Solo-Segler Herrmann steht vor dem nächsten Meilenstein

In Kürze wird der gebürtige Oldenburger bei der Vendee Globe das Kap Hoorn erreichen und wieder Kurs Richtung Europa einschlagen. Das wird an Bord gebührend gefeiert.

Video vom 4. Januar 2021
Boris Herrmann sitzt an Bord seiner "Seaexplorer" und schaut in die Kamera. Dabei trägt er eine Mütze und eine dicke Jacke.
Bild: Boris Herrmann

Auf die Einsamkeit folgt ein kleines bisschen Gesellschaft. Kurz vor dem Jahresende segelte Boris Herrmann zwischen Chile und Neuseeland am "Point Nemo" vorbei – dem abgelegensten Punkt der Erde. Am Montag durfte er sich nun über ein bisschen Besuch freuen. Minutenlang schwebte ein Albatross um sein Schiff, die "Seaexplorer", wie Herrmann freudig auf seinem Youtube-Kanal dokumentierte.

Schon bald dürfte die Freude bei ihm aber noch viel größer sein. Bei der Vendee Globe steht der gebürtige Oldenburger vor dem nächsten Meilenstein. Am Montagabend oder in der Nacht auf den Dienstag wird Herrmann das Kap Hoorn, den südlichsten Punkt Südamerikas, erreichen. "Kap Hoorn ist die wichtigste Wegmarke dieser Überfahrt. Da werde ich eine kleine Flasche Champagner öffnen", erzählt Herrmann in einer Videobotschaft dem NDR. Vorher wartet aber noch ein hartes Stück Arbeit auf ihn. Herrmann hat viel Respekt vor den Wetterkapriolen an der chilenischen Küste. Zugleich kann er es aber auch kaum erwarten, zum ersten Mal seit dem Start am 8. November des vergangenen Jahres im französischen Les Sables d'Olonne einmal wieder Land zu sehen.

Vor Damien Seguin zieht Herrmann den Hut

Yannick Bestaven grinst in die Kamera und hält ein Schild hoch, auf dem die Koordinaten des Kap Hoorn zu lesen sein.
Der Franzose Yannick Bestaven hat als erster Segler bei der Vendee Globe das Kap Hoorn erreicht. Bild: Yannick Bestaven

Dies durfte bereits der in Führung liegende Yannick Bestaven. Am Samstag um 14:42 Uhr deutscher Zeit passierte der 48-jährige Franzose das Kap Hoorn. Der zehn Jahre jüngere und aktuell auf Rang acht liegende Herrmann will ihm bald folgen. Zumal mit dem Kap Hoorn sich auch der Kurs ändert. "Der Bug wird zum ersten Mal wieder nach Norden zeigen", sagt Herrmann. Heißt: Die Rückkehr in Richtung Europa wird so richtig eingeläutet.

Ende Januar will Herrmann wieder in Les Sablee d'Olonne ankommen. Und dann im Klassement natürlich so weit oben wie möglich liegen. Einen großen Gewinner der Vendee Globe hat er dabei aber schon fernab des Rankings ausgemacht. Es ist der Franzose Damien Seguin. Dem 41-jährigen Franzosen fehlen seit Geburt an die Finger an der linken Hand. Sein Schiff "Groupe Apicil" hat der zweimalige Gold-Medaillen-Sieger bei den Paralympics daher umgebaut, um mit diesem dennoch auf allerhöchstem Niveau segeln zu können.

Wie er es schafft, ist mir ein Rätsel – unglaublich. Ganz besonderen Respekt an Damien Seguin. Er steht über uns allen.

Boris Herrmann im Gespräch mit dem NDR

Segler Boris Herrmann feiert auf See besondere Weihnachten

Video vom 23. Dezember 2020
Der Segler Boris Herrmann an Bord seines Segelschiffes. Er trägt ein Headset.
Bild: Radio Bremen

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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Januar 2021, 18:06 Uhr