Showdown vor den Azoren: Segler Herrmann kämpft weiter um den Sieg

Obwohl der gebürtige Oldenburger bei der Weltumseglung Vendee Globe von Rang zwei auf drei zurück gefallen ist, ist für Boris Herrmann im Endspurt weiter alles möglich.

Segler Boris Herrmann auf seiner Yacht bei einem Trainingslauf.
Boris Herrmann büßte zwar einen Platz ein, machte aber dennoch Boden auf den Führenden Charlie Dalin gut. Bild: DPA | Pierre Bouras

Gerade noch gab es ein wohltuendes Lob von Fürst Albert von Monaco, das Boris Herrmann nach mittlerweile 75 Tagen allein auf hoher See so richtig gut getan hatte.

Und der gebürtige Oldenburger durfte sich einen kurzen Moment lang daran berauschen, dass er bei der Vendee Globe, der härtesten Segelregatta einmal um die Welt, kurz vor dem Ziel auf Platz zwei rangiert.

Rang zwei fühlt sich gut an für die Moral, aber ich habe keine Festbuchung für einen Podiumsplatz. Der ist natürlich mein Traum, mein Ziel, aber keinesfalls sicher.

Weltumsegler Boris Herrmann in seinem Youtube-Tagebuch

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"Uns steht die unglaublichste Woche der Vendee Globe bevor"

Und Herrmann sollte mit seiner vorsichtigen Prognose richtig liegen – entschieden ist etwa 3.700 Kilometer vor dem französischen Zielhafen Les Sables-d'Olonne noch gar nichts. Und obwohl Herrmann am Freitag auf den dritten Rang zurück fiel, hat auch der 39-Jährige, der als erster Deutscher an dieser Prestige-Veranstaltung teilnimmt, immer noch Chancen auf den Sieg.

Uns steht die unglaublichste Woche dieser Vendee Globe und überhaupt der Geschichte der Vendee Globe bevor.

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Entscheiden die Zeitgutschriften über den Sieg?

Sechs der noch 25 teilnehmenden Boote liegen an der Spitze eng beieinander. Und obwohl der Franzose Louis Burton an Herrmann nun vorbeizog, konnte er seinen Rückstand auf den Führenden Charlie Dalin von 114 auf 64 Seemeilen, also auf etwa 119 Kilometer, verkürzen. Entscheidend werden für die Endabrechnung aber noch die Zeitgutschriften sein, die drei Skipper aus der Spitzengruppe für Rettungsaktion des schiffbrüchigen Kevin Escoffier erhalten werden – auch Herrmann darf sechs Stunden von seiner Gesamtzeit abziehen.

Doch der Franzose Jean Le Cam, derzeit nur Achter, hat eine Gutschrift von 16 Stunden und 15 Minuten erhalten, sein Landsmann Yannick Bestaven als momentan Sechster zehn Stunden und 15 Minuten – beide könnten am Ende also noch entscheidend in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen.

Jetzt Bruch zu erleben würde sich für mich so viel tragischer anfühlen als zu jeder Zeit vorher. Mit jedem Tag, der uns dem Ziel näher bringt, verschmelzen die positive Aufregung und diese latente paranoide Angst zu einem neuen Mix.

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Segler Herrmann fleht den Windgott an – mit Erfolg

Video vom 21. Januar 2021
Der Segler Boris Herrmann, der auf seinem Seelboot in seine Kamera spricht und sich an seinen Hut fässt.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Januar 2021, 18:06 Uhr