Falck hat Rücken: Bittere Tischtennis-Schlappe für Werder

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Für den Bremer Bundesligisten wird es in der Tabelle immer ungemütlicher. Auch Doppel-Weltmeister Mattias Falck konnte das 0:3 gegen Mühlhausen nicht verhindern.

Bei Mattias Falck ging nichts mehr. Der Schwede legte sich hinter den Platzabtrennern flach auf den Hallenboden und streckte seine 1,91 Meter Körperlänge mit hörbarem Schmerz aus. Der Rücken hatte den frisch gebackenen Doppel-Weltmeister ausgebremst. Dass er für Werder Bremen am Sonntagnachmittag überhaupt gegen Post SV Mühlhausen antreten würde, stand erst fünf Minuten vor Abgabe der Spielaufstellung fest.

"Ich habe am Mittwoch eine falsche Bewegung im Training gemacht", erzählte Falck im Gespräch mit dem Sportblitz, als er sich nach einer Weile und mit einiger Mühe vom Hallenboden wieder hochgerappelt hatte. "Ich konnte erst gar nicht aufrecht stehen oder mich vorne runter beugen, bin dann aber trotzdem nach Bremen gekommen."

"Chance lag bei fünf Prozent"

Dass es Falck versuchen wollte, sagt viel über ihn, aber auch die angespannte sportliche Lage aus, in der Werder steckt. Doch "am Freitag und Samstag war die Chance bei fünf Prozent, dass Mattias spielen kann", fügte Trainer Cristian Tamas hinzu: "Wir können uns nur bei unserem Teamarzt bedanken. Das war fast ein Wunder. Obwohl Mattias natürlich trotzdem nicht bei 100 Prozent war."

Und dennoch hätte es beinahe sogar zum Sieg für den Weltranglistenelften gereicht, der sich bis in den fünften Satz gegen Mühlhausens Routinier Stefan Mengel quälte, aber seinen Matchball beim Stand von 11:10 nicht nutzen konnte. Einige Male konnte Falck seine berüchtigten Vorhandschläge zeigen, doch es wurde schnell sichtbar, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war "und mir fehlte einfach Power und er spielte auch gut", attestierte Falck.

Tischtennis-Weltmeister Mattias Falck zurück in Bremen

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Gerassimenko vergibt 2:0-Führung

Werders Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko streckt sich mit aller Kraft zu einem Vorhandschlag.
Kirill Gerassimenko verlor sein Einzel gegen seinen Trainingspartner Ovidiu Ionescu. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seine 2:3-Niederlage war der bittere Schlusspunkt für Werder unter einen frustrierenden Nachmittag, der die Lage in der Liga noch einmal verschärfte. Mit 4:14 Punkten stecken die Bremer als Tabellenzehnter nun mitten im Abstiegskampf.

Kirill Gerassimenko hatte die große Chance zur Führung für Werder im ersten Einzel gegen Ovidiu Ionescu vergeben – besonders ärgerlich, da der Rumäne in Bremen lebt und zu Werders Trainingsgruppe gehört. Man kennt sich also gut. Hunor Szöcs konnte danach in seiner Partie auch nicht seinen ersten Saisonsieg einfahren.

Kirill führt mit 2:0-Sätzen und verliert dann 9:11 im fünften Satz. Und Mattias hat trotz allem einen Matchball. Wenn man zwei solche Matches verliert, wird es schwer.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Taktik war nicht aufgegangen

Werders Doppel-Weltmeister wird vor dem Bundesliga-Spiel von Präsident Hubertus Hess-Grunewald und anderen Offiziellen mit Blumen und Geschenken geehrt.
Ehrung für den neuen Doppel-Weltmeister: Mattias Falck (MItte) bekam von Werder-Offiziellen vor Beginn Blumen und Geschenke. Bild: Radio Bremen

Dabei hatte der Nachmittag so festlich begonnen, mit der Ehrung für Falck nach dessen WM-Triumph in Houston im Doppel. Es gab Blumen, Geschenke und eine Rede von Präsident Hubertus Hess-Grunewald, doch Glück brachte dieser seinem Team nicht.

Trainer Tamas hatte taktiert, Falck allein schon wegen dessen Reisestrapazen der vergangenen Wochen nicht mit zwei Spielen belasten wollen und an Position drei gesetzt. Falck war von der WM in Houston weiter zum WTT-Cup-Finale nach Singapur geflogen, dann kurz zurück ins heimische Halmstad und wieder nach Bremen. Dann kam der Rücken hinzu.Falck hätte gegen Mühlhausen ein Einzel und dann im möglichen Abschlussdoppel spielen sollen – die Überlegung war geschickt. Doch der Plan war nicht aufgegangen. Werder erwarten vor Weihnachten noch zwei schwere Spiele gegen Düsseldorf und Grünwettersbach. Dieser Advent wird ungemütlich.

SV Werder Bremen – Post SV Mühlhausen 0:3

Kirill Gerassimenko – Ovidiu Ionescu 2:3 (14:12, 12:10, 7:11, 7:11, 9:11)
Hunor Szöcs – Daniel Habesohn 0:3 (7:11, 5:11, 7:11)
Mattias Falck – Steffen Mengel 2:3 (11:7, 8:11, 6:11, 12:10, 11:13)

Werders Tischtennis-Trainer Tamas: "Ergebnis spiegelt es nicht wider"

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 12. Dezember 2021, 19:30 Uhr