Traum erfüllt: Bremer Wellbrock brillierte 2021 bei Olympia in Tokio

Bild: Reuters | Leonhard Foeger

Aus Tokio kam Florian Wellbrock gleich mit zwei Medaillen im Gepäck zurück. Über die 1.500 Meter holte er Bronze, im Freiwasser über die 10 Kilometer reichte es dann für Gold.

Als Florian Wellbrock der bisher größte Erfolg seiner Karriere gelang, konnte seine Mutter kaum hinsehen. Während der Sohn am 5. August bei den Olympischen Spielen in Tokio das Rennen über die 10 Kilometer im Freiwasser dominierte und Vater Bernd im heimischen Bremen vor dem Fernseher gespannt zuschaute, kümmerte sich Mutter Anja um die Wäsche und kam nur zwischendurch immer mal wieder rein, um zu fragen, wer denn führt. Die Nervosität war eben groß, doch Sohn Florian ließ nichts anbrennen. Souverän kam er als Erster ins Ziel und erfüllte sich den Traum von der Gold-Medaille.

Dabei begannen die Olympischen Spiele für ihn mit einer Enttäuschung. Über die 800 Meter im Freistil führte er nach der letzten Wende das Feld an und lag auf Gold-Kurs. Am Ende reichte es aber nicht für eine Medaille, Wellbrock landete nur auf dem vierten Platz. "Der vierte Platz ist immer bitter," sagte er nach dem Rennen im ARD-Interview. "Aber ich habe ein souveränes Rennen gemacht. Mehr war nicht drin."

Wellbrock holte gleich zwei Medaillen

Ein Mix der Gefühle wiederum war das Rennen über die 1.500 Meter. Es klappte mit der ersten Olympia-Medaille, aber auch das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, blieb. Wieder führte Wellbrock lange das Feld an. Und wieder waren andere auf den letzten Metern schneller. Bronze wollte sich Wellbrock aber, zurecht, nicht madig reden lassen. "Das ist Meckern auf hohem Niveau", sagte er nach dem Rennen. Und zu meckern gab es nach den Spielen ohnehin nichts, denn mit Gold kam das Beste zum Schluss. Mit zwei Medaillen trat er die Rückreise an. Deshalb hätte er auch kein Problem, seinem Vater eine abzugeben.

Ich habe meinem Vater eine versprochen. Zu ihm meinte ich, dass er vor den Olympischen Spielen schon einmal einen Nagel in die Wand hauen sollte. Ich könnte mir vorstellen, dass die Bronze-Medaille dann zu ihm kommt und ich die Gold-Medaille mit nach Hause nehme.

Florian Wellbrock nach dem Gewinn der Gold-Medaille

Die Erfolge gingen nach Tokio weiter

Auf seinen Lorbeeren ruht Wellbrock sich seit den Tokio-Triumphen nicht aus. 2024 möchte er bei den Olympischen Spielen in Paris erneut nach den Gold-Medaillen greifen.

Bis dahin ist es noch ein langer Zeitraum, aber aktuell ist der 24-Jährige definitiv in Topform. Das bewies er erst zum Jahresende in Abu Dhabi, wo er zunächst das Weltcuprennen über die 10 Kilometer gewann und dann bei der Kurzbahn-WM mit dem Gewinn der Gold-Medaille einen neuen Weltrekord über die 1.500-Meter aufstellte.

Rückblick: Wellbrock "immer noch sprachlos" über seinen WM-Weltrekord

Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor
  • Niko Schleicher

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Dezember 2021, 18:06 Uhr