Darum fiel Werders Trainerwahl auf Markus Anfang

Werder-Trainer Markus Anfang und Geschäftsführer Frank Baumann führen einen Zweikampf bei einem Traditions-Hallenturnier.
Kennen sich schon lange: Werders neuer Coach Markus Anfang (links) und Geschäftsführer Frank Baumann, die unter anderem bei einem Traditionsturnier im Jahr 2012 aufeinandertrafen. Bild: Imago | Matthias Koch

Der neue Coach der Bremer steht vor allem für Offensivfußball. Auch ein Grund, warum Werder-Geschäftsführer Frank Baumann den 46-Jährigen als "Wunschlösung" bezeichnet.

Mit neuem Lotsen und alten Idealen will Werder den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen. Dafür müssen die Grün-Weißen im Unterhaus jedoch Tore schießen. Eine Fähigkeit, die einst fester Bestandteil im Spiel der Bremer war, ihnen in den letzten Jahren aber mehr und mehr abhandengekommen ist. "Wir werden in der 2. Liga häufiger als Favorit ins Spiel gehen und auf tiefstehende Gegner treffen", sagte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann in einem Gespräch mit Bremer Medien am Mittwoch. "Es muss also eine klare Handschrift vorhanden sein, was das Offensivspiel betrifft."

Eine ebensolche hat Werders neuer Coach Markus Anfang bei seinen bisherigen Stationen wiederholt nachgewiesen. So stellten die von ihm trainierten Teams in den vergangenen drei Zweitliga-Saisons jedes Mal den Torschützenkönig. Was mit Sicherheit "kein Zufall" ist, wie Baumann betonte. Dass der 46-Jährige die 2. Liga schon kennt und bereits mit mehreren Teams um den Aufstieg mitgespielt hat, war auch ein Argument, warum sich die Bremer für ihn entschieden. Mehr noch: Anfang war laut Baumann sogar die "Wunschlösung" des Vereins.

Er hat bisher nur in der 2. Liga trainiert, aber dort gezeigt, dass er in verschiedenen Konstellationen erfolgreich arbeiten kann.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann in einem Gespräch mit Bremer Medien am Mittwoch

Anfang weiß, was bei Werder auf ihn zukommt

Ex-Köln-Trainer Markus Anfang beschwert sich.
Beim 1.FC Köln wurde Markus Anfang im April 2019 entlassen. Der "Effzeh" war damals Zweitliga-Tabellenführer. Bild: Imago | Sven Simon

Auch dass er in seiner – wenn auch eher kurzen – Zeit als Köln-Trainer eine ähnliche Situation wie nun in Bremen vorfand, sprach für Anfang. "So eine Erfahrung schon mal mitgemacht zu haben, ist ein Vorteil, um zu wissen, was auf einen zukommt", sagte Baumann. Auch der FC war vor drei Jahren frisch aus dem Oberhaus abgestiegen und peilte den Wiederaufstieg an. Anfang lieferte und führte die Kölner zum Aufstieg. Trotzdem musste er noch vor Saisonende gehen, weil der Klub mit seiner Arbeit nicht zufrieden war. Eine Erfahrung, aus der er "seine Lehren ziehen konnte", wie Baumann versicherte. Denn Druck und Erwartungshaltung sind am Osterdeich ähnlich wie seinerzeit beim "Effzeh".

Er ist jemand, der seiner Mannschaft eine Siegermentalität vorlebt. Markus ist sehr, sehr ambitioniert. Er ist sehr erfolgsorientiert, vielleicht sogar erfolgsbesessen.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann in einem Gespräch mit Bremer Medien am Mittwoch

Anfang bringt seinen Co-Trainer aus Darmstadt mit

Von seiner letzten Trainerstation in Darmstadt lotste Anfang auch seinen Co-Trainer Florian Junge an die Weser. Der 35-Jährige war auch schon in Köln die rechte Hand des Neu-Bremers. "Sie sind ein sehr eingespieltes Team", so Baumann.

Obwohl der Stab der Grün-Weißen somit Zuwachs erhält, soll es keine Abgänge im Trainerteam geben. "Unser Wunsch ist es – und das ist für Markus auch okay –, dass wir unseren bisherigen Staff weiter einbinden werden." Soll heißen: Torwarttrainer Christian Vander sowie die Co-Trainer Danijel Zenkovic und Tim Borowski, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft, sollen Werder erhalten bleiben.

Anfang soll Werder als neuer Coach zurück in die Bundesliga führen

Video vom 1. Juni 2021
Markus Anfang läuft als Trainer von Darmstadt über den Platz.
Bild: Imago | Jan Huebner
Bild: Imago | Jan Huebner

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juni 2021, 18:06 Uhr