Werders Tischtennis-Team verliert glatt gegen Düsseldorf

Ohne Zuschauer fehlte den Bremer Bundesligisten beim Heimspiel der entscheidende Rückhalt. Im Duell mit der Rekordmeister Borussia setzte es am Sonntag ein 0:3.

Mattias Falck tief heruntergebeugt und konzentriert vor dem Aufschlag.
Hat seine Topform noch nicht gefunden: Werders Vizeweltmeister Mattias Falck. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Es hätte eigentlich ein Tischtennis-Krimi werden sollen am Sonntagnachmittag. Ein Duell im kleinen Hexenkessel der Klaus-Dieter-Fischer-Halle, mit 1.000 Werder-Fans auf der Tribüne, die ihre "Fantastischen Vier" gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf zum Sieg peitschen würden. Doch es kam anders. Aufgrund der erhöhten Corona-Fallzahlen in Bremen mussten die Tischtennis-Asse von Werder Bremen ohne Publikum die schwierige Aufgabe bewältigen – und unterlagen glatt mit 0:3.

Glatt zumindest vom Endergebnis her. "Ich hatte heute auch ein bisschen Glück", gab Düsseldorfs Kristian Karlsson hinterher zu und tatsächlich standen alle drei Partien auf der Kippe. Aber der "5. Mann" war eben nicht da. "Gegen so eine Mannschaft muss man von außen Druck aufbauen", bedauerte Werders Teammanager Sascha Greber: "Gerade in den engen Momenten, wo es 9:9 stand, hätten die Fans sehr geholfen."

Falck unterliegt seinem Trauzeugen

So aber blieb es beim bemühten Applaus der Werder-Helfer, die nach jedem Satz eifrig jeden einzelnen der Spielbälle akribisch desinfizierten. Werders schwedischer Topstar Mattias Falck erwischte den etwas schlechteren Tag gegen seinen besten Kumpel und Trauzeugen Karlsson und unterlag mit 1:3. "Er war einfach etwas besser heute", sagte Falck im Gespräch mit dem Sportblitz, "wir kennen uns so gut, aber ich habe heute zu viele Fehler gemacht".

Düsseldorf war ohne seinen Star Timo Boll angereist, der weiterhin pausiert, doch mit Anton Källberg, vertrat ihn ein weiterer Schwede als Nummer eins ganz souverän. Doch im zweiten und dritten Durchgang gegen Kirill Gerassimenko war es extrem eng geworden, der Kasache war jeweils auf 9:9 herangekommen – doch ohne den Lärm der Fans blieb Källberg eben ganz cool und gewann mit 3:0.

Spiel gegen Grenzau vor Absage

Hunor Szöcs erging es dann im dritten Einzel ähnlich. Mit 12:10 erkämpfte sich der Rumäne den ersten Durchgang und er weckte die Hoffnung bei den Bremern, das Duell mit Düsseldorf noch drehen zu können. Jeder Satz war umkämpft, doch in den entscheidenden Schlussmomenten behielt Borusse Ricardo Walther doch die Oberhand und gewann mit 3:1.

Für Werder ist es damit die dritte Niederlage im vierten Spiel der neuen Saison, richtig in Tritt sind die Bremer noch nicht gekommen. "Ich merke schon, dass mir noch etwas die Matchpraxis fehlt", sagte Falck. Der Weltranglistenneunte ist es gewohnt, Woche für Woche zu spielen, Corona hat ihn wie alle anderen ausgebremst. Und rund wird es erst einmal nicht weiterlaufen: Durch einen positiven Corona-Fall beim TTC Zugbrücke Grenzau wird die Partie am kommenden Donnerstag voraussichtlich nicht stattfinden. Von Rhythmus ist die Tischtennis-Bundesliga noch ein Stück weit entfernt.

SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 0:3

Mattias Falck – Kristian Karlsson 1:3 (6:11, 11:6, 4:11, 7:11)
Kirill Gerassimenko – Anton Källberg 0:3 (4:11, 9:11, 9:11)
Hunor Szöcs – Ricardo Walther 1:3 (12:10, 9:11, 10:12, 8:11)

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 11. Oktober 2020, 19:30 Uhr