Bitterer Tischtennis-Abend: Werder zum 4. Mal mit 2:3-Niederlage

Video vom 10. Oktober 2021
Werders Tischtennis-Profi Mattias Falck pustet frustriert durch.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

So langsam ist es für den Bremer Bundesligisten zum Verzweifeln: Saarbrücken reiste ohne den formstarken Patrick Franziska an – und trotzdem reichte es nicht zum Sieg.

Auf einmal war es ganz still in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle. Die Zuschauer auf den Rängen schauten zunächst ungläubig. Sie konnten kaum fassen, was da am Tisch gerade passiert war. Werders Doppel aus Kirill Gerassimenko und Marcello Aguirre musste beim Stand von 9:10 im umkämpften dritten Durchgang einen Satzball abwehren – und dabei kochten die Gemüter hoch.

Denn Aguirre schlug auf, und sein Saarbrücker Gegenüber Olav Kosolosky hörte direkt auf zu spielen. Falsches Feld, monierte der 19-Jährige, dem im ersten Einzel gegen Vizeweltmeister Mattias Falck noch so sehr die Knie geschlottert hatten. Jetzt, wo es um alles oder nichts ging, war der Youngster auf einmal selbstbewusst.

Die Werder-Seele wütete

Niemand sonst hatte den Fehler gesehen und so entbrannte eine heftige Diskussion zwischen Spielern und Schiedsgericht, wütende Pfiffe gellten von den Rängen. Werder-Coach Cristian Tamas und Teammanager Sascha Greber schalteten sich mit ein – denn inzwischen hatte der Schiedsrichter erklärt, dass er den Ball auch im falschen Feld gesehen habe. Der Satz ging an Saarbrücken. Die Werder-Seele wütete.

Wir haben mit 2:0-Sätzen im Doppel geführt, das ist eine ganz bittere Niederlage. Ich will das aber nicht an der einen Szene festmachen.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Ärger ließ sich nicht abschütteln

Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko greift sich bei einer Auszeit im Gespräch mit Werder-Trainer Cristian Tamas nachdenklich in die Haare.
Kirill Gerassimenko (links) holte für Werder im Einzel einen Punkt, unterlag mit Marcello Aguirre jedoch knapp im Entscheidungs-Doppel. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Bruch nach der Aufregung war allerdings spürbar im Bremer Spiel. Nur drei Punkte hatten dem Werder-Doppel gefehlt, dann wäre das 3:0 und damit der 3:2-Sieg gegen den Vizemeister der Vorsaison perfekt gewesen.

Doch auch der 4. Satz ging mit 11:5 an Saarbrücken, im entscheidenden Durchgang lagen Gerassimenko und Aguirre bereits mit 0:6 hinten. Der Frust über die strittige Szene ließ sich nicht richtig aus den Köpfen schütteln. Die beiden kämpften, kamen auf 4:7 heran. Aber dann hieß es doch 4:11 im 5. Satz, es war vorbei.

Das war ein sehr wichtiger Sieg. Das Doppel war unglaublich, nach dem 0:2 haben Tomas und Olav eine tolle Leistung gezeigt – und Bremen war nach den Diskussionen nicht mehr konzentriert.

Saarbrücken-Profi Darko Jorgic

Falck unterliegt erstmals Jorgic

Werders Tischtennis-Profi Mattias Falck beim konzentrierten Rückhandschlag.
Vizeweltmeister Mattias Falck liegt in dieser Saison bei einer Bilanz von 9:5-Siegen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Hängende Köpfe bei Werder, der Frust saß am späten Freitagabend tief. Der nächste Rückschlag in dieser bisher schwierigen Bundesliga-Saison, es läuft einfach nicht rund. Am 7. Spieltag musste nun bereits zum sechsten Mal bei den Bremern das Doppel nach vier Einzeln entscheiden – und zum vierten Mal verlor das Werder-Duo dabei.

"Wir hatten eine Riesenchance heute, da Patrick Franziska nicht dabei war. Wir lagen mit 2:1 vorne, aber wenn man unten steht, dann wird man doch nervös." Und so brachte Werders Topstar Falck den Sieg in seinem zweiten Match gegen Jorgic auch nicht über die Ziellinie. Der Schwede hatte bereits vor zwei Wochen beim Europe Top 16 Turnier eine sehr gute Leistung gegen Jorgic gezeigt und ihn mit 4:1 bezwungen. Überhaupt hat Falck noch nie gegen den Slowenen verloren, doch an diesem Abend war es soweit.

"Wir hätten heute nicht verlieren dürfen"

"Darko war sehr gut heute, hat kaum Fehler gemacht", musste Falck im Gespräch mit dem Sportblitz anerkennen, "ich brauchte einen ganzen Satz, um überhaupt meinen Rhythmus zu finden. Er war deutlich stärker als bei unserem letzten Match." Im vierten Satz hätte Falck mit seinem Kampfgeist und seiner großen Erfahrung als Weltranglistenneunter die Partie fast gedreht, kam auf 10:10 heran. Es sollte nicht sein.

Wir hätten heute nicht verlieren dürfen. Schon gegen Ochsenhausen hatten wir die große Chance, als Simon Gauzy nicht gespielt hat. Heute war Franziska nicht dabei und wir haben die Führung trotzdem nicht durchgebracht.

Werder-Profi Mattias Falck im Sportblitz

Am Sonntag um 15 Uhr hat das Werder-Quartett direkt die nächste Chance, sich im Pokal-Achtelfinale gegen Zweitligist TTC GW Bad Hamm ein Erfolgserlebnis zu holen. Am Freitagabend war diese Aussicht für die Beteiligten aber noch kein großer Trost.

SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken TT 2:3

Mattias Falck – Olav Kosolosky 3:0 (11:6, 11:7, 11:3)
Hunor Szöcs – Darko Jorgic 0:3 (5:11, 5:11, 1:11)
Kirill Gerassimenko – Tomas Polansky 3:1 (1:11, 11:6, 11:9, 13:11)
Mattias Falck – Darko Jorgic 1:3 (3:11, 6:11, 11:4, 10:12)
Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre – Tomas Polansky/Olav Kosolosky 2:3 (11:9, 11:8, 9:11, 5:11, 4:11)

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 10. Oktober 2021, 19:30 Uhr