Schwere Beine, müder Kopf: Werders Tischtennis-Asse mit Kraftakt-Sieg

Tischtennis-Profi Mattias Falck schreit den Jubel raus und reckt die Faust.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Abstiegskampf-Wochen stecken dem Bremer Bundesligisten in den Knochen. Das 3:2 gegen Grünwettersbach war ein Sieg des Willens – und der Klasse von Topstar Falck.

Am vergangenen Mittwochabend hatten die Bremer fast bis Mitternacht um den Sieg gegen Fulda gekämpft und dann doch knapp im fünften Satz des fünften Spiels mit 8:11 verloren. Das tat richtig weh.

In der Tischtennis-Bundesliga geht es derzeit Schlag auf Schlag und für Werder um nichts weniger als darum, nicht abzusteigen. Umso mehr zählt im Liga-Endspurt jeder Sieg, doch mit dem dritten Spiel binnen acht Tagen war den Werder-Profis am Sonntag in Karlsruhe die Müdigkeit anzumerken.

Das war ein Kraftakt heute, die Jungs waren nach den letzten Wochen mental und körperlich müde. Aber zwei Sachen möchte ich hervorheben: die mentale und die kämpferische Stärke von Mattias – das war Weltklasse.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Falck macht für Werder wieder den Unterschied

Tischtennis-Profi Mattias Falck blickt mit ausgestrecktem Schlagarm nach oben, um den Ball vor dem Aufschlag zu fokussieren.
Werders Mattias Falck gewann gegen Tobias Rasmussen mit 3:1 und gegen Wang Xi mit 3:2. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Doppelweltmeister Mattias Falck hielt seine Mannschaft gegen Grünwettersbach mit seinen beiden Siegen im Einzel am Leben, obwohl der 30 Jahre alte Schwede selbst nicht seinen besten Tag erwischte. Doch Falck zählt nicht umsonst zur Tischtennis-Weltelite und zeigte besonders im Top-Duell mit Wang Xi, wie er sich noch zurückkämpfen kann, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht.

Falcks 3:2-Sieg brachte Werder in die Doppel-Entscheidung und auch dort mussten Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre den nächsten Kraftakt bestehen. Beide hatten zuvor ihre Einzel chancenlos und glatt mit 0:3 verloren.

Wir hatten lange kein Doppel mehr gewonnen. Und wenn man seine Einzel vorher so verliert, ist mental sehr schwer, wieder auf der Höhe zu sein.

Werder-Trainer Cristian Tamas im Gespräch mit dem Sportblitz

Werder-Doppel dreht Rückstand

Kirill Gerassimenko mit einem überrissenen Vorhandschlag.
Im Einzel chancenlos, im Doppel mit Kraftakt: Werders Nummer zwei Kirill Gerassimenko. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sechs Mal hatte Werder in dieser Saison im Entscheidungs-Doppel noch verloren, zuletzt am vergangenen Mittwoch. Und auch der Start gegen Ricardo Walther und Tobias Rasmussen ging gleich daneben. Doch das Werder-Duo mobilisierte nach dem 0:1-Satzrückstand die letzten Kräfte und kämpfte sich Punkt für Punkt in die Partie und schließlich zum 3:1-Sieg.

Nach der sechsstündigen Heimfahrt heißt es für Werder vor allem eines: regenerieren. "Das geht auch gar nicht anders", sagte Trainer Cristian Tamas, "wir müssen uns jetzt erholen, damit wir am nächsten Sonntag gegen Bergneustadt wieder alles geben können." Werder hat als Tabellenneunter mit dem Sieg Abstand nach hinten zwar auf vier Punkte vergrößert, aber die Zeit zum Ausruhen ist noch nicht gekommen.

ASV Grünwettersbach – SV Werder Bremen 2:3

Wang Xi – Kirill Gerassimenko 3:0 (11:8, 11:2, 11:8)
Tobias Rasmussen – Mattias Falck 1:3 (7:11, 8:11, 11:6, 4:11)
Ricardo Walther – Marcelo Aguirre 3:0 (11:6, 11:2, 11:6)
Wang Xi – Mattias Falck 2:3 (11:9, 9:11, 11:2, 8:11, 9:11)
Ricardo Walther/Tobias Rasmussen – Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre 1:3 (11:7, 11:13, 6:11, 7:11)

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 14. Februar 2022, 8 Uhr