Erster Mitfavorit raus: Ovtcharov verliert Auftakt-Krimi

Dass die Besten der Besten im Tischtennis bei den German Open in Bremen am Start sind, zeigte sich gleich in der erste Runde: Es erwischte die deutsche Nummer zwei.

Dimitrij Ovtcharov mit verkniffenem Gesichtsausdruck und abgespreiztem Arm beim Vorhandschlag.
Bittere Auftaktniederlage: Der Weltranglistenzwölfte Dimitrij Ovtcharov hatte bereits das erste Duell mit Yu Ziyang mit 3:4 verloren. Bild: Imago | Revierfoto

Die Zuschauer in der Bremer Stadthalle probierten noch einmal alles. Sie klatschten und feuerten Dimitrij Ovtcharov frenetisch an, der in dieser ersten Runde der German Open mit dem Rücken zur Wand stand. An Tisch Nummer eins ging der Krimi in die heiße Phase und Ovtcharov lag im siebten und entscheidenden Satz mit 3:7 zurück. Der Weltranglistenzwölfte ließ sich von den Zuschauern tragen, kämpfte sich auf ein 7:7 heran. Alles schien wieder offen. Doch der 21 Jahre alte Yu Ziyang aus China hatte ihn schon vor einem Jahr bei den Australian Open in sieben Sätzen bezwungen. Der Linkshänder liegt Ovtcharov einfach nicht. Er machte nur noch einen Punkt, unterlag am Ende mit 11:7, 10:12, 9:11, 7:11, 12:10, 11:6 und 8:11.

Für den zweimaligen Europameister und zweitbesten deutschen Tischtennisspieler ist das frühe Aus bei einem der sechs Platinum-Turniere der World Tour, bei denen besonders viele Weltranglistenpunkte vergeben werden, eine Enttäuschung. Yu Ziyang war zwar über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen, doch der Chinese war der Beweis, wie hochklassig die German Open in diesem Jahr besetzt sind. Für Patrick Franziska, den Weltranglisten-15., lief es am Donnerstagabend besser. Der 27-Jährige bezwang den Werder-Profi Kirill Gerassimenko mit 4:0 (11:7, 11:5, 11:6, 12:10). Auch Europameister Timo Boll gewann sein erstes Spiel und das erst gegen 22:30 Uhr. Der Weltranglistensiebte besiegte den Chinesen Zhou Qihao mit 4:2 (11:9, 11:9, 13:11, 3:11, 7:11, 11:4). Der 38-Jährige bekommt es im Achtelfinale am Freitag mit dem Olympia-Dritten Jun Mizutani aus Japan zu tun. Boll war erleichtert, dass er die Partie nach einer 3:0-Satzführung doch noch nach Hause gebracht hatte.

Ich bin froh, die Partie im sechsten Satz als Sieger beendet zu haben. Meine Kräfte schwanden und die Partie wurde für mich härter und härter. Es war ein sehr hochklassiges Spiel. Jetzt bin ich super zufrieden, das Achtelfinale erreicht zu haben.

Tischtennis-Europameister Timo Boll

Boll und Franziska kampflos im Doppel weiter

Timo Boll fixiert den Ball mit den Augen beim Aufschlagwurf.
Etwas Mühe in Runde eins: Europameister Timo Boll. Bild: Imago | Kirchner-Media

Bereits am Vormittag durften sich Boll und Franziska freuen: Im Doppel zogen sie kampflos ins Viertelfinale ein, da ihre ihre japanischen Gegner Masataka Morizono und Maharu Yoshimura nicht antreten konnten. Der Grund: Yoshimura war kurzfristig erkrankt. Das derzeit beste deutsche Doppel trifft am Freitag auf die starken Chinesen Fan Zhendong und Lin Gaoyuan.

Im Mixed schied Franziska mit Partnerin Petrissa Solja dagegen schon in der Runde der besten 16 aus. Die WM-Dritten unterlagen dem japanischen Duo Tomokazu Harimoto und Hina Hayata. Franziska mochte die 1:3-Niederlage kaum glauben

So ein Spiel habe ich in meinen Leben selten erlebt. Wir führen 10:3 im zweiten Satz, anschließend noch 7:1 sowie 10:7 im dritten Durchgang und verlieren beide Sätze. Gefühlt waren wir eine Klasse besser als Hayata/Harimoto. Wir haben den Vorsprung aber nicht nach Hause gebracht.

Tischtennis-Profi Patrick Franziska

Für Solja folgte am Donnerstagabend ein weiterer Dämpfer. Im Einzel schied die bestplatzierte deutsche Spielerin (21) in der ersten Runde gegen die Südkoreanerin Jeon Jihee mit 2:4 aus (1:11, 7:11, 12:10, 11:6, 7:11, 15:17).

Die Tischtennis-Weltelite trifft sich bei den German Open in Bremen

Zu sehen sind mehrere Tischtennis Spieler, die gerade am Tischtennisspielen sind in einer Halle.

Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Oktober 2019, 18:06 Uhr