Boris Herrmann feiert Weihnachten auf hoher See – und das nicht allein

Auch für den Weltumsegler wird es am Heiligen Abend an Bord seiner "Seaexplorer" ein echtes Festmahl geben. Einsamkeit muss er dabei an Weihnachten keineswegs fürchten.

Video vom 23. Dezember 2020
Eine Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum, auf der die "Seaexplorer", das Boot von Weltumsegler Boris Herrmann zu sehen ist. (Bildmontage)
Bild: DPA / Wedel/Kirchner-Media | Imago / Hans Lucas
Bild: DPA / Wedel/Kirchner-Media | Imago / Hans Lucas

Ob bei Boris Herrmann am Heiligen Abend der Shanty-Klassiker "Weihnacht auf hoher See" an Bord seines Schiffs "Seaexplorer" gesungen wird, ist bisher nicht überliefert. Klar ist aber, dass auch der Weltumsegler ein wenig Weihnachten feiern wird. Mitten auf dem Meer ist der gebürtige Oldenburger für die Festtage mit einer Lichterkette, einer Kerze, einer Flasche Wein, einem Cassoulet-Eintopf und Mousse au Chocolat zum Nachtisch perfekt ausgerüstet, wie er dem NDR berichtet. Und dabei muss Herrmann nicht einmal allein feiern.

Weihnachten werde ich für mich hier auch ein bisschen zelebrieren. Ich werde mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter telefonieren. Ich habe hier einige Geschenke dabei und bin gespannt, was da drin ist. Die Einsamkeit spürt man eher an den namenlosen Tagen. An Weihnachten weiß ich, dass Aufmerksamkeit da ist und ich mit Leuten sprechen werde. Das wird mir sicherlich das Herz erwärmen.

Boris Herrmann auf seiner Yacht "Seaexplorer" beim Gespräch über seine Webcam während der Weltumsegelung.
Boris Herrmann im Gespräch mit dem NDR

Zeitgutschrift von sechs Stunden für Herrmann

Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk konnte Herrmann sich dabei bereits selber bereiten. Im Ranking der Vendee Globe liegt er mittlerweile auf dem vierten Platz und somit direkt hinter dem Führungstrio um die drei Franzosen Yannick Bestaven (Maitre CoQ IV), Charlie Dalin (Apivia) und Thomas Ruyant (LinkedOut). Herrmann kam dabei auch zugute, dass die Regattajury der Vendee Globe ihm eine Zeitgutschrift von sechs Stunden zukommen ließ, nachdem er bei der Rettungsaktion für den Franzosen Kevin Escoffiert mithalf.

Stolz auf das bisher Erreichte

Mit mehr als 20.200 Kilometern hat Herrmann mittlerweile mehr als die Hälfte der Regatta bereits hinter sich – nämlich 55 Prozent der Strecke. "Jetzt habe ich die Halbzeit geschafft. Das gibt mir Zuversicht, dass ich auch den Rest schaffe. Einmal um die halbe Welt, das ist etwas, worauf ich auf jeden Fall schon einmal stolz bin", erzählt er. Nachdem er das Kap der guten Hoffnung und das Kap Leeuwin bereits passiert hat, hält er derzeit Kurs auf das Kap Hoorn. Auf dem Pazifischen Ozean gehe es dabei aktuell ruhiger zu als zuvor auf dem Indischen Ozean. "Es sind die ersten entspannten Tage seit langer Zeit", freut sich Herrmann auf seinem Youtube-Kanal.

Nächstes Highlight geschafft: Herrmann umsegelt das zweite Kap

Video vom 15. Dezember 2020
Die Heckansicht eines Segelschiffs.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr dazu:

Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Dezember 2020, 18:06 Uhr