Tischtennis-Krimi bis Mitternacht: Werder verliert zum 6. Mal mit 2:3

Werders Tischtennis-Profi Mattias Falck schaut frustriert nach oben.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Viel enger und dramatischer hätte das Heimspiel gegen Fulda am Mittwochabend kaum laufen können. Am Ende stand der Bremer Bundesligist aber mit leeren Händen da.

Und dann war es vorbei. Der kleine, weiße Tischtennis-Ball war im Netz hängen geblieben und ein schmerzlich-enttäuschtes Raunen ging durch die Klaus-Dieter-Fischer-Halle in Bremen-Hastedt.

Dreieinhalb Stunden haben die Werder-Profis am Mittwochabend in vier Einzel-Partien und nun diesem Entscheidungs-Doppel gegen Fulda-Maberzell gerackert, geschwitzt und gekämpft – und standen um kurz vor Mitternacht doch als Verlierer da.

"Es ist natürlich enttäuschend"

Mit 8:11 im fünften Satz unterlagen Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre, knapper geht es kaum. Und viel bitterer auch nicht. Denn das Bremer Duo hatte sich nach 0:2-Satzrückstand noch ins Match gekämpft.

Es ist natürlich enttäuschend, wenn du alles reinwirfst und dann so verlierst. Man muss die positive Seite sehen: Die Mannschaft hat gekämpft, als würde es um alles gehen. Das war sehr gut.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Falck bezwingt Aruna zum Auftakt

Zum 6. Mal in dieser Bundesliga-Saison mussten die Bremer nun schon eine 2:3-Schlappe einstecken. Die kleine Serie von zuvor zwei Siegen in Folge ist damit zerstört, wie auch Werders Hoffnung, den Abstand zu den unteren Tabellenplätzen weiter zu vergrößern.

Doch lange sah es bei diesem spannenden Schlagabtausch mit dem Tabellenvierten gut für Werder aus. Doppelweltmeister Mattias Falck lieferte sich mit dem Afrikameister Quadri Aruna im ersten Einzel des Abends einen hochklassigen Fünfsatz-Krimi, den Falck schließlich mit 11:9 im entscheidenden Satz für Werder entscheiden konnte. Der Schwede brüllte seine Freude nach diesem Kraftakt hinaus und Kirill Gerassimenko sollte es ihm nach dem 3:2-Sieg im dritten Einzel gleichtun.

Keine WM-Revanche für Falck

Gerassimenko hatte Abwehrspieler Ruwen Filus niedergerungen und mit 11:8 im fünften Satz die Oberhand behalten. Beide Matches waren hin- und hergewogt, einen Verlierer hatten sie eigentlich nicht verdient. Werder führte also mit 2:1, denn da Aguirre im zweiten Einzel gegen Alexandre Cassin keine Chance gehabt hatte, musste Falck erneut ran im Top-Duell.

Besonders gut waren Falcks Erinnerungen an Cassin nicht, schließlich hatte der Franzose ihn im vergangenen November bei der WM in Houston in der zweiten Runde geschlagen und dem amtierenden Vizeweltmeister einen echten Tiefschlag versetzt – die kleine Revanche sollte Falck jedoch auch auf Ligaebene an diesem Abend nicht gelingen.

3 Spieltage binnen 8 Tagen

"Eigentlich habe ich gut gespielt, aber ich hatte etwas Probleme mit seinem Aufschlag", sagte Falck nach der 1:3-Niederlage: "Er ist sehr gut in Form und der dritte Satz war der Knackpunkt, da waren die entscheidenden Punkte, das Momentum, auf seiner Seite. Aber nächstes Mal ist es auf meiner Seite."

Das nächste Mal für Werder, das findet bereits am kommenden Sonntag im Duell mit Grünwettersbach statt. Die Partie gegen Fulda war der vorgezogene 20. Spieltag, also drei Spieltage binnen acht Tagen – der Bundesliga-Endspurt hat es in sich. Werder muss die Enttäuschung schnell aus den Klamotten schütteln, denn die Abstiegsplätze sind noch nicht in sicherer Distanz.

SV Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

Mattias Falck – Quadri Aruna 3:2 (11:8, 10:12, 13:11, 10:12, 11:9)
Marcelo Aguirre – Alexandre Cassin 0:3 (6:11, 5:11, 7:11)
Kirill Gerassimenko – Ruwen Filus 3:2 (6:11, 15:13, 4:11, 11:8, 11:8)
Mattias Falck – Alexandre Cassin 1:3 (15:17, 12:10, 7:11, 9:11)
Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre – Quadri Aruna/Fan Bo Meng 2:3 (5:11, 9:11, 11:5, 11:8, 8:11)

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. Februar 2022, 18:06 Uhr