Werders Tischtennis-Asse ärgern Düsseldorf – und sich selbst

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Bremer Bundesligist hatte am Mittwoch gute Chancen, den souveränen Tabellenführer Borussia Düsseldorf zu besiegen – am Ende fehlte nicht viel zur Überraschung.

Hinterher hockten sie dann zusammen in einer Ecke der Klaus-Dieter-Fischer-Halle, Mattias Falck und Kristian Karlsson. Die beiden Schweden, die im vergangenen November in Houston so furios gemeinsam Doppel-Weltmeister geworden waren.

An diesem Abend jedoch hatten sie mit ihren Bundesliga-Teams auf verschiedenen Seiten des Netzes gestanden und Karlsson musste seinen besten Kumpel am späten Mittwochabend ein bisschen aufrichten. Denn Falck hatte mit Werder eine 1:3-Niederlage kassiert und die tat richtig weh.

Es ist wie zuletzt gegen Saarbrücken: Gegen eine so gute Mannschaft musst du alle Chancen nutzen, die sich bieten. Leider haben wir das heute nicht geschafft, etwa im Spiel von Hunor gegen Anton Källberg.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

Falck bringt Werder in Führung

Tischtennis-Profi Mattias Falck reckt nach dem Sieg die Faust und blickt zu seinen Mitspielern.
Ein Sieg, eine bittere Niederlage: Für Werder Topstar Mattias Falck war es ein durchwachsener Abend. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Schon gegen den Tabellenzweiten aus Saarbrücken war am vergangenen Sonntag mehr drin gewesen für die Bremer. Nun war mit Borussia Düsseldorf der Dominator der Tischtennis-Bundesliga angereist, der vor einer Woche seine erste Saisonniederlage überhaupt kassiert hatte – weil das Team ersatzgeschwächt war. Nun aber nicht mehr.

Falck begann stark, gewann souverän sein Auftakteinzel mit 3:0 gegen den 39-jährigen Kamal Achanta, der in Vertretung von Timo Boll spielte. Dann musste Hunor Szöcs ran und Werders Sorgenkind kämpft seit inzwischen anderthalb Spielzeiten um einen erlösenden Sieg – und ausgerechnet gegen den ungeschlagenen Anton Källberg wäre es fast passiert. Der Schwede weist eine imposante Bilanz von 16:0 Siegen auf. Doch Szöcs spielte wie entfesselt.

Szöcs unterliegt bitter in Fünfsatz-Krimi

Werders Tischtennis-Profi Hunor Szöcs macht bei einem Vorhand-Schlag große Verrenkungen.
Der sieglose Hunor Szöcs spielte wie befreit gegen Düsseldorfs Topspieler Källberg und scheiterte erst knapp im fünften Satz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Denn der Rumäne hatte nichts zu verlieren als klarer Außenseiter und das schien ihm den Druck zu nehmen. "Das ist Hunor, wie man ihn aus dem Training kennt", lobte Werder-Coach Cristian Tamas, "er hat sehr sehr gut gespielt." Die beiden lieferten sich teils spektakuläre Ballwechsel an der Platte, von denen Szöcs die schönsten Punkte gewann. Doch am Ende blieb ihm wieder nur die Enttäuschung.

Mit 9:11 unterlag Szöcs denkbar knapp im fünften Satz. "Es ist schade für Hunor", sagte Tamas, "bei einigen Bällen war Pech dabei, aber er hat sehr gekämpft. Das Spiel war unsere Chance." Statt mit 2:0 zu führen, musste Werder den 1:1-Ausgleich hinnehmen.

Gegen Schweden kann Falck nicht

Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko greift sich bei einer Auszeit im Gespräch mit Werder-Trainer Cristian Tamas nachdenklich in die Haare.
Hatte seine Chancen gegen Kristian Karlsson: Kirill Gerassimenko kämpfte, unterlag aber mit 0:3. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Kirill Gerassimenko hatte die nächste Chance für Werder gegen Karlsson, und obwohl es schließlich eine 0:3-Niederlage wurde, waren alle drei Sätze hart umkämpft. Gerassimenko kam im dritten Durchgang auf vier Satzbälle, brachte sie aber nicht durch und so verwandelte Karlsson schließlich seinen dritten Matchball zum 17:15.

Nun kam es im vierten Einzel, dem Top-Duell, also erneut auf Falck an, der seine Bremer in die Doppel-Entscheidung spielen sollte. Da gab es nur ein Problem: Falck behagen Matches gegen seine Landmänner überhaupt nicht. Sie wissen eben genau, wie der Weltranglistenelfte tickt, kennen ihn zu gut. Falck hoffte zwar im Vorfeld noch, dass er den Bann dieses Mal endlich brechen könne, doch Källberg hatte ihn von Beginn an im Griff. Falck haderte und verlor mit 0:3.

"Spiel am Sonntag elementar wichtig"

Die Enttäuschung saß tief bei den Bremern nach der zweiten Niederlage binnen vier Tagen, bei denen sie um den Sieg gekämpft hatten. Nun steht Werder als Tabellenneunter nur zwei Punkte vor den Abstiegsrängen.

Umso mehr richtet sich der Fokus auf die nächsten beiden Partien gegen Bad Homburg und Grenzau. Beide Teams stehen hinter Werder, die Spiele sollten die Bremer besser gewinnen, wenn es nicht ungemütlicher werden soll.

Für uns ist das Spiel am Sonntag elementar wichtig. Wir haben jetzt zwei Chancen und müssen das Maximale mitnehmen.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Sportblitz

SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 1:3

Mattias Falck – Kamal Achanta 3:0 (11:6, 11:4, 11:8)
Hunor Szöcs – Anton Källberg 2:3 (11:9, 6:11, 11:9, 8:11, 9:11)
Kirill Gerassimenko – Kristian Karlsson 0:3 (6:11, 9:11, 15:17)
Mattias Falck – Anton Källberg 0:3 (8:11, 6:11, 7:11)

Mehr zum Thema:

Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. Januar 2022, 18:06 Uhr