Werders Konkurrenz im Abstiegskampf: Wer könnte noch schlechter sein?

Paderborn, Düsseldorf, Mainz: Drei harmlos klingende Städtenamen. Doch dieses Trio muss Werder im Abstiegskampf im Blick behalten – und darauf hoffen, dass die Klubs stolpern.

Bildmontage: Steffen Baumgart, Trainer SC Paderborn 07 neben Uwe Rösler, Trainer Fortuna Düsseldorf und Achim Beierlorzer, Trainer FSV Mainz 05.
Steffen Baumgart (Paderborn), Uwe Rösler (Düsseldorf) und Achim Beierlorzer (Mainz) hoffen, Werder am Ende der Saison hinter sich zu lassen. Bild: Imago | pmk, Christian Schroedter, Jan Huebner

Werder Bremen ist nach acht Niederlagen in den letzten neun Ligaspielen auf dem Weg zum Abstieg. Die Hoffnung der Fans, dass sich die Mannschaft selbst aus der bedrohlichen Lage befreit, scheint zu schwinden – die kurze Euphorie nach dem Pokalsieg gegen Dortmund ist nach Pleiten gegen Union Berlin und RB Leipzig verflogen. Wie ist die Situation bei den Teams, die am Ende der Saison für einen Werder-Klassenerhalt noch schlechter sein müssten als die Bremer?

SC Paderborn

Christopher Antwi-Adjej liegt nach Spielende enttäuscht auf dem Fußballplatz.
Enttäuschung in Paderborn: Gegen Hertha BSC gab es für Christopher Antwi-Adjej und sein Team am letzten Spieltag eine knappe Niederlage. Bild: DPA | Friso Gentsch

Der Kader der Aufsteiger aus Ostwestfalen gilt mit Abstand als schwächster der Liga – bereits vor der Saison traute dem SCP kaum jemand den Klassenerhalt zu. Bisher sieht es auch so aus, als würde sich das bewahrheiten: Seit dem fünften Spieltag steht Paderborn ununterbrochen auf einem direkten Abstiegsplatz. Auch die aktuelle Form geht nicht wirklich nach oben. In den letzten drei Spielen sammelte Paderborn nur einen Punkt. In der Tabelle stehen die Paderborner auf dem letzten Platz – sie haben gerade mal einen Punkt weniger als Werder.

Eines hat Paderborn mit Bremen gemeinsam: Beide Klubs wollen so lang wie möglich an ihrem Trainer festhalten. Über eine Entlassung von SCP-Coach Steffen Baumgart wird nicht diskutiert – in der Öffentlichkeit deutlich weniger als über Florian Kohfeldt. Der 48-Jährige ist seit April 2017 Cheftrainer und schaffte den Durchmarsch aus der dritten in die erste Liga.

Fortuna Düsseldorf

Der Fußballer Adam Bodzek nach einem Gegentor.
Bei Adam Bodzek, Rouwen Hennings und Fortuna Düsseldorf läuft es aktuell ähnlich schlecht wie bei Werder. Bild: DPA | Roland Weihrauch

Sowohl in der Gesamttabelle, als auch in der Form steht die Fortuna auf dem Relegationsplatz 16. Die Rheinländer haben zudem mit nur 21 geschossenen Toren die schlechteste Offensive der Bundesliga. Dazu gesellt sich das – nach Werder – zweitschlechteste Torverhältnis. Außerdem ist Düsseldorf sehr schwach in fremden Stadien: Mit nur sechs Punkten holte die Fortuna ligaweit die wenigsten Zähler in der Ferne. Den einzigen Auswärtssieg der Saison gab es direkt am ersten Spieltag. In Bremen.

Die Fortuna hat in der laufenden Saison bereits einen Wechsel auf der Trainerposition hinter sich. Ende Januar folgte Uwe Rösler auf den entlassenen Friedhelm Funkel. Seitdem gab es in der Liga für Düsseldorf zwei Unentschieden, bevor man am vergangenen Spieltag 1:4 gegen Gladbach verlor.

FSV Mainz 05

Die Profis des FSV Mainz 05 Moussa Niakhate und Leonardo Barreiro Martins unterhalten sich und applaudieren
Die Mainzer um Moussa Niakhaté und Leonardo Barreiro Martins sind zuletzt gut in Form. Bild: DPA | Revierfoto

Der 15. Tabellenplatz, auf dem die Mainzer stehen, wäre für Werder das rettende Ufer und mit fünf Punkten Vorsprung sind sie für Bremen noch in Sichtweite. Wie in Düsseldorf sitzt auch in Mainz schon der zweite Coach der Saison auf der Bank, Achim Beierlorzer beerbte im November Sandro Schwarz. Die Ausbeute seitdem ist insgesamt durchwachsen: In elf Spielen gab es vier Siege, ein Unentschieden und sechs Niederlagen.

Doch in den letzten beiden Partien blieben die 05er ungeschlagen und haben vier Punkte gesammelt. Ihre größte Schwäche haben sie offenbar in den Griff bekommen: Die Abwehr wirkte deutlich stabiler als im bisherigen Saisonverlauf. Durch hohe Niederlagen in München und Leipzig hat Mainz insgesamt trotzdem die zweitmeisten Gegentore kassiert. Man ahnt, wer auch diese Negativkategorie anführt – Werder.

Werder hat das härteste Restprogramm

Für die anderen Mannschaften im Tabellenkeller spricht auch, dass Werder auf dem Papier das schwierigste Restprogramm hat. Die noch kommenden zwölf Gegner stehen aktuell durchschnittlich auf Tabellenplatz 8,75. Die Gegner von Düsseldorf (9,17) und Paderborn (9,42) stehen derzeit etwas weiter unten in der Tabelle. Das vermeintlich einfachste Restprogramm hat Mainz mit einem durchschnittlichen Gegner-Tabellenplatz von 10,42. Aber es gibt auch gute Nachrichten für die Bremer: Gegen Paderborn und Mainz können sie im direkten Duell noch punkten.

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Autor

  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. Februar 2020, 23:30 Uhr.