Corona-Pandemie beendet Tischtennis-Ära bei der SG Marßel Bremen

Die Damen-Mannschaft der SG Marßel Bremen spielte einst sogar in der 2. Liga. Aufgrund der Corona-Folgen musste das Team jetzt aus der Regionalliga zurückgezogen werden.

Video vom 10. Dezember 2020
Tischtennis-Schläger liegen in einem Korb.
Die Damen der SG Marßel Bremen haben große Erfolge gefeiert, doch jetzt ruht der Schläger. Als Folge der Corona-Pandemie musste sich das Team aus der Regionalliga zurückziehen. Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Die Enttäuschung steht Edo Wellmann ins Gesicht geschrieben. Viel Zeit und Herzblut hat der 81-Jährige in den vergangenen Jahrzehnten bei der SG Marßel Bremen in sein größtes Hobby, das Tischtennis, investiert. Und dabei durfte er mit der Damen-Mannschaft des Klubs tolle Erfolge feiern. Wellmann war dabei, als das Team im Jahr 1965 gegründet wurde. Erst als Betreuer und Trainer, später als Manager kümmerte er sich stets um die Belange der Mannschaft. 55 Jahre später ist nun aufgrund der Corona-Pandemie in der Halle an der Landskronastraße eine Ära geendet.

Edo Wellmann steht in der Halle und schaut in die Kamera
Edo Wellmann hat sich in den vergangenen 55 Jahren für das Tischtennis-Team der SG Marßel Bremen engagiert. Bild: Radio Bremen

Allzu gerne erinnert sich Wellmann dabei an die große Zeiten. Sogar in der 2. Bundesliga durften die Marßeler insgesamt zehn Jahre lang mitmischen. "Wir waren damals in ganz Norddeutschland bekannt", blickt Wellmann, der seit seinem 10. Lebensjahr und auch heute noch an der Platte steht, zurück. Spielerinnen aus China, Südkorea und Dänemark schlugen seinerzeit für den Klub auf. Die Stimmung war trotzdem familiär. Wellmann und seine Frau Willma kümmerten sich um die Unterbringung und Verpflegung. Für die Heimspiele wurde vorher fleißig Kuchen gebacken. Am Spieltag wurden dieser und Getränke dann in der Halle verkauft.

Corona-Regelungen machten einen Strich durch die Rechnung

Wellmann setzte dabei stets auf den Wohlfühlfaktor. Zuletzt spielte das Team in der vierthöchsten Klasse, der Regionalliga. Doch während der Corona-Pandemie ist der SG Marßel Bremen ihre Internationalität zum Verhängnis geworden. Bereits im Frühjahr deutete sich an, dass mit Sofia Stefanska eine talentierte Spielerin zum Drittligisten TTK Großburgwedel wechseln wird. Und aufgrund der Reisebeschränkungen und Quarantäne-Regeln mussten weitere Spielerinnen den Klub verlassen. So hätte die Ukrainerin Elina Vakhrusheva wohl vor und nach den Spielen jeweils eine zweiwöchige häusliche Quarantäne absolvieren müssen. Auch die Eltern der 13 Jahre alten Irin Sophie Erarley sagten aufgrund der Belastungen durch die Pandemie für die Saison ab. Die Folge: Ein Team für die Regionalliga konnte nicht mehr gemeldet werden.

Detlef Wendenburg steht in der Halle und schaut in die Kamera.
Für Abteilungsleiter Detlef Wendenburg war das Aus der Damen-Mannschaft "ein richtiger Schock". Bild: Radio Bremen

Äußerst bitter ist diese Entwicklung auch für Abteilungsleiter Detlef Wendenburg. "Das war schon ein richtiger Schock", erzählt er im Gespräch mit dem Sportblitz. Regelmäßig werde er auf das Aus der Tischtennis Damen angesprochen. Ein Neustart ist allerdings nicht geplant. Nach dem Rückzug aus der Regionalliga müssten die Marßeler in der untersten Klasse starten. "Nach so vielen Jahrzehnten ist das ein ganz schöner Aufwand. Da braucht man auch ein Team für. Für zwei Personen ist das nicht machbar", so Wendenburg. Spitzenspielerinnen sind zudem für die Ochsentour durch die niederen Ligen kaum zu gewinnen. Die Tischtennis-Ära im Bremer Norden ist daher vorbei. Was bleibt, sind die Erinnerungen an tolle Matches in der kleinen Halle an der Landskronastraße.

Autoren

  • Janna Betten Redakteurin und Autorin
  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. Dezember 2020, 18:06 Uhr