Pech für Werder – diese 2. Liga ist so stark wie nie

Video vom 24. Mai 2021
Aufsichtsratvorsitzender Marco Bode im Weserstadion.
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Schalke 04, Hamburger SV, Düsseldorf – die neue 2. Bundesliga klingt schon irgendwie erstklassig. Diese "Hammer-Liga" könnte Werder die schnelle Rückkehr erschweren.

Eigentlich ist Zweitklassigkeit beinahe ein Schimpfwort. Im deutschen Profi-Fußball wird der Begriff jetzt aber fast schon zum Kompliment. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus bejubelt die geballte Fußball-Tradition, die in der kommenden Saison in der 2. Liga für neuen Glanz und knallharte Konkurrenz sorgt.

Es geht viel Tradition, Fan-Power und Bundesliga-Historie ein Stockwerk tiefer. Aber das ist eine 2. Liga, wie es sie noch nie gab. Jeder will Traditionsklubs wie Schalke 04 und Werder Bremen schlagen, keiner hat was zu verlieren.

Lothar Matthäus lacht
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus bei Sky

Mannschaften wie der Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Nürnberg oder Aufsteiger Dynamo Dresden und eventuell der 1. FC Köln sorgen für einen erstligareifen Anstrich, wenn am 23. Juli die neue Spielzeit beginnt.

"Das wird ein brutaler Wettbewerb"

"Solch eine Hammer-Liga gab es noch nie. Das wird etwas ganz Besonderes", meinte der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel anerkennend. "Andererseits fehlen die illustren Namen der Bundesliga, das ist seltsam." Der Hoffenheimer Manager Alexander Rosen sagte: "Das wird ein brutaler Wettbewerb. Wenn man bedenkt, welche Power viele Vereine haben, könnte es in der nächsten Saison in der 2. Liga mehr Zuschauer geben als in der Bundesliga."

Dennoch hat Werders Sportchef Frank Baumann unmittelbar nach dem Abstieg am Samstagabend schon das Ziel ausgegeben: "Wir müssen uns so aufstellen, dass wir in der Lage sind, direkt wieder aufzusteigen." Die Bremer sind also nicht gekommen, um zu bleiben. Aber angesichts der geballten Konkurrenz wird die Mission Wiederaufstieg definitiv kein Selbstläufer.

Der HSV scheiterte schon drei Mal

Statistisches Zahlenwerk beweist aber auch, dass die 2. Liga tatsächlich so sportlich hochwertig besetzt ist wie nie zuvor – zumindest auf dem Papier. Allein 38 (west)-deutsche Meistertitel versammeln sich dort, durch den Aufstieg von Dynamo Dresden und Hansa Rostock kommen neun Ost-Titel noch hinzu. Das ist mit 47 Erfolgen insgesamt kaum weniger als die aktuellen Erstligisten gemeinsam aufweisen (56).

Aber der Weg zurück nach oben ist angesichts dieser Konstellation steiniger denn je, wo wüsste man das besser als beim HSV, der dreimal in Folge scheiterte. Zuletzt konnte selbst Klub-Legende Horst Hrubesch die sportliche Wende nicht erzwingen und mahnte: "Man muss hinterfragen, ob man immer in der richtigen Spur war. Und dann müssen sich viele Dinge ändern, sonst wird es im nächsten Jahr auch nicht reichen."

Adressat dieser Worte waren die Hamburger, aber angesprochen fühlen sollten sich besonders der grün-weiße Erzrivale. Denn auch das gehört zur statistischen Wahrheit: Seit 2010 gelang nur acht von 24 Erstliga-Absteigern die sofortige Rückkehr. Es könnte also sehr, sehr eng für Werder werden.

Werder-Präsident Hess-Grunewald: "Wir sind in der Verantwortung"

Video vom 22. Mai 2021
Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald im Studio von buten un binnen.
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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Mai 2021, 18:06 Uhr