TSG Bremerhaven freut sich über "genialen" 3. Platz bei der Tanz-EM

TSG Bremerhaven tanzt mit "Time Machine" aufs EM-Treppchen

Bild: DPA | Nordphoto / Witke

In Abwesenheit der russischen Favoriten nutzte die Lateinformation der TSG die Gunst der Stunde für den Sprung aufs Treppchen. Trainer Buchmann ist "mega stolz".

Lächeln gehört für Formationstänzerinnen und -tänzer quasi zum Geschäft. Der gute Gesamteindruck auf dem Parkett ist entscheidend, daher werden also auch Fehler und Misserfolge gekonnt weggelächelt. Doch sobald die sechseinhalb Minuten vorbei sind, darf alles frei herausgelassen werden und die echte Gefühlslage wird sichtbar – so auch bei der TSG Bremerhaven am späten Samstagabend.

Die Finalrunde der Tanz-EM in Wien war beendet, die Jubelschreie hallten über das Parkett und das breite Strahlen von Trainer Dirk Buchmann durfte schon als ein sehr klares Indiz gedeutet werden, wie zufrieden er mit dem Auftritt seines Teams war. "Ich bin mega stolz auf die Mannschaft", jubelte auch der Coach.

"Ein Wechselbad der Gefühle"

In der sogenannten "Kiss-and-cry-Area" holten sich die Bremerhavener ihre Wertung ab für "Time Machine" und wurden mit 33,55 von 40 möglichen Punkten und dem dritten Rang belohnt.

Doch optimal war es für das junge TSG-Team bei diesem Turnier zunächst nicht gelaufen. Die ersten beiden Runden gingen nicht fehlerfrei über die Bühne, doch mit einer deutlichen Steigerung beim Final-Auftritt sicherte sich die Formation noch den Platz auf dem Treppchen hinter dem Grün-Gold-Club und dem HSV Zwölfaxing.

Es war ein Wechselbad der Gefühle. Die Vorrunde lief noch nicht so wirklich gut, in der Zwischenrunde waren auch noch Fehler drin. Da habe ich mich schon etwas geärgert. Aber in der Endrunde haben sie alles gegeben und toll getanzt.

TSG-Präsident Horst Beer im Sportblitz

Die russischen Favoriten fehlten

Die TSG hatte bei der EM die Gunst der Stunde genutzt, da die beiden russischen Teams Duet Perm und Vera Tyumen nicht antreten durften. Diese hatten bei der WM im vergangenen Dezember die Ränge zwei und drei hinter Grün-Gold belegt. Auch in Wien hätte das Trio wohl wieder den Titel unter sich ausgemacht.

Durch das EM-Startverbot für die Russen war das Feld hinter den Bremern nun weit offen – und Bremerhaven griff im Endspurt noch zu. "In fünf Jahren fragt niemand mehr, wer dabei war", sagte Buchmann im Sportblitz: "Da geht es nur noch darum, wer Bronze geholt hat."

Neuaufbau der TSG läuft

Bei der WM war Zwölfaxing noch hinter die TSG gewertet worden, in Wien zeigte das Heimteam mit "One Chance" jedoch in allen drei Runden seine Qualität und holte Rang zwei. Dennoch ist man sehr zufrieden bei den Bremerhavenern.

Bei der WM hat unsere Mannschaft international ihr Debüt gegeben und wurde Vierter. Jetzt kommt sie bei der EM auf einen Bronze-Platz, das ist doch genial.

TSG-Coach Dirk Buchmann im Sportblitz

Für die Bremerhavener ist der dritte Platz die Bestätigung, beim Neuaufbau der Lateinformation auf dem richtigen Weg zu sein. Fünf Mal gewann die TSG in der Vergangenheit schon den EM-Titel (1995, 1996, 1998, 2000, 2002), doch seit 2008 ist sie nicht mehr dabei gewesen. Buchmann hatte das Team 2017 zurück in die Bundesliga geführt und nach dem Rückzug des TSZ Velbert den Platz als zweite deutsche Kraft übernommen. "Wir sind einfach glücklich und haben die Nacht zum Tag gemacht und andersherum", freute sich Buchmann.

Das Ergebnis des EM-Finales:

PlatzFormationNationChoreografiePunkte
1.Grün-Gold-Club A-TeamDeutschlandEmozioni36,56
2.HSV Zwölfaxing A-TeamÖsterreichOne Chance34,75
3.TSG BremerhavenDeutschlandTime Machine33,55
4.Sportunion FCP Perchtoldsdorf A-TeamÖsterreichEarth31,75
5.DoubleV A-TeamNiederlandeFinal Countdown29,60
6.XS Latin A-TeamEnglandBoogie Wonderland29,40

Wieder ganz vorn — Bremer Lateinformation verteidigt Titel bei EM

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 29. Mai 2022, 19:30 Uhr