Chaos bei der Tischtennis-WM – und frühes Aus für Falck

Audio vom 25. November 2021
Tischtennis-Profi Mattias Falck erwartet bei der WM-Partie gegen Alexandre Cassin konzentriert dessen Aufschlag.
Bild: DPA | Per Hällström
Bild: DPA | Per Hällström

Erstmals trifft sich die Weltelite in den USA, doch rund läuft organisatorisch in Houston wenig. Auch bei Werders Vizeweltmeister Mattias Falck gibt es großen Frust.

Eigentlich hatte der Tag im George R. Brown Convention Center im texanischen Houston richtig gut für Mattias Falck begonnen. Mit seinem besten Kumpel Kristian Karlsson, der auch sein Trauzeuge bei seiner Hochzeit gewesen ist, lieferte Falck eine starke Auftaktleistung im Doppel ab. Die beiden Schweden bezwangen das brasilianische Duo aus Gustavo Tsuboi und Thiago Monteiro mit 3:0, das tat gut fürs Selbstvertrauen.

Doch sieben Stunden später sah die Tischtennis-Welt für Falck ganz anders aus, sie lag direkt nach der zweiten Runde in Scherben. Als amtierender Vizeweltmeister hatte sich der 30-Jährige so viel vorgenommen und gehofft, dass sich "das Turnier seines Lebens" in Houston wiederholen könnte. Doch statt dem erneuten Finaleinzug ist die WM im Einzel für Falck schon vorbei, bevor sie richtig angefangen hat.

"Hat der andere einen Super-Tag, ist es vorbei"

Die schwedischen Tischtennisspieler Mattias Falck und Kristian Karlsson in Aktion im Doppel bei der WM.
Starker Auftakt im Doppel: An der Seite von Kristian Karlsson (links) gewann Mattias Falck mit 3:0. Bild: Imago | Bildbyran

Falck hatte gewusst, was auf ihn zukommt. Dass es bei einer Tischtennis-WM eben keine leichten Gegner gibt. Dass hinter der Dominanz der Chinesen die Leistungsdichte bei den Männern inzwischen so eng ist, dass "von Platz fünf bis 50 nur Kleinigkeiten entscheiden", sagte der Weltranglistenzehnte vorab im Gespräch mit dem Sportblitz: "Wenn man okay spielt, der andere aber einen Super-Tag hat, ist es vorbei."

Der 1,88 Meter große Schwede, der seit 2019 für Werder Bremen in der Bundesliga antritt, spielte am Mittwochabend in seiner ersten Partie nach einem Freilos mehr als okay gegen Alexandre Cassin, aber nicht gut genug in den wichtigen Momenten. Es wurde ein packender Schlagabtausch in sieben umkämpften Sätzen, die Falck gegen den Franzosen mit 3:4 (11:7, 11:6, 5:11, 15:17, 10:12, 11:8 und 7:11) kaum knapper hätte verlieren können.

Hoffnung auf die WTT-Finals

Tischtennis-Profi Mattias Falck im WM-Spiel gegen Alexandre Cassin bei einem Vorhand-Schmetterball.
Mattias Falcks Power-Vorhand funktionierte in der zweiten Runde zu selten. Bild: Imago | Bildbyran

Es soll in diesem Jahr wohl einfach nicht sein für Falck, der sich lange mit Kniebeschwerden herumgeplagt hatte und bei den Großereignissen im Sommer wie den Olympischen Spielen in Tokio nicht in Bestform war. Nun bleibt Falck noch die Hoffnung auf den Doppel-Wettbewerb in Houston und in der kommenden Woche die WTT-Finals in Singapur, um um Medaillen mitzukämpfen. Bei allem Frust über das frühe Aus bleibt Falck nun zumindest das Duell in der nächsten Runde gegen Kumpel Karlsson erspart.

Beim Vizeweltmeister lief es zwar nicht rund, aber bei der Organisation der WM läuft es deutlich schlechter. Erstmals in der 95-jährigen Historie wird sie auf dem amerikanischen Kontinent ausgetragen und von Beginn an traten Probleme auf. Wegen des mit lediglich 40 Minuten pro Match zu eng getakteten Spielplans mussten Aktive an vielen Tischen übermäßig lange auf ihre Einsätze warten. Elektronische Zählgeräte fielen aus oder konnten von den Schiedsrichtern nicht fachgerecht bedient werden.

Sicht versperrt, Liveticker blockiert

Auch Zuschauer waren von Organisationsfehlern betroffen. Ergebnisbildschirme in den Boxen waren für Zuschauer nicht einsehbar und an anderen Stellen schon aus der zweiten Reihe nicht mehr oder nur mit Ferngläsern zu erkennen. Zudem versperrten überdimensionale Resultatstafeln Besuchern mitunter die Sicht auf das Spielgeschehen. Darüber hinaus sorgten Blockaden der Streaming-Übertragungen und des Livetickers in mehreren Ländern massenhaft für Beschwerden bei den nationalen Verbänden. Aus den Reihen des DTTB hält man vieles in Houston nicht für WM-reif

Wir haben sehr spät den Zeitplan mit den Ansetzungen der Spiele unserer Aktiven bekommen. Es ist ärgerlich, dass diese Kinderkrankheiten zu WM-Beginn aufgetreten sind. Optimal ist das nicht gewesen.

DTTB-Sportdirektor Richard Prause

Tischtennis-WM: Werders Vizeweltmeister Falck will Gold

Video vom 23. November 2021
Tischtennis-Vizeweltmeister Mattias Falck zeigt seine Silbermedaille in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 25. November 2021, 12 Uhr