Endlich gewonnen – Werders Tischtennis-Asse dürfen durchatmen

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Bremer haben am Mittwoch zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde den wichtigen 3:1-Sieg gegen Grünwettersbach geholt – weil sie Mattias Falck rechtzeitig fit bekamen.

Mattias Falck schrie – und dieses Mal tat er es nicht vor Schmerzen, sondern vor Freude über den so wichtigen Sieg, der ihm und Werder gerade gelungen war. Auf der Bank der Bremer waren sie alle aufgesprungen und jubelten gemeinsam mit dem hochgewachsenen Schweden. 3:1 im Heimspiel gegen Grünwettersbach – endlich hatten sie wieder gewonnen.

"Wir können jetzt etwas durchatmen", sagte Falck erleichtert im Gespräch mit dem Sportblitz, "und hoffentlich gibt uns der Sieg Schwung für die Rückrunde." Nach vier Niederlagen in Folge und überhaupt erst zwei Saisonsiegen war Werders Tischtennis-Team in der Bundesliga in Richtung der Abstiegsplätze gerutscht. Mit 6:16 Punkten beenden die Bremer die Hinrunde nun versöhnlicher auf dem zehnten Tabellenplatz.

Mannschaftsarzt als 5. Mann

Auch von Trainer Cristian Tamas war nach Falcks Matchball im vierten Einzel gegen Wang Xi sichtlich die Anspannung abgefallen. "Das waren sechs schwere Monate für uns", bilanzierte er. Verletzungen, Corona-Erkrankung, nie war sein Quartett mal zu gleichen Zeit bei besten Kräften gewesen. Nun hatte sich Falck nach seinen Knieproblemen im Sommer nach seinem Doppel-Sieg bei der Weltmeisterschaft in Houston eine Rückenverletzung zugezogen.

Beim Auswärtsspiel gegen Borussia Düsseldorf am vergangenen Sonntag konnte sich der 30 Jahre alte Schwede noch nicht richtig bewegen, gegen Grünwettersbach trumpfte Werders Nummer eins in Manier eines Topspielers auf. "Das haben wir nur unserem Mannschaftsarzt Dr. Thomas Milde zu verdanken", sagte Tamas, "der hat das Unmögliche möglich gemacht und Mattias fit gekriegt."

Falck fast ohne Training trotzdem top

Tischtennis-Profi Hunor Szöcs schaut frustriert während einer Auszeit im Gespräch mit Werder-Trainer Cristian Tamas.
Es will einfach nicht klappen mit dem ersten Saisonsieg: Werders Hunor Szöcs unterlag im dritten Einzel Ricardo Walther. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

So war der Teamarzt Werders fünfter Mann, hatte mit stundenlangen Behandlungen und Spritzen den Weltranglistenelften soweit stabilisiert, dass dessen Bewegungen wieder freier waren. Für sein erstes Match gegen Tobias Rasmussen hatte Falck gerade einmal 15 Minuten benötigt, ihn quasi vom Tisch gefegt. Und das, obwohl der Schwede im Vorfeld des Spieltags gerade einmal eine Stunde trainieren konnte. "Das war mental überragend von Mattias", lobte Tamas. Gegen Wang Xi hatte Falck dann zwischenzeitlich etwas mehr Mühe mit dem inzwischen 37-Jährigen.

"Defensivspieler gibt es heute kaum noch", sagte Falck, "da muss man etwas anders spielen und er hat es gut gemacht, aber ich konnte doch mein Spiel durchziehen." Sein Spiel sind vor allem die wuchtigen Vorhandschläge mit wenig Spin, von denen Falck am Mittwoch etliche teils spektakuläre zeigte und die Hoffnung weckte, dass die Rückrunde für Werder doch weniger frustrierend laufen könnte als die Hinrunde.

Kirill Gerassimenko hatte in seinem Einzel mit einer Leistung auf höchstem Niveau überzeugen können, Hunor Szöcs wartet dagegen weiter in dieser Saison auf einen Sieg. "Wir werden jetzt alle über die Feiertage durchatmen und versuchen, die Köpfe frei zu kriegen", sagte Tamas. Erst am 16. Januar geht es weiter mit der Rückrunde, die Verschnaufpause kann Werder dringend gebrauchen. Wunden lecken über Weihnachten, die Akkus wieder aufladen.

SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach 3:1

Mattias Falck – Tobias Rasmussen 3:0 (11:8, 11:1, 11:9)
Kirill Gerassimenko – Wang Xi 3:0 (11:8, 11:8, 11:5)
Hunor Szöcs – Ricardo Walther 1:3 (9:11, 9:11, 11:8, 6:11)
Mattias Falck – Wang Xi 3:1 (11:9, 12:10, 7:11, 11:8)

Falck fit, Gerassimenko top – Werder mit wichtigem Sieg

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 23. Dezember 2021, 18:06 Uhr