Tischtennis-Krimi mit Happy End: Werder erkämpft ersten Saisonsieg

Audio vom 1. September 2021
Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko pustet nach dem Sieg erleichtert die Backen auf.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das Bundesliga-Duell mit Bergneustadt am Dienstagabend hatte es in sich: Ein 0:2 drehten die Bremer auch dank des zurückgekehrten Kirill Gerassimenko zum 3:2-Erfolg.

Als der Ball am späten Dienstagabend hinter die Tischkante flog und ein enttäuschter Aufschrei durch die Sporthalle in Bergneustadt raunte, da fiel von Cristian Tamas und seinen Werder-Spielern der Reihe nach die Anspannung ab. Endlich war er geschafft, der so wichtige erste Saisonsieg nach zwei bitteren Niederlagen. Und das gegen eine Mannschaft, gegen die die Bremer irgendwie noch nie gewinnen konnten.

Und gegen die sie bereits mit 0:2 ohne einen Satzgewinn zurückgelegen hatten, aber am Ende mit dem entscheidenden Doppel noch mit 3:2 gewannen. "Wir sind heute den harten Weg gegangen, aber ich bin erleichtert", sagte Werder-Coach Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz. Denn sein Team hatte sich gegen den erneuten Rückschlag gestemmt – gemeinsam.

Die Jungs haben sich zurückgekämpft und es ging auch nur über den Kampf. Das war heute ein Zeichen für die Mannschaft, sie haben bis zum Schluss gekämpft.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

"Kirill hat uns gefehlt"

Besonders die Rückkehr von Kirill Gerassimenko machte für Werder den Unterschied. Der Kasache konnte erst am vergangenen Wochenende seine zweiwöchige Corona-Quarantäne beenden und hatte den Bremern an den ersten beiden Spieltagen spürbar gefehlt.

Nun musste Werders Nummer zwei quasi mit Kaltstart ran, als es bereits 0:2 stand, doch er lieferte gegen Alberto Mino einen souveränen 3:0-Sieg ab. "Kirill hat uns als Ruhepol gefehlt", meinte Tamas, "er hat viel gekämpft heute und es war mental eine ganz starke Leistung."

Falck kämpft sich im 2. Einzel zurück

Tischtennis-Profi Mattias Falck blickt mit ausgestrecktem Schlagarm nach oben, um den Ball vor dem Aufschlag zu fokussieren.
Mattias Falck tut sich zum Saisonbeginn noch schwer: Der Weltranglistenneunte steht bei drei Siegen und drei Niederlagen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Angesteckt von Gerassimenkos furiosem Anschlusssieg konnte sich auch Werders Topstar Mattias Falck in seinem zweiten Duell des Abends deutlich steigern. Sein erstes Match gegen seinen Landsmann und Trainingspartner Elias Ranefur hatte der 29-jährige Schwede noch glatt verloren – Falck spielt nicht gerne gegen Spieler, die ihn etwas zu gut kennen.

"Elias kennt mich sehr gut. Wir sind gute Freunde und trainieren schon lange zusammen. Er hat heute sehr gut gespielt", lobte Falck später. Doch gegen Benedikt Duda, der am Wochenende in der Bremer Stadthalle deutscher Meister im Einzel und Doppel wurde, fand Falck immer besser ins Spiel und der Vizeweltmeister wurde zunehmend selbstbewusster.

Gerassimenko ersetzte Szöcs Doppel

"Mattias ist zurückgekommen, hat sich richtig reingekniet. Das war sehr wichtig für uns", sagte Tamas. Den Verlust des ersten Satzes steckte Falck weg, der Weltranglistenneunte schaffte mit 3:1 die Wende und brachte Werder damit ins Entscheidungs-Doppel.

Dort hatte sich Tamas für die Paarung aus Gerassimenko und Marcello Aguirre entschieden und auf Hunor Szöcs verzichtet – es sollte sich als Glücksgriff erweisen. Obwohl der erste Satz nach langer Führung noch verloren ging, brachte das Bremer Duo den Sieg noch über die Ziellinie. Viel Zeit bleibt jedoch nicht, den Erfolg zu genießen, bereits am Sonntag geht es mit dem nächsten schweren Auswärtsspiel gegen Ochsenhausen weiter.

Wir hatten einen schweren Saisonstart, daher war der Sieg heute unheimlich wichtig. Es war hart erkämpft, umso glücklicher bin ich über den Erfolg. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg zusätzliches Selbstvertrauen für das Spiel gegen Ochsenhausen gibt.

Werders Nummer eins Mattias Falck

TTC Schwalbe Bergneustadt – SV Werder Bremen 2:3

Benedikt Duda – Marcelo Aguirre 3:0 (11:3, 11:9, 11:6)
Elias Ranefur – Mattias Falck 3:0 (11:5, 11:9, 11:7)
Alberto Mino – Kirill Gerassimenko 0:3 (7:11, 7:11, 6:11)
Benedikt Duda – Mattias Falck 1:3 (11:5, 4:11, 7:11, 8:11)
Elias Ranefur/Alberto Mino – Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre 1:3 (12:10, 4:11, 4:11, 7:11)

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 1. September 2021, 7 Uhr