"Es hat uns Halt gegeben": Werder unter Werner wie befreit

Die Werder-Stürmer Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch feiern Arm in Arm den Treffer.
Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Was für ein Einstand: Der neue Trainer Ole Werner hat den Bremer Spielern die Verunsicherung genommen – sie dankten es ihm gegen Aue mit einem 4:0-Kantersieg.

Die 15.000 Werder-Fans, die am Freitagabend bei nasskaltem Wetter ins Weser-Stadion gekommen waren, gaben sich alle Mühe, dass es sich tatsächlich so anfühlte, als wären 41.000 auf den Rängen gewesen.

Selige grün-weiße Party-Stimmung überall, die La Ola rollte durchs Stadion wie in lange vergessenen Erfolgszeiten. So viel Spaß machte es wohl schon lange nicht mehr, Werder-Fan zu sein wie bei diesem Spiel gegen Erzgebirge Aue.

Zurück zum 3-5-2-System

Nach den Chaos-Tagen an der Weser haben die Bremer offenbar mit Ole Werner einen neuen Anker gefunden, der der verunsicherten Mannschaft neues Vertrauen geschenkt hat. Der neue Coach änderte nicht zu viel, blieb beispielsweise beim 3-5-2-System.

Er hat das gut entschieden, dass wir in dem System gespielt haben, in dem wir uns wohl fühlen. Heute hat uns das Halt gegeben.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug in der ARD

Interimstrainer Christian Brand hatte dagegen zuvor im Spiel gegen Holstein Kiel viel umgestellt, mit der Viererkette war mancher Werder-Profi nicht zufrieden. Mit der 1:2-Niederlage schon gar nicht.

Einfache Ansagen, große Wirkung

Werner machte diesen Fehler in den vier Tagen, die ihm nur blieben, nicht. "Er hat uns viele Dinge an die Hand gegeben, die einfach umzusetzen sind", lobte Stürmer Niclas Füllkrug in der ARD, "das hat gut geklappt."

Einfache Ansagen, große Wirkung. Die Grün-Weißen wirkten gegen Aue phasenweise wie befreit, im Vorwärtsgang tobten sie ihre Spielfreude aus und hätten mehr als vier Mal treffen können. Dass der Tabellen-15. aus Aue nicht der ganz große Gradmesser für Werder war, dämpfte die Stimmung nicht. Die Fans waren von den furiosen Toren so oder so berauscht.

Füllkrug nach der Werder-Gala: "Es ist alles aufgegangen"

Bild: Radio Bremen

Velkovic mit spektakulärem Hacken-Tor

Werder-Spieler Milos Veljkovic liegt nach seinem Torschuss mit der Hacken auf dem Bauch und schaut dem Ball hinterher.
Spektakuläres Hacken-Traumtor von Milos Veljkovic (links) in der 19. Minute zum 2:0. Bild: Imago | Nordphoto

Beim Traumtor von Romano Schmid in der 7. Minute allerdings hatte Werner "aber keine Aktien drin", das stellte der Trainer direkt klar – freute sich aber dennoch für den Österreicher, der nach 41 torlosen Pflichtspielen für Werder nun endlich zum ersten Mal getroffen hatte. Und das mit einem tollen Schlenzer von der Strafraumkante. "Nach fast eineinhalb Jahre jetzt endlich zu treffen fühlt sich phänomenal an", jubelte der Torschütze.

Dass dieser Treffer nicht das Tor des Abends war, sagt schon viel über diesen überraschenden Gala-Abend im Weser-Stadion aus. Das spektakuläre Hackentrick-Tor von Milos Veljkovic zum 2:0 setzte noch einen obendrauf. Marvin Ducksch und Füllkrug steuerten die Treffer drei und vier bei und sorgten endgültig für Ekstase auf den Rängen. Beteiligt dabei an jedem Werder-Tor: Füllkrug.

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Füllkrug hat einen Lauf

Seit sein Streit mit Clemens Fritz Ende Oktober eskaliert war, ist die Torflaute des Stürmers vorbei. In jedem Spiel seither hat er selbst getroffen oder Tore vorbereitet.

Manchmal ist es gut zu sagen, was man denkt und etwas Frust rauszulassen. Die Form war nicht ganz ideal, aber vielleicht tat's mir gut.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug in der ARD

Gut hatte den Werder-Profis in dieser Woche offenbar die klare Strategie des neues Trainers getan. Die Verbindlichkeit, die zuletzt gefehlt hatte. Werder konnte den Abstand zu den Aufstiegsplätzen mit dem Sieg zumindest von neun auf sechs Punkte verkürzen. Doch Werner ist sich bewusst, dass er mit den Bremern noch viel Arbeit vor sich hat.

Guter Einstand, perfekt vom Ergebnis. Dennoch gab es auch Dinge, die wir nicht so gut gemacht haben. Wie der eine oder andere leichtfertige Fehler im Aufbau, bei Kontersituationen. Es gibt noch genug Arbeit, aber man kann dennoch sagen, dass die Jungs eine starke Leistung gezeigt haben.

Werder-Trainer Ole Werner

Werder-Trainer Werner nach Debüt: "Es hat richtig Spaß gemacht"

Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 3. Dezember 2021, 18:30 Uhr