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Verunreinigtes Essen in Fußballstadien – auch in Bremen

Nachdem ein Delmenhorster Labor im vergangenen Jahr verunreinigte Lebensmittel im Weserstadion gefunden hat, gibt es neue Ergebnisse von den Bremer Behörden.

Ein Fischbrötchen im Weser-Stadion (Montage).
Auch im Weserstadion gab es Auffälligkeiten in Fischbrötchen. Bild: DPA | Christophe Gateau, Sven Simon

In Bremen wurden in zwei von sechs getesteten Fischbrötchen Keime gefunden. In einem Räucherlachsbrötchen wurden Krankheitserreger, sogenannte Listerien, festgestellt. Der Grenzwert für Listerien wurde allerdings nicht überschritten. Experten sehen trotzdem Handlungsbedarf.

Laut André Lipski von der Abteilung Lebensmittel-Mikrobiologie und -Hygiene der Universität Bonn sind Listerien Krankheitserreger, die gerade für schwangere Frauen auch bei geringen Mengen, die unter den Grenzwerten liegen, gefährlich sein können. Auch ältere oder immungeschwächte Personen gehören zur Risikogruppe.

Hier ist auf jeden Fall wichtig, dass man ein größeres umfassenderes Bild von der Situation bekommt, denn Listerien können schwere Erkrankungen hervorrufen, damit sollte man sorgfältig umgehen und diesem Befund sollte man nachgehen.

Prof. Dr. André Lipski, Universität Bonn

Es sei dabei wichtig zu überprüfen, ob die gesamte Charge der Räucherlachsbrötchen ein Listerienproblem habe oder ob das es ein einzelner Befund sei. "Das muss man wissen, und klären." Die Bremer Behörden konnten und können in dem Fund keine Gesundheitsgefahr erkennen. Der zuständige Caterer im Bremer Weser-Stadion, die Compass-Group, hat inzwischen aber zusätzliche Rückstell-Proben von einem Labor untersuchen lassen. Listerien wurden dabei laut Konzern weder in den fertigen Fischbrötchen, noch in Zutaten wie Salat oder Räucherlachs, gefunden.

Keime im Stadion-Bier in Köln 

In Köln wurden Keime und sogenannte Fremdhefen im Bier entdeckt. Die Behörden sehen keine Gesundheitsgefahr – aber einen Hinweis auf einen Hygiene-Mangel, genauso wie der Verein. Dort sind nach der ARD- Anfrage alle Bierleitungen gereinigt worden. Zudem soll es zusätzliche Hygieneschulungen der Mitarbeiter geben.

Nach ARD-Recherchen wurden in der aktuellen Saison in sieben der 18 Erstliga-Stadien von den Behörden Proben von Lebensmitteln genommen und untersucht. In München, Mönchengladbach, dem Berliner Olympiastadion, in Wolfsburg und Stuttgart wurden keine Keime gefunden, so die Behörden.

Probleme mit Legionellen in Frankfurt

In Frankfurt kämpfen die Behörden seit Monaten gegen krankmachende Keime im Trinkwasser: gegen Legionellen. Nach Informationen der ARD Radio Recherche Sport wurden dort in den vergangenen zehn Monaten 27 Mal Legionellen nachgewiesen:  Und zwar im Spieler-, Schiedsrichter-, Trainer -und Saunabereich. Der höchste Wert wurde gerade erst im März gemessen. Er lag um das zwanzigfache über dem Grenzwert. Wasser-Experte Professor Jörg Drewes von der Technischen Universität in München sieht dort ein erhöhtes Risiko zu erkranken.

In Frankfurt wurden schon verschiedene Maßnahmen unternommen, um die Problematik in den Griff zu bekommen. Unter anderem wurden spezielle Filter eingebaut, um die Profis zu schützen. Für Drewes kann das aber nur eine kurzfristige Lösung sein. Sie würden nicht ewig halten, müssten regelmäßig ausgetauscht werden, und seien keine langfristige Lösung.

 "Was hier nötig wäre, wäre ein Austausch der Trinkwasserleitungen, so wie die Versorgung konzipiert ist", sagt Drewes. Da müsse man Mauern aufbrechen. Das sei nicht leicht zu realisieren in einem bestehenden Gebäude und wäre sehr teuer.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. April 2018, 23:20 Uhr