Gold für Falck: Werders Tischtennis-Ass ist Doppel-Weltmeister

Im Einzel kam für Mattias Falck das frühe Aus bei der WM in Houston. Doch im Doppel spielte der Schwede mit seinem besten Kumpel Kristian Karlsson ein furioses Turnier.

Und dann war es tatsächlich passiert. Aus, vorbei, gewonnen. Mattias Falck und Kristian Karlsson ließen ihre Tischtennis-Schläger zu Boden fallen, rissen die Arme in die Höhe und schrien ihre Freude durchs George R. Brown Convention Center in Houston.

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Der Jubel in der Halle explodierte und die beiden besten Kumpel fielen sich überglücklich in die Arme. Was die beiden Schweden da gerade geschafft hatten, passiert im Tischtennis gefühlt fast so selten wie ein Halleyscher Komet gesichtet wird: Falck und Karlsson hatten als erstes europäisches Doppel seit 1991 Gold bei einer Weltmeisterschaft gewonnen.

Wir hatten ein fantastisches Turnier und sind einfach nur glücklich.

Tischtennis-Profi Mattias Falck

3:1-Sieg gegen Woojin/Jonghoon

Die beiden schwedischen Tischtennisspieler Mattias Falck und Kristian Falck bejubeln ihren WM-Sieg im Doppel.
Mattias Falck (rechts) und Kristian Karlsson sind die besten Freunde und spielen beide in der Bundesliga. Bild: Imago | Bildbyran

Die beiden Bundesliga-Profis – Falck spielt für Werder Bremen, Karlsson mit Timo Boll bei Borussia Düsseldorf – hatten tatsächlich einen furiosen Wettbewerb abgeliefert und in ihren sechs Matches etliche Hochkaräter blass aussehen lassen. Und dabei nicht zuletzt den Weltranglistenersten Fan Zhendong in einem mitreißenden Viertelfinalmatch ausgeschaltet.

Im Finale gegen die Südkoreaner Jang Woojin und Lim Jonghoon dominierten Falck und Karlsson am Montag in Texas die ersten beiden Sätze, bis es enger wurde und die Schweden den dritten Durchgang abgaben. Doch wie schon in den Runden zuvor brillierten die beiden mit sehr smarter Taktik und energiegeladenem Kampfgeist. Sie blieben dran und mit 3:1 (11:8, 15:13, 11:13, 12:10) holten Falck und Karlsson schließlich das ersehnte Gold wieder nach Schweden.

Erstmals seit 1989 China nicht im Finale

Die schwedischen Tischtennisspieler Mattias Falck und Kristian Karlsson feiern mit ausgebreiteten Armen ihren WM-Sieg im Doppel.
Freude pur: Seit 30 Jahren hatte kein europäisches Doppel mehr WM-Gold geholt. Bild: Imago | Bildbyran

Vor 30 Jahren waren ihre Landsmänner Peter Karlsson und Thomas von Scheele zuvor die letzten gewesen, die den WM-Titel als Europäer gewinnen konnten.

Danach dominierte China nach Belieben. In diesem Jahr war es das erste Mal seit 1989, dass kein chinesisches Doppel im Finale stand.

Wir haben viele Jahre um diese erste Medaille bei der WM im Doppel gekämpft. Ich denke, wir passen super zusammen.

Tischtennis-Profi Mattias Falck

Und das ist kaum verwunderlich, denn die beiden sind die besten Freunde, kennen sich seit Jahren. Karlsson war Trauzeuge bei Falcks Hochzeit, ihre Vertrautheit wurde bei dieser WM nun ihr großes Plus. Wie auch Nationaltrainer Jörgen Persson in ihrer Ringecke – der schwedische Taktikfuchs wurde 1991 Weltmeister.

Falck schied als Vizeweltmeister früh aus

So traumhaft wie es im Doppel gelaufen war, hätte es sich Falck auch im Einzel in Houston erhofft. Der Weltranglistenzehnte war bei der letzten WM 2019 als erster Europäer seit 2003 ins Endspiel eingezogen, hatte erst gegen Ausnahmespieler Ma Long aus China verloren.

Damals war es das "Turnier meines Lebens", hatte Falck erzählt und hätte nur zu gerne den Lauf wiederholt. Dieses Mal endete die WM aber jäh in Runde zwei. Und stattdessen wurde sein talentierter 19-jähriger Landmann Truls Möregard der nächste Überraschungsfinalist von Houston.

Goldmedaille als Sherrif-Stern und Cowboy-Hut

Die schwedischen Tischtennisspieler Mattias Falck und Kristian Karlsson nach ihrem WM-Sieg im Doppel mit Pokal und Cowboy-Hüten beim Interview.
"Yee-haw": Falck (links) und Karlsson bekamen bei der Siegerehrung in Texas auch Cowboy-Hüte mit der Goldmedaille. Bild: Imago | Bildbyran

Doch die Goldmedaille im Doppel ist mehr als ein Trostpflaster für Falck, sie rundet ein Jahr mit einem Ausrufezeichen ab, das insgesamt nicht so gelaufen war, wie es sich der Schwede gewünscht hatte. Und neben seiner Silbermedaille von der letzten WM und den Bronzemedaillen der Europameisterschaften aus dem Sommer wird die goldene im neuen Zuhause in Halmstad sicherlich einen besonderen Platz bekommen.

Auch wenn es sich die Gastgeber aus Texas nicht verkneifen konnten, die Goldmedaille in Form eines Sherrif-Sterns zu schmieden – und ganz klischeegetreu einen Cowboyhut bei der Siegerehrung zu reichen. Aber "Yee-haw" fasste ihren Triumph von Houston dann irgendwie doch gut zusammen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 30. November 2021, 7 Uhr