Sportanlagen in Bremen und Bremerhaven können ab Samstag wieder öffnen

Der Senat hat entschieden, einige kontaktarme Sportarten unter gewissen Voraussetzungen zuzulassen. Geisterspiele für Werder hält Sportsenatorin Anja Stahmann für unwahrscheinlich.

Video vom 21. April 2020
Ein leerer Tennisplatz bei sonnigem Wetter.
Bild: Radio Bremen

Am kommenden Samstag sollen einige Sportanlagen in der Stadt Bremen wieder freigegeben werden. "In leichten und behutsamen Schritten", wie Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) in einer Pressekonferenz des Senats am Dienstag mitteilte. Denn die Erfolge, die man mit den Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus erzielt habe, seien fragil. Daher gehe es aktuell nur um die "Ermöglichung von kontaktarmen Sportarten", so Stahmann. Die Beschlüsse beträfen somit einzig die individuelle Bewegung an der frischen Luft. Erlaubt seien beispielsweise Laufen, Tennis und Golf, sofern die Ausübung allein, zu zweit mit entsprechendem Abstand oder im Familienverbund erfolge. Kontaktsportarten wie Fußball oder Ringen sind hingegen weiterhin untersagt. Die Entscheidung traf der Senat in Absprache mit dem Landessportbund. Sie soll am Freitag endgültig beschlossen werden.

Wir öffnen keine Umkleiden, wir öffnen keine Hallen, keine Stadien. Davon sind wir noch weit entfernt.

Anja Stahmann, Bremer Sportsenatorin

Indem er die Sportanlagen wieder öffne, wolle der Senat die Ansammlungen sporttreibender Menschen, wie es sie etwa am Deich in Bremerhaven, im Blockland und am Osterdeich gegeben habe, "entzerren". Voraussetzung dafür ist, dass die Regeln zum Kontakt- und Versammlungsverbot sowie die geltenden Hygiene-Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden. Was der Beschluss für jede einzelne der laut Stahmann "über 400 Sportarten" im Detail bedeute, also was erlaubt und was verboten sei, habe man noch nicht festgelegt.

Die Neureglung sei jedenfalls der erste Schritt, der es den Vereinen ermögliche, Sport auf ihren Anlagen zu betreiben, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Zugleich betonte er: "Wir erwarten von den Vereinen, dass sie ein Hygienekonzept vorlegen." Unter anderem müssen Desinfektionsmittel und Papierhandtücher bereitgestellt werden.

Sollte sich das Konzept bewähren, sei es möglich, dass weitere Lockerungen folgen, so Stahmann. Sollte es dazu kommen, sei etwa Training in Kleingruppen denkbar. Ein konkreter Zeitfahrplan zu weiteren Lockerungen ist aber nicht vorgesehen. Erst nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 30. April könne man das weitere Vorgehen konkretisieren. Denn: "Dann werden die großen Themen diskutiert", sagte die Sportsenatorin. Unter anderem sollen in dem Gespräch auch die Spielbetriebe in den Amateurklassen thematisiert werden.

Auch in Bremerhaven sollen die Sportanlagen "behutsam" wieder geöffnet werden. Das teilte der Magistrat am Dienstag mit. "Damit soll im Gleichklang mit der Stadt Bremen Sport auch auf den Freiluftanlagen im Bereich Individualsport ermöglicht werden", sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Mannschaftssport sei damit aber noch nicht möglich.

Geisterspiele schwer vorstellbar

Über Geisterspiele im Profifußball werde hingegen erst in der nächsten Konferenz von Kanzlerin und Ministerpräsidenten entschieden, sagte Sportsenatorin Stahmann. Sie könne sich Partien vor leeren Rängen im Weser-Stadion aber nur "schwer vorstellen". Grund sind die vielen Vorgaben, die es selbst bei Geisterspielen einzuhalten gelte. Hierzu gehörten unter anderem die Abstandsregelung, das Ausbleiben von Fanversammlungen vor dem Stadion und die Vielzahl von Covid-19-Tests, die für eine Fortsetzung des Spielbetriebs erforderlich seien. "Wir möchten auch, dass wir schnell wieder Fußballspiele erleben können", sagte sie. Vorrang habe aber die Gesundheit der Menschen. Dafür müsse die Deutsche Fußball Liga (DFL) ein klares Konzept vorlegen.

Werder Bremen: Diskussion um Geisterspiele in der Bundesliga

Video vom 21. April 2020
Zwei als Geister gekleidete Fußballfans, die ein Schild vor dem Stadtion hochhalten mit der Aufschrift: Geisterspiel wir wollen rein!
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. April 2020, 18:06 Uhr