Achterbahnfahrt nach der Ochsentour: Werder beißt sich durch

Erst im 5. Satz im 5. Spiel fiel am späten Freitagabend die Entscheidung für Werder im Tischtennis-Duell mit Grünwettersbach. Es war kein Abend für schwache Nerven.

Hunor Szöcs konzentriert vor dem Aufschlag vorgebeugt zur Tischtennisplatte.
Hatte am Ende die stärkeren Nerven: Werders Hunor Szöcs (Bild) gewann mit seinem Partner Marcello Aguirre das entscheidende Doppel in fünf Sätzen. Bild: BeLa Sportfoto

Nach über drei Stunden fiel Marcello Aguirre auf die Knie, packte die Jubel-Säge aus und schrie seine Freude durch die kleine Halle im Karlsruher Südwesten heraus. Hunor Szöcs klatschte seinen Partner tief erleichtert ab, auf der Werder-Bank waren sie längst aufgesprungen. Was für einen packenden Tischtennis-Krimi hatten die Bremer am Freitagabend gegen Grünwettersbach durchlebt – und ihn mit 3:2 im letzten Moment noch gewonnen.

"Wahnsinnsspiel", bilanzierte Werder-Trainer Cristian Tamas: "Es war ein toller Kampf an einem Abend, der keinen Verlierer verdient hat." Doch am Ende war Tamas natürlich froh, dass der knappe Sieg seine Mannschaft auf den fünften Tabellenplatz gehievt hatte. Besonderes Lob gebührte dabei Kirill Gerassimenko, der als Nummer drei die Bremer nach dem 0:2-Rückstand wieder ins Spiel brachte.

Falck hat nach Asien-Ochsentour zu kämpfen

Für Werders Topstar Mattias Falck war es dagegen ein Kraftakt nach der vierwöchigen Ochsentour in Asien. Erst am Dienstag war der Schwede von Hong Kong nach Hause in Halmstad angekommen, musste sich auf Corona testen lassen, um dann am Donnerstag direkt nach Karlsruhe fahren zu dürfen. Mit Jetlag in den Knochen hatte der Weltranglistenachte in seinem ersten Spiel gegen Tobias Rasmussen sichtlich zu kämpfen. Er biss sich sich bis in den fünften Satz, vergab dort aber noch die komfortable Führung – Rasmussen holte sich sieben Punkte in Folge und den 3:2-Sieg.

Im Topspiel steigerte sich Falck dann deutlich, rang Wang Xi mit 3:1 nieder und bescherte Werder den 2:2-Ausgleich. Und dort war auf das Bremer Erfolgsdoppel der vergangenen Saison wieder Verlass – wenn auch mit Zittern bis zum Schluss.

ASV Grünwettersbach – SV Werder Bremen 2:3

Wang Xi – Marcelo Aguirre 3:1 (9:11, 11:4, 11:7, 11:7)
Tobias Rasmussen – Mattias Falck 3:2 (11:8, 8:11, 17:15, 9:11, 11:9)
Dang Qiu – Kirill Gerassimenko 1:3 (7:11, 5:11, 11:4, 8:11)
Wang Xi – Mattias Falck 1:3 (8:11, 11:6, 5:11, 4:11)
Dang Qiu/Tobias Rasmussen – Marcelo Aguirre/Hunor Szöcs 2:3 (12:10, 12:14, 5:11, 11:7, 9:11)

Werders Tischtennis-Coach Tamas: "Jedes Ergebnis ist möglich"

Video vom 29. November 2020
Werder-Trainer Cristian Tamas nach dem Sieg seines Tischtennis-Teams über Neu-Ulm im Interview.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 5. Dezember 2020, 19:30 Uhr