Dauerkarten für AfD-Wähler: Bericht laut Werder "irreführend"

  • Werder-Präsident weist zurück, dass AfD-Anhänger keine Dauerkarten bekommen sollen
  • Hess-Grunewald dementiert einen entsprechenden Bericht in der "Welt"
  • AfD-Anhänger sollen sich im Stadion mit der Haltung von Werder auseinandersetzen
Werder Präsident Hubertus Hess-Grunewald

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald hat sich von der Berichterstattung über den Umgang des Vereins mit AfD-Anhängern distanziert. Sie sei "irreführend", sagte er im Gespräch mit buten un binnen. Diese gebe nicht die differenzierte Position von Werder gegenüber der AfD wieder.

Die Zeitung "Die Welt" hatte zuvor berichtet, dass Hess-Grunewald in einer E-Mail an einen Werder-Fan indirekt angedeutet habe, dass der Fan seine Dauerkarte möglicherweise nicht behalten könne. Der Mann hatte demnach erklärt, aus dem Verein auszutreten, seine Dauerkarte aber behalten zu wollen.

AfD-Anhänger im Stadion bei Werder weiter erwünscht

"Es geht um einen ganz konkreten Einzelfall, wo sich ein Mitglied distanziert hat, indem es gesagt hat: 'Werder, das ist nicht mehr der Verein mit dem ich mich identifiziere, aber meine Dauerkarte möchte ich behalten'." Diesem Fan gegenüber habe er sein Bedauern über den Austritt aus dem Verein ausgedrückt, so Hess-Grunewald weiter. Außerdem habe er angekündigt, dass Werder prüfen wolle, ob man jemandem eine Dauerkarte ausstellen könne, der von sich selbst sagt, dass er sich mit Werder nicht mehr identifiziere.

Wir wollen auch weiterhin, dass AfD-Wähler ins Stadion kommen und sich mit unserer Haltung auseinandersetzen.

Hubertus Hess-Grunewald, Werder-Präsident

Aber AfD-Anhänger hätten auch weiterhin die Möglichkeit, eine Dauerkarte zu bekommen, sagte Hess-Grunewald. "Wir wollen auch weiterhin, dass AfD-Wähler ins Stadion kommen und sich mit unserer Haltung auseinandersetzen." Werder habe aber das Recht darüber nachzudenken, ob man jemandem, der sich vom Verein distanziert, eine Dauerkarte zur Verfügung stellen will.

AfD reagiert empört

Der Fan war dem Bericht der "Welt" zufolge wegen der AfD-kritischen Haltung von Werder aus dem Verein ausgetreten. Hess-Grunewald hatte vor einigen Wochen in einem Interview mit dem "Weser Kurier" gesagt, es sei ein Widerspruch, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen. Seine Dauerkarte wollte er demnach aber weiter behalten. Die Zeitung zitierte aus einer E-Mail von Hess-Grunewald an den Fan: "Darüber hinaus werden wir uns mit Ihrem Wunsch, die Dauerkarte behalten zu wollen, noch intensiv beschäftigen."

Die AfD reagierte empört. "Es ist Heuchelei, wenn Hess-Grunewald seine Äußerungen als Aufforderung zum Dialog bezeichnet", sagte der sportpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Jörn König, dem Bericht der Zeitung zufolge. Tatsächlich gehe es dem Werder-Präsidenten "nur um Vorschriften".

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Oktober 2018, 19:30 Uhr