwede hinzu, "aber es spricht für uns, dass wir doch wieder unseren Weg wieder finden. Das ist unsere Stärke."

Kainz und Augustinsson umarmen sich nach einem Treffer.
Kongeniales Duo über links: Augustinsson (links) und Kainz. Bild: Andreas Gumz

Augustinsson ist ein akribischer Arbeiter und ehrgeizig dazu. Beim FC Kopenhagen als Teamkollege von Thomas Delaney blitzte das Potenzial des Linksverteidigers bereits auf, bei Werder beginnt es nun, sich weiter zu entfalten. Auf dem linken Flügel hat Werder inzwischen neuen Schwung, auch dank des Gala-Auftritts von Florian Kainz, der zwei Tore beisteuerte. "Unsere linke Seite wird immer stärker", betonte Augustinsson, "ich spiele sehr gerne mit Florian, wir harmonieren sehr gut. Er arbeitet sehr hart, genau wie ich."

Ehrgeiz und Wille führt zum Erfolg

Lange Zeit war die linke Defensivseite eher das Sorgenkind im Bremer Spiel, seit Augustinsson dabei ist, kommen auch wieder zielgerichtete Flanken in den gegnerischen Strafraum. "Ich kann natürlich nicht zwölf Mal pro Spiel flanken wie in Kopenhagen", gibt der Schwede zu bedenken. Die Bundesliga ist eben ein raueres Pflaster. Doch seine Laufwerte sind durchweg ambitioniert, und in jeder Aussage Augustinssons ist sein unbedingter Wille zum Erfolg spürbar. Diese Einstellung ist ganz nach Kohfeldts Geschmack.

Aber auch wenn Augustinsson nach seinem Debüt-Tor Luftsprünge machte, ist er doch auf dem Boden geblieben. Höhenflüge sind auf Tabellenplatz 15 noch nicht angesagt. "Wir können uns nicht ausruhen, jetzt kommen Freiburg und Hamburg. Wir müssen genauso weitermachen." Gelingt es ihm, verleiht er Werder Flügel. Nicht nur über Links.

Mehr zu diesem Thema

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesligashow, 10. Februar 2018, 18 Uhr