TSG Bremerhaven möchte mit "Time Machine" die Zeit zurückdrehen

Bild: Radio Bremen

Die größten Erfolge der Lateinformation von Horst Beer liegen lange zurück. Mit der neuen Choreografie möchte die TSG bei der DM an alte Zeiten anknüpfen. Einfach ist das nicht.

Mehr als 600 Zuschauer waren am Mittwochabend in die Stadthalle Bremerhaven gekommen. Freunde und Familie der jungen Lateinformation, aber auch viele ehemalige Tänzerinnen und Tänzer der TSG Bremerhaven.

Sie alle warteten gebannt auf die Generalprobe der neuen Choreografie von Bundestrainer Horst Beer und ein bisschen Nostalgie wehte an diesem Abend durch die Stadthalle. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum, und zu gerne würde man in Bremerhaven endlich mal wieder große Erfolge bejubeln.

Letzter WM-Titel von 2006

Noch immer führt die TSG die Bestenliste mit den meisten WM-Titeln an: 14 Mal war Bremerhaven vorn, der Bremer Grün-Gold-Club zehn Mal. Doch diese besondere Rivalität liegt eben schon sehr lange zurück, 2006 war der letzte WM-Erfolg der TSG.

Seither haben sich die Bremerhavener schwer getan, die moderne Entwicklung im Lateinformationstanzen, die besonders GGC-Trainer Roberto Albanese vorangetrieben und immer wieder auf ein neues Level gehoben hat, mitzugehen.

Hommage zum 50. Vereinsjubiläum

Mit "Time Machine", dem Blick zurück auf alte Erfolgschoreografien, soll dieser Schritt nach vorne nun gelingen. Eine Zeitmaschine also als Hommage an vergangene Zeiten zum 50. Jubiläum, die laut Beer das Publikum "berühren und begeistern" soll.

Und genau das tat sie auch mit den Zuschauern auf der Tribüne. Zwei Durchgänge der sechsminütigen Choreografie tanzten die acht Paare, die in ihren schwarzen und leuchtend roten Kostümen strahlten.

Viel Energie und Altbekanntes

Beer hat das Tempo für seine Lateinformation hoch angesetzt, doch der ein oder andere der jungen Tänzerinnen und Tänzer hatten mitunter bei der Generalprobe noch damit zu kämpfen. Wiedererkennbar waren für die Zuschauer Elemente aus der Vergangenheit von "Sahara", "Olympia", "Music", "West Side Story" und "Miami".

Die Lateinformation strahlte viel Schwung aus und zog sichtlich Energie aus dem lange vermissten Applaus und den Anfeuerungen von der Tribüne. Beer hatte die neue Choreografie nach der coronabedingten Absage der Bundesliga-Saison kreiert, um seine Mannschaft "aus dem Motivationsloch" zu holen.

Ist die Choreo modern genug?

Doch es wird sich bei der deutschen Meisterschaft am 13. November in eben dieser Halle zeigen, ob es wirklich eine gute Idee war, auf Nostalgie zu setzen. Beers große Zeit war in den 1990er Jahren und dass der Touch dieser Zeit dem Stil seiner Choreografien danach immer noch etwas haften blieb, straften die Wertungsrichter ab. Nun greift Beer Elemente eben jener Zeit auf, wenn auch in kurzen Sequenzen.

Ob die TSG-Hommage genügend moderne, frische Elemente aufweist, um es nach dem vierten Platz bei der letzten deutschen Meisterschaft wieder aufs Podium zu schaffen, muss sich zeigen. Beer hofft jedenfalls, dass "Time Machine" die Zeit gute 15 Jahre zurückdreht und mit ihr der Erfolg zurückkehrt: "Schön wär's."

So will der TSG Bremerhaven an frühere Tanz-Erfolge anknüpfen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2021, 18:06 Uhr