Infografik

So verschärft Werder sein Hygiene-Konzept

Sowohl die Bremer als auch die Deutsche Fußball-Liga haben die Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Infektionen erhöht. Viel zu tun also für Werder-Arzt Daniel Hellermann.

Die Werder-Spieler rennen über den Trainingsplatz.
Auch bei Werder gelten inzwischen strengere Corona-Maßnahmen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bislang ist Werder von Corona-Infektionen weitestgehend verschont geblieben. Aus der Mannschaft hatte sich einzig Außenverteidiger Felix Agu mit dem Virus angesteckt. Im Vergleich zu anderen Teams der ersten beiden deutschen Fußballligen sind die Bremer also zumindest bisher recht gut weggekommen. Woran das liegt, darüber ließe sich zwar nur spekulieren, sagte Werder-Arzt Daniel Hellermann in einer Medienrunde am Mittwoch. Er glaube aber, dass Werder "insgesamt sehr gut aufgestellt" sei. Und: "Vielleicht machen wir auch einfach das nötige Bisschen mehr."

Der Werder-Tross reist stets mit zwei Bussen

Der Verein habe es frühzeitig geschafft, "Spieler und Staff für die Problematik zu sensibilisieren". Auch der Trainerstab habe den grün-weißen Akteuren von Anfang an deutlich gemacht, dass sie auf nicht notwendige Reisen verzichten sollten. Ebenso, dass Treffen mit Freunden und Kollegen sowie Restaurantbesuche das Risiko einer Ansteckung erhöhen. "Das hat gut funktioniert", so Hellermann. Weiterhin sei Werder einer der wenigen Klubs, die mit zwei Bussen zu Auswärtspartien fahren, damit bei einem positiven Fall nur ein Teil der Mannschaft in Quarantäne muss.

Werder-Arzt Daniel Hellermann behandelt Niclas Füllkrug am verletzten Fuß.
Werder-Arzt Daniel Hellermann (links) kümmert sich sowohl um die Verletzungen der Spieler als auch um die Umsetzung der Hygiene-Maßnahmen bei den Bremern. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat mittlerweile ebenfalls auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und eine höhere Taktung der Tests beschlossen. Zusätzlich zu den bislang üblichen PCR-Abstrichen, die im Abstand von maximal fünf Tagen erfolgten, wird bei Werder inzwischen täglich vor jedem Training und jeder Reise ein antigener Schnelltests durchgeführt. Alle Maßnahmen, sowohl die von der DFL vorgegebenen als auch die selbst auferlegten, seien aber nur eine "Minimierung der Wahrscheinlichkeit", betonte Hellermann: "Natürlich kann es auch uns jederzeit treffen."

Werder separiert seine Nationalspieler

Um das Risiko noch weiter zu minimieren, teilt Werder weiterhin aktuell seine Mannschaft auf. So wurden die Spieler, die zuletzt bei ihren Nationalmannschaften im Einsatz waren, abseits der Trainingseinheiten vom Rest des Teams separiert. Denn Spieler, die auf dem Weg zu ihren Auswahlteams quer durch die Welt reisen, erhöhen im gesamten Verein das Risiko einer Corona-Infektion. "Die Idee dazu kam von uns und war eine eigenständige Entscheidung in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt", erklärt Hellermann.

Die betroffenen Spieler ziehen sich demnach in der Gästekabine um, essen getrennt und kommen nur auf dem Platz mit ihren Teamkollegen zusammen. "Die Infektionsgefahr ist draußen nicht annähernd gegeben. Das Problem ist der Indoor-Bereich", betont Hellermann. "Auch das Gesundheitsamt sagt, dass der Kontakt beim Fußball draußen nicht zu einer erhöhten Ansteckungsrisiko führt."

Neue Aufgaben für den Werder-Doc

Ohnehin sei der Verein in engem Austausch mit der zuständigen Behörde. Auch oder gerade weil das Gesundheitsamt in Bremen laut Hellermann "sehr, sehr genau hinschaue". Im Vergleich zu denen, die für andere Vereine zuständig sind, sei es strenger. "Jedes Gesundheitsamt wertet anders, wertet auch die britische Mutation anders", sagte der Werder-Arzt, zu dessen Hauptaufgaben eigentlich die Behandlung von Verletzungen gehört. Durch die Corona-Pandemie habe sich seine Arbeit jedoch "massiv" verändert.

Eigentlich bin ich mehr der Praktiker. Jetzt sitze ich viel am Schreibtisch und plane, um dem Konzept gerecht zu werden.

Werder-Arzt Daniel Hellmann

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Video vom 19. März 2021
Frank Baumann in einer Pressekonferenz
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 31. März 2021, 18:06 Uhr