Bittere 2:3-Schlappe: Werder hinkt beim Tischtennis-Auftakt

Video vom 22. August 2021
Werders Tischtennis-Doppel Hunor Szöcs und Marcello Aguirre deprimiert beim Seitenwechsel.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Vorzeichen standen für den Bremer Bundesligisten eher schlecht nach Corona-Fall und Verletzungssorgen. Dennoch hatte Werder den Sieg in Grenzau auf dem Schläger.

Gut sah es wirklich nicht aus. Hunor Szöcs humpelte zum Schluss nur noch an der Platte, seine Schmerzen im linken Knie waren unübersehbar. So ging es bei Werder im Duell mit TTC Zugbrücke Grenzau am Sonntag im ersten Einzel direkt mit der Niederlage los. So hatte sich der Bremer Bundesligist den Saisonauftakt nicht erhofft.

Drei Stunden später stand Szöcs wieder an der Platte, mit Tapeverband am Knie und fit gemacht für das entscheidende Doppel – mit Hilfe des Grenzauer Physiotherapeuten. Zunächst sah es aus, als wäre die hilfsbereite Aktion ein Bärendienst gewesen, denn Szöcs und Marcello Aguirre preschten mit schneller 2:0-Führung dem Sieg für Werder entgegen. Doch es kam anders. Szöcs spielte weiter mit Schmerzen und die Überrumpelungstaktik reichte nicht bis zum Schluss.

Nächster Dämpfer für Werder

Was die Faszination des Sports ausmacht, dass ein Team, das scheinbar schon ernüchtert und geschlagen ist, plötzlich wieder quicklebendig und bissig zurückkommt, wurde Werder am Sonntag dann zum Verhängnis. Angetrieben von den Grenzauer Fans in der Halle drehten Cristian Pletea und Jiaji Wu Zhang dieses Doppel noch, die angeknockten Bremer kämpften mit immer stumpferen Waffen. So holte Grenzaz mit dem 3:2-Sieg auch den entscheidenden Punkt für den 3:2-Gesamterfolg gegen Werder.

Wir mussten heute zwei Schläge verkraften: Dass Kirill nicht da sein konnte und dann den Schlag, den Hunor aufs Knie bekam. Wir sind enttäuscht, denn trotz allem hatten wir heute viele Chancen, gegen Grenzau zu gewinnen.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Frust pur dagegen bei den Männern von Trainer Cristian Tamas. Und Rückschläge hatten sie zuletzt schon genug einstecken müssen. Die Nummer zwei im Team, Kirill Gerassimenko, wurde positiv auf Corona getestet und ist in Quarantäne. Zudem war durch die Olympischen Spiele die Vorbereitung nicht ganz einfach, zumal besonders Werders Topstar Mattias Falck ohne Erfolgserlebnis aus Tokio zurückkehrte.

Falck unterliegt im Top-Duell

Tischtennis-Profi Mattias Falck schaut beim Aufschlaf konzentriert auf den Ball in der Luft.
Werders Topstar Mattias Falck gewann seine erste Partie, kassierte gegen Patrick Baum jedoch eine Niederlage. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Und dann waren da noch die ein oder anderen Wehwehchen, die die Bremer Spieler mit sich herumschleppten. Dafür funktionierte in Grenzau jedoch der Teamgeist. Falck zeigte im zweiten Einzel nach leichten Startschwierigkeiten eine souveräne Leistung beim 3:1-Sieg gegen Zhang.

Anschließend brachte Aguirre Werder mit einem starken 3:1-Erfolg gegen Cristian Pletea mit 2:1 in Führung. Nun brauchte nur noch Falck sein Duell der beiden Topspieler gegen Patrick Baum zu gewinnen - doch das gelang dem schwedischen Weltranglistenneunten einfach nicht. Die Partie rutschte dem 29-Jährigen im vierten Satz aus der Hand, Falck unterlag mit 1:3.

Das Doppel sollte es richten, doch nun ist der kleine Fehlstart in die neue Saison perfekt, in der alles besser werden sollte als in der vergangenen. Am Mittwochabend geht es für Werder direkt weiter mit dem Heimspiel gegen Neu-Ulm. Zum Wundenlecken bleibt also nicht lange Zeit.

TTC Zugbrücke Grenzau – SV Werder Bremen 3:2

Patrick Baum – Hunor Szöcs 3:1 (6:11, 11:7, 11:9, 11:3)
Wu Jiaji Zhang – Mattias Falck 1:3 (11:4, 9:11, 5:11, 3:11)
Cristian Pletea – Marcelo Aguirre 1:3 (7:11, 16:14, 8:11, 9:11)
Patrick Baum – Mattias Falck 3:1 (8:11, 11:8, 11:6, 13:11)
Wu Jiaji Zhang/Cristian Pletea – Marcelo Aguirre/Hunor Szöcs 3:2 (9:11, 2:11, 11:8, 12:10, 11:6)

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 22. August 2021, 19:30 Uhr