Werders Endspurt im Abstiegskampf: Wie gefährlich ist die Konkurrenz?

Sechs der sieben Teams im Tabellenkeller holten am 28. Spieltag je einen Punkt. Zu viele Remis bringen viele Klubs nun in die Bredouille – ein Vorteil für Werder?

Maximilian Eggestein grätscht in einen Zweikampf gegen Gladbachs Ramy Bensebaini hinein.
Werder wehrt sich nun im Abstiegskampf – doch mit Paderborn, Düsseldorf, Mainz, Frankfurt, Union Berlin und Augsburg kämpfen sechs weitere Teams um den Klassenerhalt. Bild: gumzmedia/nordphoto/Pool

Einerseits war es ein guter Spieltag für Werder Bremen, denn die Grün-Weißen heimsten einen Punkt gegen Borussia Mönchengladbach ein. Andererseits aber auch nicht, denn Werder hätte fast gewonnen und mehr noch – die sechs Konkurrenten im Tabellenkeller punkteten allesamt auch.

Fünf der sechs Vereine von Platz zwölf abwärts holten am 28. Spieltag nur einen Zähler. Fortuna Düsseldorf (Tabellen-16.) konnte durch das 2:1 gegen den FC Schalke 04 als einziger einen Sieg einfahren. So mancher Klub hatte sich vor der Corona-Pause schon in Sicherheit gewähnt – nun muss man plötzlich wieder kräftig rechnen. Kann Werder daraus Kapital schlagen?

Von Augsburg bis Paderborn – wer steigt ab?

"Wir wissen, in welcher Situation wir uns bewegen. Wenn wir nur Unentschieden spielen, kommen wir nicht weg. Ein Sieg ist, was man braucht", sagte Achim Beierlorzer, der Trainer des Tabellen-15. Mainz, quasi stellvertretend für die sieben Kellerkinder. Sechs Spieltage bleiben noch, Werder und Frankfurt haben zudem noch ihr Nachholspiel. Augsburg hat als Zwölfter 31 Punkte, Schlusslicht Paderborn 19 und das Restprogramm hat es für viele Wackelkandidaten in sich. Es ist noch alles drin im Abstiegskampf – für Werder ist auf Platz 17 mit 22 Punkten weiter nichts verloren.

Paderborn (18.) trifft zwar noch auf drei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, doch zuvor warten mit Dortmund und Leipzig zwei Schwergewichte auf den SC. Mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist die Rettung zwar unwahrscheinlich, doch Trainer Steffen Baumgart betonte: "Wir müssen nicht von Wunder reden, es sind noch 18 Punkte zu vergeben."

Der Sieg gegen Schalke war enorm wichtig für Düsseldorf (16.). Denn die Fortuna hat zwar noch fünf Punkte Vorsprung auf Werder, aber das Programm und das punkten gegen Bayern, Dortmund und Leipzig wird schwer. An den letzten beiden Spieltagen kommt es dann zum Showdown gegen die direkte Konkurrenz.

Auch die Mainzer (15.) treffen noch drei Mal auf Gegner aus dem Tabellenkeller und dort wird das Team von Beierlorzer auch punkten müssen, denn in den Auswärtspartien in Dortmund und Leverkusen wird wahrscheinlich nicht viel zu holen sein.

Frankfurt (14.) gehört zu den Teams, die auf einmal rechnen müssen. Vor sechs Spieltagen hatte die Eintracht noch ein dickes Polster von elf Punkten auf den Relegationsplatz, nun sind es noch zwei. Umso gewichtiger wird die Nachholpartie gegen Werder am 3. Juni werden – für beide Mannschaften. Die Hessen haben im Anschluss mit Mainz den nächsten direkten Konkurrenten vor der Brust. Die beiden Spiele dürften richtungsweisend werden, ob sich Frankfurt frühzeitig aus dem Abstiegsrennen verabschieden kann.

Die Berliner (13.) treffen die Geisterspiele besonders hart, schließlich steht die Fangemeinde an der Alten Försterei wie eine Wand hinter ihrem FC. Doch ohne diesen besonderen Heimvorteil sind auch die Partien gegen Schalke, Paderborn und Düsseldorf sehr schwere Brocken. Und so könnte es für Union im Abstiegskampf doch noch brenzliger werden, als man vor der Corona-Zwangspause gedacht hätte.

Augsburg (12.) hat wohl das machbarste Restprogramm der sieben Kellerkinder erwischt. Wenn die Duelle gegen Mainz und Düsseldorf positiv verlaufen, sollte die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich schon vor dem Saisonfinale nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Werders erster Schritt zum Klassenerhalt

Video vom 25. Mai 2020
Mehrere Logos der Fußball-Mannschaften auf einer Treppe aufgereiht, Werder Bremen ganz vorne.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. Mai 2020, 18:06 Uhr