Werder-Ultras wollen gegen Bayern im Stadion schweigen

Um gegen die Zerstückelung des Spieltags zu protestieren, halten alle Bremer Ultra-Gruppen im Nord-Süd-Duell gegen Bayern München erst mal still – exakt 20 Minuten und 30 Sekunden.

In der Ostkurve im Weserstadion hängt ein Banner, welches zum Stimmungsboykott aufruft
Bild: imago | Nordphoto

"Ihr werdet von uns hören", hieß es in einem Statement der Fanszenen in Deutschland im Sommer, als der Dialog zwischen Verband und Fans aufgekündigt wurde. Damit gaben sie bekannt, die Kritik an DFL und DFB wieder vermehrt ins Stadion tragen zu wollen. Kern des Problems ist aus Fan-Sicht, dass die Interessen des Fußball nicht eben bei den Fans liegen, sondern bei Investoren und Geschäftspartnern.

Die Zerstückelung des Spieltags auf Freitags-, Samstags-, Sonntags- und Montagsspiele ist dabei ein Kernproblem für die Fans. Schon beim Auswärtsspiel gegen Freiburg zeigten Werder-Fans ein Banner, welches anprangerte, dass sie an einem Sonntag 700 Kilometer reisen müssen, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Werder Fans zeigen ein Banner, welches die lange Anreise nach Freiburg an einem Sonntag anprangert.
Bild: imago | ULMER Pressebilderagentur

"Gegen die Zerstückelung des Spieltags und dessen Logik"

Im Zuge des Protests werden die Fans am Sonnabend beim Heimspiel gegen Bayern München (15:30 Uhr) in den ersten 20 Minuten und 30 Sekunden schweigen. Hintergrund dafür ist das erste Montagsspiel der Saison am 3. Dezember zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen, das, wie bisher jedes Spiel am Montag, um 20:30 Uhr angepfiffen wird.

In einem Statement der Ultra-Gruppen Infamous Youth, Caillera, UltrA-Team Bremen und Intesa Verde heißt es: "Der Protest sollte sich allerdings nicht im konkreten Zusammenhang mit Montagsspielen erschöpfen, sondern die Spieltagszerstückelung und die ihr zu Grunde liegenden Logiken insgesamt in den Blick nehmen." Dass Vereine der ersten Liga sich erst kürzlich gegen Montagsspiele aussprachen, soll den Protest nicht verhindern: "Wir sehen in den jüngsten Absichtserklärungen der Vereine, die Montagsspiele abzuschaffen und durch etwaige Sonntagstermine ersetzen zu wollen, keinen Grund, unseren Protest auszusetzen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins: Der Tag, 29. November 2018, 23:30 Uhr