Werders Tischtennis-Assen geht gegen Düsseldorf die Puste aus

Es war die zweite schwere Partie innerhalb von drei Tagen für Werders Tischtennis-Team um Vizeweltmeister Falck – da fehlte am Ende die Frische und etwas Glück.

Mattias Falck streckt sich weit aus, um einen Vorhandball zu erreichen.
Ein Sieg, eine Niederlage: Für Werders Vizeweltmeister Mattias Falck war es ein durchwachsener Tag gegen Borussia Düsseldorf. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Ballwechsel wollte schier kein Ende nehmen. In irrwitzigem Tempo knallten Mattias Falck und Anton Källberg ihre Schläge über die Platte – doch plötzlich ein Schreckmoment. Falck rutschte mit seinen fast 1,90 Metern plötzlich weg und musste mit seinen langen Beinen extrem in den Ausfallschritt.

Schmerz durchzuckte das Gesicht des 28 Jahre alten Schweden, der sich auf den Boden kniete und dort kurz verharrte. Die mehr als 500 Zuschauer in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle bangten, denn Werders Topstar hatte bereits ein grünes Kinesiotape an seinem rechten Oberschenkel. Doch Falck rappelte sich auf.

"Schmerzen gehören dazu"

"Es hat in dem Moment schon wehgetan", meinte Werders Vizeweltmeister später im Gespräch mit buten un binnen: "Aber es ist nichts Schlimmes. Ich habe am Freitag ein paar unglückliche Bewegungen gemacht, daher habe ich leichte Schmerzen im rechten Oberschenkel. Aber das gehört eben dazu." Für die besten Tischtennisspieler wie Falck wird der Turnierkalender langsam zur Tortur.

Bereits am Freitagabend hatte Werder eine hart umkämpfte Partie gegen Verfolger Ochsenhausen mit 3:2 gewonnen, nur anderthalb Tage später ging es am Sonntagnachmittag in heimischer Halle gegen den Tabellenzweiten aus Düsseldorf weiter – dieses Mal mit nicht so gutem Ausgang: Werder verlor mit 1:3.

Zwei so schwere Spiele innerhalb von drei Tagen, die lange Reise am Freitagabend. Es hat ein bisschen die Frische heute gefehlt. Nichtsdestotrotz waren es viele knappe Spiele und knappe Sätze. Es wäre schön gewesen, wenn wir ins Doppel gekommen wären.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit buten un binnen

Falck unterliegt Källberg erneut

Denn das Duo aus Marcelo Aguirre und Hunor Szöcs hatte gegen Ochsenhausen noch den entscheidenden Punkt für die Bremer geholt, doch am Sonntag bekamen sie keine Gelegenheit dazu. Falck unterlag seinem jungen Landsmann Källberg im Duell der Nummer-eins-Spieler wie schon im Pokalspiel in fünf Sätzen, damit war Werders Niederlage besiegelt.

Das ist ein schwerer Gegner für mich, ich habe jetzt zweimal im fünften Satz gegen ihn verloren. Sein Aufschlag machte mir Probleme, er hat da vier, fünf Varianten und ich kann den schwer lesen. Ich hätte besser returnieren müssen, am Ende sind die Punkte zu schnell weggelaufen.

Werders Vizeweltmeister Mattias Falck im Gespräch mit buten un binnen

Schon im ersten Match des Tages tat sich Falck schwer, Omar Assar schnappte sich im Eiltempo die ersten beiden Durchgänge. Der Ägypter hatte vor zwei Jahren für Werder gespielt, ein ähnlich hochgewachsener und athletischer Typ wie Falck. "Er spielt ein bisschen anders", meinte Falck nach dem knappen 3:2-Sieg über Assar, "und es ist mir schwergefallen, mich auf seine Tempowechsel einzustellen. Dann habe ich meinen Aufschlag etwas umgestellt und es ging besser."

Werder als Vierter weiter mit Playoff-Chance

Dennoch ärgerte sich der Weltranglistenachte über die verpasste Chance – denn Düsseldorf war ohne seine Topspieler Timo Boll und Kristian Karlsson nach Bremen gereist. Werder hatte am Freitag den dritten Tabellenplatz von Ochensenhausen erobert und hätte mit einem Sieg über Düsseldorf die Playoffs bereits so gut wie sicher gehabt. "Wir hatten eine gute Chance heute", bedauerte Falck. "Kristian war krank, Timo nicht dabei – aber sie haben die beiden ja nicht gebraucht."

Werder hat aber dennoch weiterhin gute Chancen auf die Playoffs: Als Vierter haben die Bremer vier Punkte Vorsprung auf Platz fünf und das bei vier verbleibenden Bundesliga-Spieltagen. "Wir können es noch schaffen", meinte Falck, "aber alles ist sehr eng, und es gibt in dieser Saison viele starke Mannschaften."

SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 1:3

Mattias Falck – Omar Assar 3:2 (7:11, 8:11, 12:10, 11:9, 11:9)
Kirill Gerassimenko – Anton Källberg 0:3 (10:12, 10:12, 10:12)
Hunor Szöcs – Ricardo Walther 1:3 (10:12, 7:11, 11:8, 9:11)
Mattias Falck – Anton Källberg 2:3 (8:11, 11:1, 11:8, 4:11, 8:11)

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 13. Januar 2020, 23:30 Uhr