Traumtreffer von Werders Veljkovic: "Habe Schmid die Show gestohlen"

Werders Veljkovic bekommt für Traumtor Glückwünsche aus aller Welt

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Am Freitag traf Werders Milos Veljkovic traumhaft mit der Hacke und somit noch schöner als Romano Schmid. Glückwünsche erhielt er auch von einem Bremer Double-Helden.

Nach seinem wunderbaren "Scorpion-Kick"-Tor am Freitagabend gegen Erzgebirge Aue lag Milos Veljkovic in der 19. Minute erst einmal für einige Momente auf dem Boden und schaute ungläubig auf. Hatte er, gelernter Innenverteidiger und nicht gerade als Filigrantechniker bekannt, gerade wirklich so ein Ding rausgehauen und dieses Traumtor geschossen?

Er hatte. Und direkt danach hatte er eine große Sorge. Stand er bei der Kopfballvorlage von Niclas Füllkrug hauchdünn im Abseits, sodass sein Traumtor gar nicht regulär war? Auf dem Boden liegend lugte Veljkovic deshalb erstmal nach links und rechts, um zu schauen, was der Linienrichter macht. Doch die Fahne des Linienrichters blieb richtigerweise unten – und Veljkovic wurde von seinen Teamkollegen im Nu ordentlich abgefeiert.

Danach wollte ich eigentlich jubeln, aber dann lagen alle schon auf mir drauf und es war zu spät.

Milos Veljkovic in einer Medienrunde am Montag

Auch Krstajic hat sich gemeldet

Während das Weser-Stadion trotz nur rund 15.000 Zuschauern nach dem 4:0-Sieg mal wieder vor Freude bebte, kam Veljkovic' Handy in der Kabine kaum noch aus dem Vibieren raus. Jede Menge Nachrichten, erzählte Veljkovic, habe er erhalten. "Fast so viele, wie nach unserer WM-Qualifikation. Das war schon verrückt." Auch Mladin Krstajic hat sich bei ihm gemeldet. Mit Werder gewann Krstajic 2004 das Double, Veljkovic trainierte er einst in der serbischen Nationalmannschaft. "Er meinte 'Weiter so' und hat mir zum Tor gratuliert", so Veljkovic.

Die Fans im Stadion wurden dabei auch vor Veljkovic' Show-Auftritt schon richtig verwöhnt. Schließlich war Romano Schmids Schlenzer in den Winkel zum 1:0 in der 7. Minute ebenfalls ein richtig schicker Treffer. Doch über Schmids Tor – sein erstes im Werder-Trikot – sprach im Nachhinein niemand mehr. Alles fokussierte sich einzig und allein auf Veljkovic und seinen Kunststück.

Romanos Tor war auch sehr schön. Da habe ich ihm vielleicht ein bisschen die Show gestohlen.

Milos Veljkovic am Montag in einer Medienrunde

Veljkovic wird wohl nicht die neue Zaubermaus

Allzu häufig, machte Veljkovic klar, sollte man derartige Aktion in der Zukunft allerdings nicht von ihm erwarten. Trainiert habe er derartige Dinge ohnehin nicht. Und anscheinend galt für ihn schon in der Jugend der Grundsatz, dass der Schuster lieber bei seinen Leisten bleiben sollte. Selbst als Kind, erzählte er, habe er sich als talentierter Kicker nicht an Kunststückchen wie einen Fallrückzieher herangetraut.

Milos Veljkovic nach seiner Auswechslung gegen Aue beim Abklatschen mit Ole Werner.
Wechsel kurz vor Schluss: Ole Werner nahm gegen die Auer Milos Veljkovic in der 84. Minute vom Platz. Bild: Imago | Osnapix

Als neue Zaubermaus von der Weser wird Veljkovic sich zukünftig also wohl keinen Namen machen. Ole Werner wird es allerdings wohl auch völlig reichen, wenn der 26-Jährige sich auf sein Kerngebiet beschränkt und in der Innenverteidigung für Ordnung sorgt. Mit seiner Art ist Werner laut Veljkovic beim Team direkt gut angekommen. Dieser sei "sehr souverän und ruhig". Vor dem Spiel habe es klare Ansagen gegeben und jeder auf dem Platz habe gewusst, was er machen muss. Zudem habe Werner gefordert, dass mit Mut hinten heraus gespielt werde. Am Ende ging der Plan auf, Werder holte drei ganz wichtige Punkte, um den Anschluss nach oben nicht zu verpassen. Und während das Team die Pflicht erfüllte, sorgte Veljkovic dieses Mal überraschend für die Kür.

Werders Veljkovic bekommt für Traumtor Glückwünsche aus aller Welt

Bild: Imago | Osnapix

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Autoren

  • Niklas Hons Volontär
  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. Dezember 2021, 18:06 Uhr