Kohfeldt trotzt der Abstiegsangst: "Wir schaffen das!"

Werder will mit seinem Trainer weitermachen und der glaubt fest an den Klassenerhalt. Allerdings nur, wenn sich Kohfeldt mit neuen Spielern verstärken kann.

Florian Kohfeldt schreit und gestikuliert an der Seitenlinie.
Kämpferischer Kohfeldt: Der Werder-Coach glaubt nach mageren 14 Punkten in der Hinrunde und dem Relegationsplatz dennoch an den Klassenerhalt. Bild: Imago | Kirchner-Media

Florian Kohfeldt hatte seine Spieler nach dem Anpfiff in Köln direkt in die Kabine beordert. Ob er dort laut oder vorwurfsvoll wurde nach der vierten Pleite in Folge und der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte, ist nicht überliefert. Durch die Kabinenwände sickert nichts durch. Doch Kohfeldt bestätigte, dass er zumindest eines getan hatte – er bedankte sich bei seinen Spielern. Es klingt komisch nach den so desolaten Auftritten, aber für den Werder-Coach ist das einfach eine Frage des Respekts.

Bevor alle bis zum Trainingsauftakt am 2. Januar in den Urlaub verschwinden, hatte Kohfeldt aber offenbar noch einiges, das er loswerden wollte. Schließlich steht ihm und seiner Mannschaft nach der Winterpause der erbarmungslose Abstiegskampf bevor. Und vermutlich hatte er sie alle eingeschworen auf das, was kommen wird. Denn später, im Gespräch mit den Journalisten, war Kohfeldt nicht ernüchtert, sondern geradezu kämpferisch.

Wir sind im Abstiegskampf und werden vielleicht lange drin bleiben. Aber wir werden das hinkriegen. Ich glaube grundsätzlich an die Mannschaft, an mich und den Zusammenhalt in unserem ganzen Team. Wir werden nicht absteigen, da bin ich mir absolut sicher. Wir werden kämpfen. Wir schaffen das. Und wir werden den einen oder anderen noch überraschen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Kohfeldt will Verstärkungen

Den Rückhalt der Klubverantwortlichen hat Kohfeldt, das stellte Aufsichtsratschef Marco Bode sofort klar. Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann sind die Richtigen, Punkt. Doch ob die Spieler allesamt die richtigen sind, daran kamen in den vergangenen Wochen zunehmend Zweifel auf. Und auch Kohfeldt ist sich sicher, dass im Winter Verstärkungen her müssen. Egal, ob vorne, hinten oder in der Mitte – "eigentlich müssen wir überall ansetzen", meinte Der Werder-Coach.

Das Problem dürfte dabei aber sein, dass sich Werder die Wunschsspieler vermutlich gar nicht leisten kann und abwarten muss, welche Akteure am Ende des Transferfensters noch übrig sind. Denn mit sportlich rosiger Perspektive können die Bremer momentan ja auch keinen locken. Den großen Coup schloss Bode bereits kategorisch aus. Kreativität ist also von Baumann gefragt.

Während des Trainingslagers auf Mallorca (3. bis 11. Januar) möchte Kohfeldt idealerweise die meisten Spieler beisammen haben. Zumindest Josh Sargent und Ömer Toprak könnten dann wieder dabei sein. Mit Verstärkungen kann der Trainer da noch nicht rechnen, das Transferfenster öffnet erst an Neujahr für vier Wochen.

Tristesse bei Werder vor dem Schickssalsspiel in Köln

Florian Kohfeldt schaut ernst seinen Spieler beim Warmmachen zu.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 21. Dezember 2019, 18:45 Uhr