Grün-Gold-Club trainiert unter katastrophalen Bedingungen für die EM

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Bei der EM am Samstag in Wien startet der Bremer Grün-Gold-Club als großer Favorit. Die Vorbereitung auf das Turnier findet allerdings unter komplizierten Bedingungen statt.

Der Grün-Gold-Club startet bei der EM am Samstag in Wien mit einem klaren Ziel. Die Bremerinnen und Bremen wollen den Titel mit an die Weser bringen, doch wenige Tage vor dem Turnier ist Coach Roberto Albanese mächtig angefressen. Zum einen, weil ihm die Performance seiner Formation noch nicht gefällt. Zum anderen, weil die Bedingungen für das Training in der Halle an der Delfter Straße katastrophal sind. Weder die Heizung noch das Licht funktionieren. Helligkeit kommt lediglich durch die Lichtschächte hinein.

Groteske Zustände, an denen die Stadt nichts ändert. "Mehr als anmerken, dass wir kein Licht haben, können wir nicht machen", sagt Coach Roberto Albanese. Tänzer Kevin Berger empfindet die Bedingungen als "ziemlich schlimm", denn nachdem es im Winter noch kalt war, sei es nun extrem heiß beim Training. Dazu komme noch die Dunkelheit.

Zu sehen ist ein in die Jahre gekommenes Hallendach.
Auch das Dach in der Halle an der Delfter Straße ist in die Jahre gekommen. Bild: Radio Bremen

Wolf Krämer, Sprecher von Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne), erklärt im Gespräch mit dem Sportblitz, dass durch die Senatorin daran nichts geändert werden könne. Schließlich teile der Landessportbund (LSB) den Vereinen die Hallen zu. Dies ärgert wiederum den LSB, der betont, hier lediglich als Dienstleister zu fungieren. "Die Hallensituation in Bremen ist katastrophal", so LSB-Präsident Andreas Vroom. Krämer berichtet zudem, dass dem Grün-Gold-Club für das Training zwei weitere Hallen zur Verfügung stehen. Diese sind für die Formation allerdings in der Praxis nicht brauchbar, da sie nicht über die nötige Breite verfügen, um die Choreografie einzubauen. Zudem fehlt eine Tribüne. Diese wird benötigt, um aus der Sicht von oben die Abstände und die Synchronität beurteilen zu können.

Die Einstellung passt Albanese nicht

Die Tänzerinnen und Tänzerinnen des Grün-Gold-Clubs präsentieren Bremen mit ihren Erfolgen in der gesamten Welt, müssen allerdings in einer maroden Halle trainieren. Albanese hadert jedoch auch mit der aktuellen Einstellung der Formation, die noch nicht da ist, wo er sie gerne hätte. Im Training sieht er noch nicht die letzte Gier.

Es war in den letzten vier Wochen schwierig, wieder richtig anzutreiben und die Mannschaft wieder wachzurütteln, weil alle in so einem 'Ja, kriegen wir schon hin, ist Europameisterschaft'-Modus waren. Jetzt kommen sie so langsam gut aus der Kurve.'

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Roberto Albanese im Sportblitz

Die Konkurrenz aus Russland fehlt

Der Grün-Gold-Club startet als Favorit in das Turnier. Zumal die Konkurrenz der russischen Formationen von Vera Tyumen und Duet Perm aufgrund des Kriegs in der Ukraine fehlen. Albanese glaubt jedoch, dass es gerade deswegen ein schwieriges Turnier wird, weil nun alle erwarten würden, dass seine Formation "outstanding" performe. Er erwartet, dass der HSV Zwölfaxing und die TSG Bremerhaven die größten Konkurrenten um den Titel sein werden.

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Bild: DPA | Nordphoto / Witke

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 24. Mai 2022, 18:06 Uhr