Anfang stellt die Torwartfrage: Pavlenka nicht mehr Werders Nummer 1?

Audio vom 2. September 2021
Werder-Torwart Jiri Pavlenka sitzt beim Training auf dem Rasen und dehnt sich etwas mit angespanntem Gesicht.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Beim Testspiel am Mittwoch stand Jiri Pavlenka erstmals wieder für Werder im Tor. Die Rückenprobleme sind auskuriert, aber sein Stammplatz könnte futsch sein.

So turbulent die Kaderplanung in den vergangenen Wochen bei Werder auch gewesen sind, auf einer Position schien sich doch schnell alles normalisiert zu haben: im Tor der Bremer.

Als sich bei Jiri Pavlenka abzeichnete, dass er seinen Vertrag bei den Grün-Weißen verlängern wollte, und Stefanos Kapino als Nummer zwei den Verein verließ, schien alles bei der gewohnten Hackordnung bei Werders Schlussmännern zu bleiben: Pavlenka ist und bleibt Stammkeeper, Rückkehrer Michael Zetterer und Luca Plogmann reihen sich hinter dem Tschechen ein.

Pavlenka fehlte 10 Wochen lang

Doch nach dem Testspiel am Mittwoch gegen Heracles Almelo, ist Werders Hierarchie zwischen den Pfosten ins Wanken geraten. Nicht, weil Pavlenka bei seinem ersten Einsatz nach zehnwöchiger Pause etwa gepatzt hätte gegen den niederländischen Erstligisten. Im Gegenteil, Pavlenka hatte kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen, hielt seinen Kasten beim 2:0-Sieg sauber.

Trainer Markus Anfang stellte nach dem Test jedoch klar, dass die Entscheidung um die Nummer eins im Werder-Tor noch längst nicht gefallen und keine Selbstverständlichkeit sei. Durch Pavlenkas Ausfall seit Mitte Juni mit langwierigen Rückenbeschwerden musste Zetterer in den ersten sechs Pflichtspielen der Saison ran und hinterließ bei Anfang keinen schlechten Eindruck. Obwohl Zetterer in der Liga bereits sieben Gegentreffer kassierte.

Ich bin froh, dass wir zwei solche Torhüter haben. Das ist für uns eine gute Ausgangsposition. Es ist egal, für wen wir uns am Ende entscheiden. Es wird auf jeden Fall eine gute und richtige Entscheidung sein.

Werder-Trainer Markus Anfang nach dem Testspiel

Keine Nummer eins auf Dauer

Unter dem neuen Bremer Coach soll die Null stehen, das ist die Devise. Und wer dafür nun der beste Garant im Tor sein kann, wird Anfang in der kommenden Woche entscheiden. Mit Torwarttrainer Christian Vander möchte er dabei Rücksprache halten, dessen Meinung einholen und auch schauen, wie Pavlenkas Körper die Belastung vertragen hat. Anfang machte jedoch auch klar, dass seine Entscheidung für eine Nummer eins nicht von Dauer sein müsse.

Wie lange diese Entscheidung andauert und wann die nächste und die übernächste kommt, das lassen wir auf uns zukommen. Ich habe keine Glaskugel, mit der ich in die Zukunft schauen kann.

Werder-Trainer Markus Anfang nach dem Testspiel zur Torwartfrage

Sicher kann sich also keiner der beiden Konkurrenten sein, dass der Stammplatz ein Selbstläufer sein wird. Vermutlich möchte Anfang die Spannung und die Konzentration auf dieser so wichtigen Position besonders wach halten. Sollte Pavlenka den gewohnten Rückhalt und seinen Status verlieren, dürfte es im Bremer Kader wohl unruhiger werden.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 2. September 2021, 7 Uhr