Aguirres Aufholjagd bringt Werders Tischtennis-Asse ins Rollen

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Bremer Bundesligist demonstrierte mit dem wichtigen 3:0-Sieg gegen Grenzau, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Schon am Mittwoch wartet der nächste schwere Gegner.

Marcelo Aguirre ließ sich auf die Knie fallen und setzte zu einem martialischen Siegesgebrüll an. Seine Werder-Teamkollegen waren längst von ihren Stühlen aufgesprungen und spendeten dem 29-Jährigen Standing Ovations für diese spektakuläre Aufholjagd.

Mit 0:2 hatte Aguirre gegen Grenzaus Liga-Routinier Patrick Baum schon zurückgelegen. Dabei war der Verlust des zweiten Satzes besonders bitter. Der Werder-Profi konnte sechs Satzbälle nicht nutzen, Baum seine beiden nicht. Es stand 15:15 als plötzlich ein heftiger Regenschauer auf das Dach der Klaus-Dieter-Fischer-Halle einprasselte und drinnen für ohrenbetäubenden Lärm und Weltuntergangsstimmung sorgte.

"Marcelo hat sich selbst nach vorne gepeitscht"

Baum bekam seinen dritten Satzball und verwandelte ihn dieses Mal, ein echter Tiefschlag für Aguirre – sollte man meinen. Der Paraguayaner wirkte jetzt wie aufgedreht, brüllte sich mit jedem Punktgewinn nach vorne und drehte diese Partie tatsächlich furios zum 3:2-Sieg für Werder.

Marcelos Kopf und seine Moral waren sehr stark heute. Er hat sich selbst nach vorne gepeitscht. Aber er war auch spielerisch sehr gut.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Bei Aguirre scheint endgültig der Knoten geplatzt zu sein, seit er im Heimspiel gegen Bad Königshofen vor drei Wochen gegen den formstarken Maksim Grebnev ebenfalls einen 3:2-Sieg erkämpfte. Auch in den Trainingseinheiten bemerkte Tamas, wie viel ihm dieser Erfolg weitergeholfen hat. Untermauern konnte es Aguirre nun am Sonntag mit dem wichtigen zweiten Punkt gegen Tabellennachbar Grenzau.

Werder festigt Rang 9

Kirill Gerassimenko machte danach mit seinem 3:0-Sieg gegen das 19-jährige Talent Feng Yi-Hsin aus Taiwan, Grenzaus Winter-Neuzugang, den Erfolg für die Bremer perfekt. Zuvor hatte Topstar Mattias Falck mit seinem 3:0-Sieg über Cristian Pletea für Werder vorgelegt.

Wir sind jetzt gefestigter. Man sieht, dass wir die schwierigste Phase mit den Verletzungen hinter uns haben.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Die Bremer festigen mit diesem Heimspielerfolg Rang neun in der Tabelle und halten Grenzau mit vier Punkten auf Abstand. Es ist der zweite Sieg in Folge und jetzt zählen auch nur noch Siege. Denn Werder muss durch die vielen Verletzungesprobleme der Hinrunde das Feld ein bisschen von hinten aufrollen – kommt aber nun ins Rollen.

Ein echter Gradmesser wird allerdings das nächste Duell am Mittwochabend um 19 Uhr gegen Playoff-Kandidat Fulda. "Wir wissen, dass diese Woche sehr wichtig ist, um Punkte zu holen", sagte Aguirre: "Wir werden alles geben, um das Bestmögliche herauszuholen." An diesem Sonntag hatte das jedenfalls furios geklappt.

SV Werder Bremen – TTC Zugbrücke Grenzau 3:0

Mattias Falck – Cristian Pletea 3:0 (11:5, 13:11, 11:9)
Marcelo Aguirre – Patrick Baum 3:2 (3:11, 15:17, 11:8, 11:6, 11:6)
Kirill Gerassimenko – Feng Yi-Hsin 3:0 (12:10, 11:9, 11:8)

Mehr zum Thema:

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 6. Februar 2022, 19:30 Uhr