Tischtennis-Sensation bleibt aus: Werder scheitert im Pokal

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Bremer Bundesligist war als Außenseiter nach Saarbrücken gefahren – aber Werder kämpfte, unterlag jedoch mit 1:3. Der Tabellendritte zieht nun in die Final-Four ein.

Es hatte am Ende dann doch nicht geklappt, wie es sich Werder-Trainer Cristian Tamas erhofft hatte. Als "krasser Außenseiter" war seine Mannschaft am Montag beim 1. FC Saarbrücken TT im Pokal-Viertelfinale angetreten und hatte auf eine Sensation spekuliert.

Denn wenn man so gar nichts zu verlieren hat wie der Tabellenneunte aus Bremen, dann spielt es sich manchmal befreiter und es gelingen eben auch im Tischtennis-Pokal mal kleine und große Überraschungen. Doch es sollte nicht sein.

Man hat gesehen, dass Saarbrücken eine Mannschaft in Topform ist, die nächste Woche in der Champions League spielen. Aber wir haben sehr gut dagegen gehalten, das waren starke Spiele der Jungs. Sie haben alles gegeben.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Werder erzwingt beinahe das Doppel

Allerdings schwang reichlich Erleichterung beim Saarbrücker Team mit, als man dann endlich mit den Fans in der Halle die kleine "La Ola" starten konnte – denn Werder hatte den Favoriten ganz schön ins Schwitzen gebracht.

Und nicht viel hatte gefehlt, dann hätte Kirill Gerassimenko die Bremer noch ins Entscheidungsdoppel geführt. Im fünften Satz unterlag der Kasache Darko Jorgic jedoch mit 5:11, dann war es vorbei. Aus der Traum vom Final-Four-Turnier der letzten vier Pokal-Teams.

Tamas setzt Gerassimenko an Position eins

So frustrierend das Aus für die Bremer auch war, sie hatten sich sehr ordentlich verkauft gegen den formstarken Tabellendritten. Und das war nicht selbstverständlich, schließlich war das Werder-Team am Sonntagabend mit der frustrierenden 2:3-Niederlage in der Liga aus Bad Königshofen nach Saarbrücken angereist. Und diese Enttäuschung kaum 24 Stunden später abzuschütteln, war nicht leicht.

Tamas hatte seine Aufstellung gegen Saarbrücken umgestellt. Den Weltranglistenneunten Mattias Falck setzte er an Position zwei, damit der schwedische Vizeweltmeister gegen Jorgic im ersten Einzel antreten würde.

Falck kann Jorgic erneut nicht packen

Falck hatte den Weltranglisten-23. bei den Europe-Top-16 geschlagen, aber zuletzt in der Bundesliga mit 1:3 verloren. Und wieder wurde es ein enges Match zwischen den beiden. Falck startete sehr souverän und punktete immer wieder mit seiner gefürchteten Vorhand.

Jorgic aber stellte nach dem Satzverlust um und spielte vermehrt kurze Bälle, mit denen Falck nicht gut zurecht kam und die ihm die Power seiner Schläge nahmen. Eng blieb es bis zum Schluss, aber Falck gelang der Satzausgleich nicht mehr. Wieder musste sich der 30-jährige Schwede mit 1:3 geschlagen geben, und Werder lief dem 0:1-Rückstand hinterher.

Sieg von Szöcs hält Werder im Spiel

Werders Tischtennis-Profi Hunor Szöcs konzentriert bei einem kraftvollen Rückhandschlag.
Hat den Bann endlich gebrochen: Werders Hunor Szöcs ist in dieser Saison noch ohne Sieg gewesen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dann war es an Gerassimenko als nominelle Nummer eins gegen Patrick Franziska zu gewinnen. Und auch der Kasache lieferte dem Team-Silber-Gewinner aus Tokio einen guten Kampf. Aber wie schon gegen Bad Königshofen gelingt es den Bremern momentan nicht, die knappen Spielstände für sich zu entscheiden. Gerassimenko unterlag ebenfalls mit 1:3.

Die Zeichen standen auf ein schnelles Aus, schließlich wartet Werders Nummer drei Hunor Szöcs seit mittlerweile anderthalb Spielzeiten auf einen Sieg – dieses Mal gelang er plötzlich. Szöcs behielt die Nerven und bezwang Tomas Polansky tatsächlich mit 3:2 und mit 11:9 im entscheidenden Satz. Werder war wieder im Spiel – hatte aber Ende dann wieder nicht das nötige Glück. Die Bremer warten weiter auf den dringend ersehnten Befreiungsschlag.

Das Ergebnis: 1. FC Saarbrücken TT – SV Werder Bremen 3:1

Darko Jorgic – Mattias Falck 3:1 (5:11, 11:4, 11:7, 11:8)
Patrick Franziska – Kirill Gerassimenko 3:1 (11:9, 7:11, 11:9, 11:7)
Tomas Polansky – Hunor Szöcs 2:3 (11:7, 9:11, 11:5, 8:11, 9:11)
Darko Jorgic – Kirill Gerassimenko 3:2 (6:11, 11:8, 9:11, 11:7, 11:5)

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. November 2021, 18:06 Uhr