Pokalspiel Atlas gegen Werder: Das sind die alternativen Stadien

Der Deutsche Fußball-Bund entscheidet bis Samstag, ob Atlas Delmenhorst für das Pokalspiel gegen Werder ins Weser-Stadion ausweichen darf. Und wenn nicht? Wir haben den Spielort-Check gemacht.

Das leere Weser-Stadion von innen
Bleibt das Weser-Stadion im DFB-Pokal-Spiel gegen Atlas Delmenhorst leer? Falls der Sonderantrag der Delmenhorster abgelehnt wird, müsste sich der der Club nach einer Alternative umschauen. Bild: Imago | Nordphote

Gemeinsam mit der Bremer Weser-Stadion GmbH und der Unterstützung von Werder Bremen hat Atlas Delmenhorst am Mittwoch einen formalen Antrag beim DFB gestellt, um das Spiel im DFB-Pokal gegen Werder im Weser-Stadion austragen zu dürfen. "Wir sind guten Mutes, dass es klappt", sagt Manfred Engelbart, 1. Vorsitzender des SV Atlas, im Gespräch mit buten un binnen. Bis Anfang der nächsten Woche wird mit einer Entscheidung des DFB gerechnet.

Doch was passiert, falls der DFB beim Weser-Stadion den Daumen senkt? "Einen Plan B gibt es nicht", stellt Engelbart klar. Wir haben die Alternativen bereits geprüft.

1 Das Oldenburger Marschwegstadion

Ansicht des Marschweg-Stadions in Oldenburg.
Das Oldenburger Marschwegstadion steht als Austragungsort für das DFB-Pokal-Spiel zwischen Werder Bremen und Atlas Delmenhorst nicht zur Verfügung. Bild: DPA | Ralph Goldmann

Neben dem Stadion in Delmenhorst und dem Weser-Stadion gab der SV Atlas auch das Oldenburger Marschwegstadion als möglichen Spielort an. DFB-Pokal-Spiele können in Oldenburg eigentlich ohne Probleme stattfinden. Erst in der vergangenen Saison spielte dort der SSV Jeddeloh II gegen den 1. FC Heidenheim. Vor acht Jahren empfing zudem der VfB Oldenburg vor mehr als 15.000 Zuschauern den Hamburger SV.

"Oldenburg wäre für uns der Idealfall gewesen", seufzt Engelbart. Doch daraus wird nichts, denn das Stadion wird während der Sommerpause saniert. Zwar sollen die Arbeiten bis zum Spieltermin (9. August - 12. August) abgeschlossen sein, doch eine Garantie dafür gibt es nicht. Zugleich wäre das Stadion an diesem Wochenende bereits für ein Football-Spiel der "Oldenburg Knights" reserviert.

Fazit:
Das Oldenburger Stadion fällt als Alternative aus.

2 Das Nordsee-Stadion in Bremerhaven

Zuschauertribüne im Stadion des OSC Bremerhaven.
Das Nordsee-Stadion in Bremerhaven ist sanierungsbedürftig. Möglicherweise findet hier aber dennoch das DFB-Pokal-Spiel zwischen Werder Bremen und Atlas Delmenhorst statt.

Das letzte DFB-Pokal-Spiel in Bremerhaven fand erst vor zwei Jahren zwischen dem Leher TS und dem 1. FC Köln statt. Das 1975 eröffnete Stadion gilt allerdings als marode und muss saniert werden. "Die Stadt Bremerhaven könnte sich vorstellen, dass hier gespielt wird", erklärt der Pressesprecher der Stadt Volker Heigenmooser dennoch auf Nachfrage von buten un binnen. Wichtig hierfür sei allerdings, dass Werder Bremen und Atlas Delmenhorst zeitnah die Gespräche suchen. Unter anderem müsse schließlich ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden.

Gegen das Nordsee-Stadion spricht allerdings das geringe Fassungsvermögen. Die Partie zwischen Werder und Atlas könnten dort wohl nur 8.000 Zuschauer sehen.

Fazit:
Bei einem "Nein" zum Weser-Stadion wäre das Nordsee-Stadion eine charmante und naheliegende Wahl. Vorausgesetzt, die Sicherheitsbedigungen des DFB können erneut erfüllt werden.

3 Die "Bremer Brücke" in Osnabrück

Panoramaansicht des Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück.
Im Osnabrücker Stadion können DFB-Pokal-Spiele ohne Probleme stattfinden. Allerdings spielt hier bereits der VfL Osnabrück gegen RB Leipzig. Bild: DPA | Eibner/Noah Wedel

Das Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück wäre nach dem Weser-Stadion die modernste Ausweichstätte. Der VfL Osnabrück hat hier in den vergangenen Jahren all seine Spiele im DFB-Pokal ausgetragen. Als der BSV Rehden vor sechs Jahren in der ersten Runde auf den FC Bayern traf, zog auch der Klub aus dem Landkreis Diepholz nach Osnabrück um. Das Stadion war mit 16.600 Zuschauern ausverkauft.

Die "Bremer Brücke" ist in in diesem Jahr aber eigentlich schon besetzt, denn der VfL Osnabrück trifft zu Hause auf RB Leipzig. Denkbar wäre am langen Pokal-Wochenende allerdings, dass beispielsweise bereits am Freitag Osnabrück gegen Leipzig und am Montag Delmenhorst gegen Werder spielt. "Zumindest in der blanken Theorie wäre das möglich", erklärt Sebastian Rüther, Pressesprecher des VfL Osnabrück, gegenüber buten un binnen.

Fazit:
Neben der Entfernung von 120 Kilometern zwischen Bremen und Osnabrück spricht aufgrund der Terminabstimmung auch das Pokalspiel zwischen dem VfL und Leipzig gegen eine Verlegung an die "Bremer Brücke".

4 Das Wilhelmshavener Jadestadion

Blick ins Jade Stadion in Wilhemshaven. Es spielen der SV Wilhelmshaven gegen Borussia Dortmund am 03.08.2013.
Vor sechs Jahren spielte im Jadestadion in der ersten Runde des DFB-Pokals der SV Wilhelmshaven gegen Borussia Dortmund. Bild: DPA | Joerg Sarbach

Mit dem Jadestadion verfügt die Stadt Wilhelmshaven über ein Schmuckkästchen. Im Liga-Alltag spielt hier allerdings nur der Bezirksligist SV Wilhelmshaven. Vor sechs Jahren nahm der Club (damals noch als Regionalligist) am DFB-Pokal teil und spielte daheim vor 7.500 Zuschauern in der ersten Runde gegen Borussia Dortmund. "Wir sind sehr flexibel und würden die beiden Vereine jederzeit unterstützen", sagt Thomas Brandt, Leiter des Sportbüros der Stadt Wilhelmshaven, im Gespräch mit buten un binnen. Gar ein Abendspiel mithilfe eines mobilen Flutlichts könnte möglich sein. Wie in Bremerhaven müsste allerdings auch in Wilhelmshaven ein gesondertes Sicherheitskonzept erarbeitet werden.

Fazit:
Das geringe Fassungsvermögen und die Entfernung nach Bremen sprechen gegen Wilhelmhaven. Das Stadion ist allerdings moderner als das Nordseestadion in Bremerhaven – und könnte deshalb doch noch einmal Thema werden.

So freut sich Atlas Delmenhorst auf das DFB-Pokalspiel gegen Werder

Pokalauslosung in der ARD-Sportschau
Bild: ARD-Sportschau

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 16. Juni 2019, 19:30 Uhr