5 Dinge, die Sie zu den German Open in Bremen wissen sollten

China gegen den Rest der Tischtennis-Welt, ein Babypausen-Comeback und ein rundes Jubiläum: Wir machen zum Start der Hauptrunde den Check für das Turnier in Bremen.

Blick aus der Vogelperspektive auf den Tisch beim Spiel zwischen Hunor Szöcs und Tiago Apolonia.
Beste Sicht auf die Platte: Ab Donnerstag kämpfen bei den Damen und Herren jeweils die besten 32 Profis um den Einzug ins Achtelfinale. Bild: Imago | Eibner

1 Es wird gefeiert: 20 Jahre German Open

2019 ist ein Jubiläumsjahr, vor 20 Jahren wurden die ersten German Open austragen – ebenfalls in Bremen. Insgesamt ist es die 19. Auflage und die bisher achte in der Hansestadt. Schon damals beim Debüt war das Turnier mit internationalen Topstars gespickt. Aber es waren andere Zeiten. Die Spiele am ersten Tag dauerten bis nachts um eins, Shuttlebusse waren im Dauereinsatz, um die Teilnehmer in die entlegenen Hotels zu chauffieren und da das Internet noch nicht en vogue war, mussten Helfer jedem Spieler nachts Zettel mit dem Spielplan unter der Hotelzimmertür durchschieben. Damals war Timo Boll erst 18 Jahre alt und verlor gegen den Rumänen Adrian Crisan, der von 2010 bis 2015 bei Werder Bremen spielte.

2 Der Rest der Welt gegen Chinas Asse

Das Teilnehmerfeld in Bremen ist weltmeisterschaftsreif. 18 der aktuellen Top 20 der Herren haben für die German Open gemeldet. Von den Top 50 sind 45 Herren vertreten. Die Qualität des Feldes bei den Damen ist ebenfalls beeindruckend. 15 der Top 20 treten in Bremen an, ausgenommen vier chinesische Spielerinnen um Olympiasiegerin Ding Ning. Aus den Top 50 fehlen nur zehn Spielerinnen. Bei den Damen und den Herren heißt aber wie immer das Motto: China gegen den Rest der Welt.

3 Bester Deutscher 2018: Patrick Franziska

Im vergangenen Jahr blieb Patrick Franziska der einzige, der es bei den German Open mit den Assen aus Asien aufnehmen konnte und schaffte es zumindest ins Halbfinale. Und dem 27-Jährigen hat dieser Coup viel Selbstvertrauen gegeben, Franziska hat sich seither in den Top 20 der Weltrangliste etabliert. Aktuell steht er auf Rang 15 und ist damit drittbester Deutscher hinter Timo Boll (7) und Dimitrij Ovtcharov (12). Mit seinen Leistungen konnte sich Franziska auch bei der Konkurrenz aus China Respekt verschaffen.

Erst einmal konzentriere ich mich nur auf das Match gegen den Qualifikanten, dann sehen wir weiter. Aber ich würde mich natürlich riesig freuen, bei den German Open in Bremen ähnlich gut und erfolgreich zu spielen wie 2018. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg.

Tischtennisprofi Patrick Franziska

4 Steiniger Weg ins Halbfinale

Das deutsche Top-Trio startet am Donnerstagabend in die Hauptrunde. Boll trifft zunächst auf den Chinesen Zhou Qihao, die Nummer 76 der Welt. Der zweimalige Europameister Ovtcharov muss es mit Yu Ziyang aus China aufnehmen. Franziska bekommt es mit Lokalmatador Kirill Gerassimenko zu tun, der Kasache spielt für Werder Bremen in der Bundesliga. Leicht sind diese Auftakthürden allesamt nicht. Der Weg danach in ein mögliches Halbfinale wird aber noch schwieriger. Sollte Boll ein mögliches Viertelfinale gegen den Weltranglistenzweiten Fan Zhendong gewinnen und Ovtcharov Japans Wunderkind Tomokazu Harimoto bezwingen, würde ein Halbfinale Boll-Ovtcharov warten. Sollte Franziska erneut die Vorschlussrunde erreichen, würde dort wohl der Weltranglistenerste Xu Xin aus China warten.

5 Frauenpower und Comeback nach Babypause

Shan Xiaona hat es durch die Quali ins Hauptfeld geschafft. Der 36 Jahre alten Deutschen mit chinesischen Wurzeln ist damit ein starkes Comeback nach ihrer Babypause gelungen. Derzeit wird die Berlinerin auf Platz 96 geführt, vor ihrer Pause stand Shan Xiaona bis Ende 2017 unter den Top 20. "Sie spielt sehr gut und hat nach ihrer Babypause wieder ihr altes Selbstvertrauen gefunden", lobte Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp. Als nächste Gegnerin wartet am Donnerstag Doo Hoi Kem aus Hongkong, die Nummer elf der Welt. "Ich traue Shan Xiaona aber durchaus den Sieg zu. Sie ist mental in einer starken Verfassung und hat bislang hier sehr gut gespielt", so Schöpp. Auch auf die beiden gesetzten Deutschen warten zwar Qualifikantinnen, allerdings echte Herausforderungen. Die Weltranglisten-21. Petrissa Solja bekommt es mit der Südkoreanerin Jeon Jihee zu tun, die nur einen Platz hinter hier rangiert. Die Düsseldorfer Defensivkünstlerin Han Ying trifft auf die starke Monegassin Yang Xiaoxin.

Die Tischtennis-Weltelite trifft sich bei den German Open in Bremen

Zu sehen sind mehrere Tischtennis Spieler, die gerade am Tischtennisspielen sind in einer Halle.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Oktober 2019, 18:06 Uhr