Segel-Endspurt: Herrmann schon Zweiter – dickes Lob von Fürst Albert

Wenn das keine Motivation für die letzte Woche der Weltumseglung ist: Der Oldenburger Boris Herrmann bekam eine überraschende Videobotschaft – und sie half.

Fürst Albert grüßt Boris Herrmann per Videobotschaft
Kurzer Plausch mit seinem "Chef": Solo-Segler Boris Herrmann (rechts) freute sich über das Video-Gespräch mit Fürst Albert von Monaco, für dessen Yachtklub er segelt. Bild: Boris Herrmann Racing

Und auf einmal war er da, zugeschaltet in der Video-Konferenz, und Boris Herrmann war ganz verdutzt. Fürst Albert von Monaco begrüßte den 39 Jahre alten gebürtigen Oldenburger auf dem Bildschirm und schenkte ihm ein dickes Lob für seine bisherige Leistung bei der Vendee-Globe, der härtesten Regatta der Welt für Einhandsegler – und dort ist Herrmann seit Mittwoch auf den zweiten Rang vorgeprescht.

Gratulation, Boris, für alles, was du bisher geschafft hast – das ist fantastisch. Ich bin so stolz auf dich und freue mich für dich. Ich kann den Ausgang des Rennens nicht erwarten, aber es ist schon jetzt ein riesiger Erfolg.

Fürst Albert von Monaco in einer Video-Schalte mit Boris Herrmann

"Bin bereit für den Endspurt"

Prinz Albert von Monaco (Archvbild)
Fürst Albert von Monaco ist von jeher ein großer Unterstützer des Sports und fiebert mit Boris Herrmann mit, der für seinen Yachtklub segelt. Bild: Imago | PanoramiC

Herrmann freute sich sichtlich über die Aufmunterung seines "Chefs". Für den Yachtklub des Fürstentums ist er bei dieser Weltumseglung unterwegs. Nun sind es mittlerweile 73 Tage ganz alleine auf dem Meer, das nagt weiter an ihm. Umso mehr tat Herrmann das kurze Gespräch mit dem sportbegeisterten Fürsten gut.

Vielen Dank für die netten Worte und die Unterstützung. Ich spüre das vor allem mental, dass der ganze Klub hinter mir steht. Ich bin bereit für den Endspurt, nächsten Donnerstag vielleicht, wenn wir Glück haben. Drückt die Daumen, dass in den nächsten Tagen alles gut geht.

Solo-Segler Boris Herrmann im Video-Gespräch mit Fürst Albert von Monaco

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Wertungschaos: Wer liegt hier wirklich vorn?

Und wenn es richtig gut geht, dann segelt der erste Deutsche, der bei diesem waghalsigen Seeabenteuer mitgemacht hat, sogar noch aufs Podium. Sein Rückstand auf den französischen Spitzenreiter Charlie Dalin betrug nach 73 Tagen lediglich 114 Seemeilen, also 211 Kilometer. Die beiden Skipper haben allerdings einen anderen Kurs gewählt als der Franzose Louis Burton auf Rang vier, der weiter westlich im Atlantik unterwegs ist und auf Karte visuell an der Spitze des Feldes liegt – und damit ist die Verwirrung für die Skipper und die Fans gleichermaßen perfekt.

"Wir haben einfach nicht damit gerechnet, dass es ein so enges Finale mit so vielen Booten gibt", mussten die Veranstalter der Vendee Globe am Dienstag zugeben. Für die letzten zehn Prozent der Regatta hatten die Organisatoren daher zunächst keine Wegmarken mit dem üblichen Kurs in den Online-Livetracker eingebaut. Denn sie dachten, das Rennen wäre vor dem Endspurt längst entschieden. Das ist es jedoch keineswegs.

Packendes Finish wird erwartet – mit Herrmann mittendrin

Und so wurden jene Skipper, die im Atlantik einen westlicheren Kurs gewählt hatten, plötzlich weiter hinten gewertet, als jene, die die direktere Linie zum Zielhafen in Les Sables-d'Olonne wählten. So fiel auch Herrmann zwischenzeitlich von Rang drei auf sieben zurück.

Am Mittwoch wiederum passierten die sieben schnellsten Segler auf dem Weg nordwärts die Kapverden wieder in "richtiger" Reihenfolge und nahmen Kurs auf die mehr als 1.000 Kilometer westlich von Portugal gelegene Azoren-Inselgruppe. Entschieden wird das Rennen wohl erst in den letzten beiden Tagen vor der Zielankunft – es dürfte ein packendes Finish werden, mit Boris Herrmann mittendrin.

Segler Herrmann fleht den Windgott an – mit Erfolg

Video vom 21. Januar 2021
Der Segler Boris Herrmann, der auf seinem Seelboot in seine Kamera spricht und sich an seinen Hut fässt.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Januar 2021, 18:06 Uhr