Werders Tischtennis-Ass Falck sicher: "Es kann noch alles passieren"

Zum Start der Rückrunde der Tischtennis-Bundesliga ist Werder nur Neunter, tat sich bisher schwer. Doch Vizeweltmeister Mattias Falck hat seine Bestform wiedergefunden.

Tischtennis-Profi Mattias Falck blickt mit ausgestrecktem Schlagarm nach oben, um den Ball vor dem Aufschlag zu fokussieren.
Ist wieder im Tritt: Vizeweltmeister und Weltranglistenachter Mattias Falck gewann die letzten fünf Bundesliga-Matches für Werder Bremen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sechs freie Tage am Stück, das war über Weihnachten purer Luxus für Mattias Falck. Sechs ganze Tage, ohne seinen Tischtennis-Schläger auch nur einmal anzufassen, ohne jedes Fitnessprogramm, ohne Reiserei.

Nur Zeit, um nach diesem Jahr, das so völlig anders war, als es der derzeit beste europäische Tischtennis-Profi geplant hatte, mit seiner Frau und seiner 14 Monate alten Tochter Lexie in seiner schwedischen Heimat Halmstad ein bisschen durchzuatmen. Und um Kraft zu tanken für die Rückrunde in der Bundesliga, die mit seiner Mannschaft von Werder Bremen zu einem Kraftakt werden wird.

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Keine Turniere, kein Rhythmus

Tischtennis-Topstar Mattias Falck reckt kämpferisch die Faust nach einem Punktgewinn für Werder Bremen.
Der Schwede Mattias Falck ist Weltranglistenachter und Vizeweltmeister. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Die Hinrunde war schwierig für uns, viele Aufs und Abs", erzählt Falck im Gespräch mit buten un binnen: "Wir mussten viel kämpfen und das müssen wir auch weiterhin." In der vergangenen Saison hatte es Werder auch dank ihm am Ende auf den vierten Platz geschafft, der 29 Jahre alte Vizeweltmeister ist das Zugpferd und der Unterschiedsspieler der Bremer. Doch in diesem Jahr läuft es für ihn und Werder noch nicht wie erhofft. Tabellenplatz neun zum Beginn der Rückrunde ist nicht gerade die ideale Ausgangslage.

Es ist eine seltsame Situation für uns alle in der Bundesliga. Wir spielen ohne Zuschauer und mit allem, was in der Welt vor sich geht, ist es für jeden schwierig.

Tischtennis-Vizeweltmeister Mattias Falck im Gespräch mit buten un binnen

Aber in diesem Corona-Jahr mit einer monatelangen Zwangspause und dem Stopp des internationalen Turnierbetriebes taten sich alle Bundesliga-Teams schwer, ihren Rhythmus zu finden. Mit Ausnahme von Borussia Düsseldorf konnte sich keine Mannschaft absetzen, sogar Meister Saarbrücken lag lange nur auf Tabellenplatz sieben. Auch Falck fehlte die Matchpraxis und besonders das Kräftemessen mit der Elite aus Asien.

Doch der Neustart der ITTL-Serie im November war genau der Schub, der dem Weltranglistenachten gefehlt hatte. Vier anstrengende Wochen unter strengsten Auflagen und tagelanger Quarantäne in der "China-Bubble", aber Falck bilanziert: "Das war es wert. Ich habe richtig gut gespielt auf hohem Niveau. Es hat mir gefehlt, große Turniere spielen zu können."

Die Nummer zwei bezwungen: "Mein absolutes Highlight"

Beim World Cup der 21 weltbesten Spieler erreichte er das Viertelfinale, bei den ITTF-Finals der 16 Besten ebenfalls. Weltmeister Ma Long hatte Falck dabei am Rande einer spektakulären Niederlage, beim anschließenden Einladungsturnier in Macao bezwang der Schwede sogar erstmals in seiner Karriere den Chinesen Xu Xin, die Nummer zwei der Welt. "Das war mein absolutes Highlight", freut sich Falck: "Ich habe fantastisch in China gespielt und bin mit viel Selbstvertrauen zurückgekommen."

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Zweifellos, denn Falck gewann seine letzten fünf Bundesliga-Matches. "Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt mehr meinen Rhythmus gefunden habe. Schon beim letzten Match vor China lief es besser." Dass Werders Topstar in Bestform ist, brauchen die Bremer zwingend. Obwohl zwei Siege von Falck allein nicht für den Gewinn eines Spieltags reichen, wie Werder vor Weihnachten gegen Mühlhausen erneut schmerzlich feststellen musste. Auch Kirill Gerassimenko, Hunor Szöcs und Marcello Aguirre müssen ihren Part beitragen, in der Vorsaison hatte das gut funktioniert. Doch dieses Mal schwanken die Leistungen zu sehr, Szöcs ist noch ganz ohne Sieg.

Rückrundenstart am Montagabend in Neu-Ulm

Am Montagabend um 19 Uhr beginnt die Rückrunde für Werder auswärts in Neu-Ulm. Drei weitere Spieltage im Januar folgen, elf Partien bleiben bis zum Finale Mitte März, um der Saison noch einen erfolgreichen Anstrich zu geben. "Mein Eindruck ist, dass die Liga sogar noch besser ist als im letzten Jahr", betont Falck, "Düsseldorf und Saarbrücken sind etwas stärker, aber sechs, sieben Teams spielen alle auf einem ähnlichen Level. Das wird sehr spannend am Ende werden." Und genau dann möchte Werder noch mitmischen um die Playoff-Plätze.

Wir haben auf jeden Fall noch Chancen, es liegen noch elf Spiele vor uns. Alles kann noch passieren.

Tischtennis-Vizeweltmeister Mattias Falck im Gespräch mit buten un binnen
Werders Tischtennis-Team aus Trainer Tamas, Falck, Szöcs, Gerassimenko und Aguirre steht mit Masken nebeneinander und applaudieren dem Gegner bei der Vorstellung.
Werder Tischtennis-Team (von links): Trainer Cristian Tamas, Mattias Falck, Hunor Szöcs, Kirill Gerassimenko und Marcello Aguirre. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. Januar 2021, 23:30 Uhr