Werders Tischtennis-Asse zittern sich mit Sieg in die Bundesliga-Pause

Video vom 12. September 2021
Werder-Spieler Mattias Falck steckt bei einem Rückhandschlag leicht die Zunge zur Seite heraus.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sechs Spiele in drei Wochen: "Der schwerste Teil ist vorbei", sagt Werder-Trainer Tamas nach dem knappen 3:2-Sieg gegen Bad Homburg. Aber viel leichter wird es nicht.

Als die Vorhand des Bad Homburger Doppelspielers Rares Sipos hinter die Tischplatte flog, da brach am frühen Sonntagabend in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle tosender Jubel auf der Tribüne aus. Auch auf der Werder-Bank gab es kein Halten mehr, nach so vielen knappen Niederlagen in den vergangenen drei Wochen gab es nun endlich mit 3:2 den zweiten Saisonsieg. Erleichterung pur bei den Bremern – und endlich durfte auch das Werder-Doppel wieder jubeln.

Werder-Trainer Cristian Tamas ging zuerst zu Kirill Gerassimenko und herzte ihn an sich. Die Nummer zwei im Team hatte im Einzel und um Abschluss-Doppel "die Zähne zusammengebissen", sagte Tamas später im Gespräch mit dem Sportblitz: "Er hat Schmerzen in der Schulter. Bis kurz vor Beginn der Spiele war nicht sicher, ob ich ihn einsetzen kann."

Werder ist von Verletzungen geplagt

Kirill Gerassimenko mit einem überrissenen Vorhandschlag.
Trotz Schmerzen in der Schulter durchgebissen: Werders Nummer zwei Kirill Gerassimenko. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Doch Gerassimenko wusste, wie viel für ihn und seine drei Teamkollegen in dieser schwierigen ersten Phase der Saison auf dem Spiel stand. Sechs Partien in drei Wochen, ein Hammerprogramm, bei dem ausgerechnet das Bremer Team nicht in Bestform war: Topstar Mattias Falck plagte sich seit dem Sommer mit Kniebeschwerden, Gerassimenko musste erst in Corona-Quarantäne, hatte danach Trainingsrückstand und nun Schulterschmerzen seit dem Freitagsspiel gegen Fulda und Marcello Aguirre hat Probleme mit dem Handgelenk.

Schlechter hätte das Timing kaum sein können für die Bremer, die sich nun mit vereinten Kräften gegen das sieglose Tabellenschlusslicht Bad Homburg zum Erfolg kämpften - und als Tabellenachter das Abrutschen in die Abstiegsränge vermieden.

Es war heute ein sehr starkes Spiel von uns. Wir haben eine gute Teamleistung gezeigt und alle zum Erfolg beigetragen.

Werder-Spieler Kirill Gerassimenko

Wichtiges Erfolgserlebnis fürs Doppel

An fünf von sechs Spieltagen der Bremer ging es in die Doppel-Entscheidung – bisher nur einmal mit gutem Ende für Werder. Mental zehrend und oft frustrierend waren die vergangenen drei Wochen. Und auch der Endspurt ging in die Verlängerung. Dieses Mal platzte bei Gerassimenko und Aguirre mit dem kniffligen Gewinn des ersten Satzes der Knoten und das Duo fuhr souverän mit 3:0 den Sieg ein.

Es bleibt uns irgendwie nichts erspart. Aber vielleicht war es gut, dass es heute nochmal ins Doppel ging, der Sieg gibt ihnen Selbstvertrauen.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Falck unterliegt Tanaka im Top-Duell

Den Nervenkitzel hätten sich die Bremer eigentlich sparen können, doch Falck musste sich nach einem starken ersten Auftritt gegen Cedric Meissner im Top-Duell dem jungen Japaner Yuta Tanaka mit 1:3 geschlagen geben. Tanaka war erst seit diesem Wochenende zum Team der Bad Homburger dazugestoßen.

Er hat sehr gut gespielt und ich habe in den ersten Sätzen irgendwie zu viel versucht und er hat mich mit der Vorhand überrascht. Es ist einfach sehr eng dieses Jahr in der Liga, es gibt keine leichten Gegner. Umso wichtiger, dass es meinem Knie besser geht.

Werder-Profi Mattias Falck im Gespräch mit dem Sportblitz

Vier Wochen macht die Tischtennis-Bundesliga nun Pause, allerdings gibt es für die Werder-Spieler keine Pause: Sie sind allesamt in der internationalen Turnierszene unterwegs. Doch zumindest reisen sie mit dem guten Gefühl, diese Zeit nicht auf einem Abstiegsplatz verbringen zu müssen.

SV Werder Bremen – TTC OE Bad Homburg 3:2

Mattias Falck – Cedric Meissner 3:0 (11:2, 11:9, 11:5)
Marcelo Aguirre – Yuta Tanaka 1:3 (6:11, 11:13, 11:5, 4:11)
Kirill Gerassimenko – Lubomir Jancarik 3:0 (11:7, 11:5, 11:7)
Mattias Falck – Yuta Tanaka 1:3 (6:11, 11:4, 9:11, 10:12)
Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre – Rares Sipos/Cedric Meissner 3:0 (14:12, 11:5, 11:4)

Werders Tischtennis-Coach zum Saisonstart: "Keine einfache Situation"

Video vom 4. September 2021
Werder-Trainer Cristian Tamas beim Interview am Rande des Tischtennis-Trainings in einer Sporthalle.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 12. September 2021, 19:30 Uhr