Oh weh, Werder: Zum 5. Mal bittere Tischtennis-Schlappe mit 2:3

Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko greift sich bei einer Auszeit im Gespräch mit Werder-Trainer Cristian Tamas nachdenklich in die Haare.
Unterlag im Einzel und im Doppel unglücklich: Werders Kirill Gerassimenko (links). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Einen Tag vor dem schweren Pokal-Spiel in Saarbrücken konnten die Bremer in der Bundesliga kein Selbstvertrauen tanken. Bad Königshofen gewann knapp im Doppel.

Konsterniert standen Marcello Aguirre und Kirill Gerassimenko einen Moment lang da und konnten nicht fassen, dass es vorbei war. Und vor allem nicht fassen, wie dieses Match zu Ende gegangen war. Eben noch hatten die beiden Werderaner einen Satzball gehabt, um sich im entscheidenden Doppel in den 5. Satz zu kämpfen – und dann hatten sie plötzlich mit 11:12 Matchball gegen sich: Ex-Werderaner Bastian Steger traf den Ball mit der Schlägerkante. Unreturnierbar, unfassbar.

Die Enttäuschung war groß bei Werder Bremen nach der fünften 2:3-Niederlage in dieser Bundesliga-Saison in Bad Königshofen. Die vier Werder-Profis um Trainer Cristian Tamas hatten gekämpft, sich reingehängt, so sehr die Wende in dieser holprigen Spielzeit forcieren wollen. Doch wieder fiel den Entscheidung knapp für den Gegner aus.

Wir sind sehr enttäuscht, dass wir wieder so knapp verloren haben. Es ist wie verhext. Wir schaffen es nicht, die knappen Spiele zu gewinnen.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Am Montag wartet Pokal-Gegner Saarbrücken

Tischtennis-Profi Patrick Franziska in Aktion in einem Bundesliga-Spiel.
Saarbrückens Topspieler Patrick Franziska gewann in Tokio mit der deutschen Mannschaft Silber und siegte zuletzt beim Europe-Top-16-Event. Bild: Imago | Jan Huebner

Eigentlich wollten die Bremer mit einem Sieg die dreistündige Autofahrt von Bad Königshofen nach Saarbrücken antreten, um mit Rückenwind vielleicht die Sensation im Pokal-Viertelfinale am Montagnachmittag um 15 Uhr zu schaffen.

Nun ist Trainer Tamas ganz anders als erhofft am Sonntagabend gefordert. Er muss seine Spieler in vielen Gesprächen so gut es geht und so schnell es geht wieder aufbauen. Sie stark reden, damit sie überhaupt an einen möglichen Pokal-Sieg gegen das formstarke Team um Patrick Franziska zu glauben.

Falck überzeugt mit zwei Siegen

Mut sollte zumindest die Leistung von Werders Topspieler Mattias Falck machen. Der schwedische Vizeweltmeister hatte seine beiden Einzel gewonnen. Im ersten Spiel kämpfte sich Falck in fünf Sätzen durch, im Duell mit Bad Königshofens Nummer eins Filip Zeljko spielte der 30-jährige stark.

Wir brauchen dringend einen Befreiungsschlag.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Werder hat als Tabellenneunter und mit dem Frusterlebnis nun gar nichts zu verlieren beim Tabellendritten aus Saarbrücken. Erst am vorletzten Bundesliga-Spieltag hatten die Grün-Weißen Zuhause gegen Saarbrücken gespielt – und auch mit 2:3 verloren. Ein Déjà-vu möchten die Bremer natürlich vermeiden.

Doch wenn es Werder gelingt, befreit am Montag aufzuspielen, könnte die Sensation noch gelingen, die sich das Team um Tamas so unbedingt wünscht.

Ergebnis: TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 3:2

Filip Zeljko – Marcelo Aguirre 3:0 (11:8, 11:8, 11:5)
Kilian Ort – Mattias Falck 2:3 (8:11, 11:7, 11:13, 11:7, 8:11)
Bastian Steger – Kirill Gerassimenko 3:0 (12:10, 11:9, 11:2)
Filip Zeljko – Mattias Falck 1:3 (6:11, 11:6, 3:11, 3:11)
Bastian Steger/Kilian Ort – Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre 3:1 (9:11, 11:9, 11:7, 13:11)

Die Sensation bleibt aus: Werder scheitert im Tischtennis-Pokal

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. November 2021, 18:06 Uhr