Falck beißt sich durch – mit dem Messer im Rücken

Kampf pur von Werders Tischtennis-Bundesligisten: Trotz Schmerzen führte Topstar Mattias Falck sein Team am Freitagabend zum 3:1-Sieg gegen Grünwettersbach.

Tischtennis-Profi Mattias Falck schreit den Jubel raus und reckt die Faust.
Zwei Mal durchgebissen: Werders Vizeweltmeister Mattias Falck gewann beide Einzel gegen den Tabellenvierten Grünwettersbach. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Noch eine Stunde, bevor Werder am Freitagabend gegen Grünwettersbach antreten sollte, musste Trainer Cristian Tamas zittern – um den Besten in seinem Tischtennis-Team, denn Mattias Falck hätte bei seinen Schmerzen im Rücken am liebsten nur geschrien. "Es fühlte sich so an, als würde mir jemand ein Messer zwischen die Rippen rammen", erzählte der schwedische Weltranglistenachte im Gespräch mit butenunbinnen.de.

Dank des beherzten Einsatzes des Team-Physiotherapeuten und des Mannschaftsarztes wurde der verklemmte Nerv im Rücken noch etwas gelockert und die Schmerzspritze erlaubte es Falck dann doch, um 19 Uhr anzutreten. Und das Duell gegen den Tabellenvierten Grünwettersbach zeigte dann auch, wie dringend Werder seinen amtierenden Vizeweltmeister braucht. Falck biss die Zähne zusammen und besorgte dem Bremer Bundesligisten die zwei wichtigen Punkte, die Basis für den 3:1-Sieg über die Gäste aus Karlsruhe.

Szöcs verliert wieder, Gerassimenko liefert

Tischtennis-Profi Hunor Szöcs schaut frustriert während einer Auszeit im Gespräch mit Werder-Trainer Cristian Tamas.
Bitterer Abend für Hunor Szöcs: Der Werderaner muss weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Gegen Tobias Rasmussen startete Falck "erst einmal vorsichtig", wie er zugab, "aber Mitte des dritten Satzes hatte ich dann ein besseres Gefühl". Leiden musste danach auch einmal mehr Hunor Szöcs, der weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten muss. Der Rumäne liegt nach der bitteren Niederlage bei einer frustrierenden Bilanz von 0:9.

Daher war es an Werders nomineller Nummer zwei, Kirill Gerassimenko, den zweiten Punkt für die Bremer beizusteuern. Und der Kasache steigerte sich nach knapp verlorenem ersten Satz gegen Wang Xi und kämpfte sich verbissen zum 3:1-Sieg durch. Nun musste es Falck mit dem zweiten Einzelsieg eigentlich nur noch nach Hause bringen, aber das war an diesem Abend leichter gesagt als getan.

Falck quält sich zum Fünfsatzsieg

Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko fokussiert konzentriert den Ball vor einem Vorhandschlag.
Kämpfte sich beherzt zum 3:1-Sieg und steuerte den zweiten Punkt für Werder bei: Kirill Gerassimenko. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Grünwettersbach hatte seinen Besten Dang Qiu für dieses Top-Duell aufgespart und der machte Falck das Leben dann auch noch unangenehmer als seine Rückenschmerzen. Der Weltranglisten-52. holte sich den zweiten und dritten Satz – und Falck ließ einen tiefen Seufzer durch die Klaus-Dieter-Fischer-Halle hören. Der 29 Jahre alte Schwede hatte in dieser schwierigen Saison so manche Last für seine Mannschaft geschultert. Doch dieses Mal war die Herausforderung ein noch größerer Kraftakt. "Ich denke, am Ende war es ein mentales Duell zwischen uns und da war ich im fünften Satz dann zum Glück stärker", sagte Falck nach dem 3:2-Sieg erleichtert, der mit 11:7 den Entscheidungssatz gewann.

Am Samstagvormittag geht es für Werder direkt weiter, zum Auswärtsspiel nach Bad Homburg. Ob Falck am Sonntag um 15 Uhr mitspielen kann, bleibt abzuwarten. "Ich werde alles probieren und wenn es geht, dann spiele ich auf jeden Fall", betonte der Schwede, schränkte aber ein: "Sorge macht mir gerade nur, wie sich mein Rücken morgen nach dem Aufstehen wohl anfühlt..."

Wir kämpfen weiter, das hat man heute gesehen. Aufgeben gibt es nicht. Noch zwei Siege wären schön. Man sieht, mit welchem Kampfgeist wir reingegangen sind und dass die Mannschaft noch weiter Ziele und Motivation hat.

Werder-Trainer Cristian Tamas

SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach 3:1

Mattias Falck – Tobias Rasmussen 3:1 (10:12, 11:4, 11:6, 11:6)
Hunor Szöcs – Deni Kozul 1:3 (11:6, 7:11, 3:11, 8:11)
Kirill Gerassimenko – Wang Xi 3:1 (9:11, 12:10, 11:6, 11:8)
Mattias Falck – Dang Qiu 3:2 (11:7, 5:11, 7:11, 11:9, 11:7)

Tischtennis: Gebrauchter Tag für Werder gegen Meister Saarbrücken

Video vom 7. Februar 2021
Werders Tischtennis-Profi Mattias Falck beim konzentrierten Rückhandschlag.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 21. Februar 2021, 19:30 Uhr