Werder kann Tischtennis-Doppelweltmeister Falck halten

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Bremer haben mit drei ihrer vier Spieler für zwei Jahre verlängert. Dass Top-Spieler Mattias Falck weiter das Bundesliga-Team anführt, war nicht selbstverständlich.

Bei Werder Bremen ist man erleichtert. Vertragsverhandlungen sind auch in der Tischtennis-Welt mitunter knifflig und in der deutschen Bundesliga laufen in dieser Saison eine Menge Spielerverträge aus. Die Begehrlichkeiten sind groß, der Markt ist lukrativ.

"Viele Spieler suchten neue Vereine und viele Vereine weltweit suchten neue Spieler", erzählt Mattias Falck im Gespräch mit dem Sportblitz: "Es war auch für Werder nicht einfach, überhaupt gute Spieler zu bekommen. Aber ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden."

"Fühle mich hier wie Zuhause"

Vor allem, weil sie ihn für zwei weitere Jahre halten konnten, den sympathischen, hochgewachsenen und mittlerweile 30 Jahre alten Schweden – amtierender Doppelweltmeister und Vize-Weltmeister von 2019. Falck gehört zur Weltspitze im Tischtennis und hat sich bewusst für die Vertragsverlängerung in Bremen entschieden.

Ich mag den Klub und das Drumherum sehr. Alle sind sehr nett und ich fühle mich hier wie Zuhause. Es war für mich eine leichte Entscheidung, den Vertrag zu verlängern.

Mattias Falck lächelt beim Interview mit dem Sportblitz, im Hintergrund trainieren zwei Werder-Spieler.
Doppelweltmeister Mattias Falck im Sportblitz

Dabei war der neben Timo Boll und Dimitri Ovtcharov beste europäische Spieler auch bei anderen Vereinen im Visier. "Ich hatte andere Angebote, aber ich habe mit niemandem sonst verhandelt", betont Falck: "Werder war meine erste Option und ich bin froh, dass wir uns einig geworden sind."

Auch mit Gerassimenko und Aguirre verlängert

Werders Tischtennis-Profi Kirill Gerassimenko mit viel Energie und Körperspannung beim Vorhandschlag.
Kirill Gerassimenko ist hinter Mattias Falck die Nummer zwei im Werder-Team. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Für zwei weitere Jahre hat Werder auch mit dem Nummer-zwei-Spieler Kirill Gerassimenko und der Nummer drei Marcelo Aguirre verlängert. "Kirill ist unser Publikumsliebling und Wunschspieler", sagt Teammanager Sascha Greber im Gespräch mit dem Sportblitz, "Cristian Tamas hat ihn wahnsinnig gut weiterentwickelt und auch Marcelo ist ein akribischer Arbeiter, der einen großen Schritt gemacht hat."

Nach acht Jahren verlässt aber Hunor Szöcs die Grün-Weißen und wechselt in die französische Liga. Szöcs hatte sich zuletzt zum Pechvogel der Bremer entwickelt, dem seit mittlerweile zwei Spielzeiten kein einziger Bundesliga-Sieg mehr gelungen war.

Hunor hat international sehr gute Ergebnisse geholt, aber es leider nicht geschafft, für uns in der Liga gut zu spielen. Es ist jetzt wichtig für ihn in einer Liga mit nicht so starken Gegnern zu spielen, um schneller wieder in die Spur zu kommen.

Cristian Tamas im Interview vor seinem Shop.
Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Werders Tischtennis-Coach Tamas: "Mattias weiß, was er an uns hat"

Bild: Radio Bremen

Die Bundesliga rüstet weiter auf

Werders Tischtennis-Profi Marcello Aguirre
Bei Marcelo Aguirre platzte vor wenigen Wochen mit zwei Fünfsatz-Siegen gegen starke Gegner der Knoten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Leichte Gegner findet man in der Tischtennis-Bundesliga schon heute längst nicht mehr, nicht nur deshalb kämpft Werder in dieser Saison gegen den Abstieg. Zur kommenden Saison müssen die Bremer jedoch noch härter arbeiten als ohnehin schon, denn die anderen Bundesliga-Klubs rüsten personell massiv auf.

Das Niveau wird noch mehr anziehen und könnte gar eine neue Dimension erreichen. Gerüchten zufolge arbeitet Spitzenreiter Borussia Düsseldorf daran, neben Boll einen der asiatischen Top-Ten-Spieler einzukaufen – es wäre ein Paukenschlag.

"Mattias ist ein echter Anführer"

Doch auch andere Liga-Konkurrenten mischen ihre Kader neu zusammen, Werder muss sich warm anziehen. Umso wichtiger, dass Falck den Bremer Bundesligisten weiterhin anführt. Auch Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald stand trotz der herausfordernden Zeiten für den Verein von Beginn an hinter der Planung, Falck zu halten.

Wir sind froh und stolz, dass so ein Weltklasse-Spieler bei uns bleibt. Mattias ist ein super Typ und guter Charakter, ein echter Anführer und wirklicher Mannschaftsspieler.

Werders Tischtennis-Teammanager Sascha Greber applaudiert am Spielfeldrand.
Werder-Teammanager Sascha Greber

Denn andere Vereine haben oft ein Problem mit ihren Topspielern: "Andere Einser-Spieler sind oft gar nicht bereit, jedes Liga-Spiel zu bestreiten", sagt Greber, "aber Mattias hat von Anfang an gesagt, dass er jedes Spiel spielen will."

Die Frage, wer der neue, vierte Mann im Werder-Quartett ist, will der Verein in Kürze beantworten. Ein junger Spieler mit Potenzial wird es sein und kein Unbekannter in der Bundesliga.

Werders Tischtennis-Team aus Trainer Tamas, Falck, Szöcs, Gerassimenko und Aguirre steht mit Masken nebeneinander und applaudieren dem Gegner bei der Vorstellung.
Nur Szöcs (3. von rechts) verlässt das Werder-Team von Trainer Tamas (links). Falck (2. von links), Gerassimenko (2. von rechts) und Aguirre (rechts) bleiben. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehr zum Thema:

Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Februar 2022, 18:06 Uhr