Stille beim SVW: Werder macht die Schotten dicht

Seit dem Pokal-Aus ist es ruhig geworden bei Werder. Sehr ruhig. Geheimes Training, nichtssagende Aussagen und scheinbar nur das Warten auf den großen Knall am Samstag.

Blick auf das verschlossene Tor am Stadion Platz 11 vor dem Weser-Stadion bei dunkler Wolkendecke.
Zutritt verboten: Werder Bremen trainiert in dieser Woche bisher nur hinter verschlossenen Toren. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der legendäre Bremer Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden und sicherlich hätte es ihn gefreut, dass einer seiner berühmten Aussprüche bis heute noch Verwendung findet: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts."

Damals überspielte er süffisant einen längeren Stromausfall während seiner Sendung "Einer wird gewinnen". Doch kaum etwas hätte auch die vergangenen fünf Tage bei Werder Bremen besser zusammenfassen können. Außer vielleicht noch der Buchtitel von Philipp Wüschner "Die Entdeckung der Langeweile".

Nur noch geheimes Werder-Training

Die Werder-Spieler sind in der Gruppe auf dem Weg zum Trainingsplatz vor dem Weser-Stadion.
Blick aus der Ferne: Mehr bekommt man dieser Tage von Werders Mannschaft nicht zu sehen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Natürlich hat Entschleunigung etwas für sich, gerade nach der hitzigen Aufgeregtheit, die um das Pokal-Halbfinale und die damit verbundene Schicksalsdebatte um Trainer Florian Kohfeldt hochgekocht war. Doch nun hat Werder die Schotten dicht gemacht.

Kein öffentliches Training mehr, die einzigen Momente, in denen man einen Blick auf die Mannschaft werfen kann, sind die etwa 100 Meter Fußweg vom Stadion zu Platz 11. Und was lässt sich am lockeren Plausch der Spieler miteinander schon groß ablesen? Nicht viel. Dann schlägt das Metalltor hinter ihnen zu und Schluss.

Wenig Erhellendes dringt nach außen

Werder-Trainer Florian Kohfeldt blickt auf dem Weg zum Trainingsplatz direkt in die Kamera.
Werder-Trainer im Fokus: Doch wie es in Florian Kohfeldt derzeit aussieht, lässt sich nur vermuten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Ab kommenden Mittwoch beginnt für Werder die erste Quarantäne im Parkhotel, dann dürfte sich die grün-weiße Abschottung nochmals steigern. Wo die Hotel-Quarantäne zum Saisonfinale stattfinden wird, ist noch nicht zu erfahren, und der Verein wünschte sich wohl auch, es könnte geheim bleiben.

Was ist sonst zu hören? Nur das ganz zaghafte, leises Rauschen im Blätter-Wald der Medien. Ein paar Namen von Kohfeldt-Nachfolgern werden aus dem Hut gezaubert, die üblichen Verdächtigen eben. Und Werder setzt natürlich seine stillsten Spieler in die überschaubaren, virtuellen Presserunden. Und dort sagt Milos Veljkovic dann Sachen wie, dass "Abstiegskampf auch Kopfsache" ist. Der unvergessene Loriot hätte seine Figuren darauf klassisch "ach was" antworten lassen.

Was passiert am Samstag?

Irgendwie wirkt es nicht wie das Warten auf Godot, sondern auf den großen Knall am Samstag. Sei er positiv oder negativ, je nach Ausgang. Aber die Maschinerie wird mit dem Spiel gegen Bayer Leverkusen in jedem Fall wieder rasant Fahrt aufnehmen, vielleicht sogar überdrehen.

Und so könnte dieses Nichts, das nach außen dringt, diese Stille, die Werder in diesen Tagen umgibt, vielleicht die Ruhe vor dem Sturm sein. Einen Einblick darüber, wo Werder in dieser heiklen Phase steht, gewährt es jedoch nicht. Wie wir sehen, sehen wir nichts.

Veljkovic will wachrütteln: "Abstiegskampf findet im Kopf statt"

Video vom 4. Mai 2021
Werder-Spieler Milos Veljkovic auf dem Weg mit seinen Teamkollegen zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 5. Mai 2021, 18:06 Uhr