Wellbrock ist heiß auf seine historische WM-Mission

Gold im Freiwasser hat der gebürtige Bremer bei der Schwimm-WM schon geholt. Nun peilt Florian Wellbrock bei den Beckenwettbewerben etwas an, was noch keiner geschafft hat.

Wellbrock hält bei der Siegerehrung seine WM-Goldmedaille und das Stofftiermaskottchen in die Kamera.
Emotionaler Moment: Florian Wellbrock musste sich bei der Siegerehrung fürs WM-Gold im Freiwasser die Tränen verdrücken. Bild: Reuters | Evgenia Novozhenina

Nach Gold im Freiwasser geht der neue Schwimmstar Florian Wellbrock entspannt in die zweite Hälfte seiner historischen WM-Mission. "20 Prozent Druck und 80 Prozent Vorfreude" verspürt der 21-Jährige vor den Rennen über 800 und 1500 Meter Freistil bei den Weltmeisterschaften in Gwangju, für die er als Titelkandidat gilt.

"Ich weiß, dass ich gut in Form bin und mich auf keinen Fall verstecken muss", sagte der gebürtige Bremer am Sonntag. "Den Schwung probiere ich ein bisschen mitzunehmen, aber im Endeffekt ist es ein ganz anderer Wettkampf." Sein Triumph am vergangenen Dienstag in Yeosu im Freiwasser über zehn Kilometer sei "sehr emotional" gewesen, gesteht Wellbrock ein.

Ich musste bei der Siegerehrung die eine oder andere Träne verdrücken. Ich konnte es gar nicht richtig genießen, weil ich nicht vor Publikum weinen wollte.

Schwimmer Florian Wellbrock

Novum im Blick: Medaillen im Freiwasser und im Becken

Lässige Siegerpose von Wellbrock und Muffels nach dem zehn Kilometer WM-Rennen im Freiwasser.
Lässige Sieger: Florian Wellbrock (rechts) und Rob Muffels nach dem ersten und dritten Platz im Freiwasser. Bild: Reuters | Evgenia Novozhenina

Im Becken von Gwangju will Wellbrock erreichen, was in der WM-Geschichte noch kein Mann schaffte: Medaillen im Freiwasser und auf der Bahn gewinnen. Nur die Freiwasser-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden holte sich bei der WM 2015 jeweils Silber über 400 m und zehn Kilometer.

Am Dienstag springt Wellbrock im Vorlauf über 800 Meter Freistil ins WM-Becken – mit Selbstbewusstsein, aber auch mit Respekt. "Da muss man schon gucken, dass man nicht aus dem Vorlauf rausfliegt", sagte Wellbrock, "aber ich kann auch selbstbewusst ins Rennen gehen und werde da nicht großartig pokern. Ich möchte fürs Finale auch eine gute Bahn haben." Das Feld sei auf dieser Distanz "ein bisschen enger", glaubt Wellbrock. Über 1500 Meter sieht er nur Olympiasieger Gregorio Paltrinieri aus Italien und den Ukrainer Michailo Romantschuk als Konkurrenten um den Titel.

"Glaube, er ist ganz schön angefressen"

Paltrinieri, den er im vergangenen Jahr in Glasgow bei seinem EM-Sieg schlug, erwartet Wellbrock besonders motiviert. "Ich glaube, er ist ganz schön angefressen durch das Freiwasserrennen", sagte er mit Blick auf den sechsten Platz des Italieners. "Die Staffel hat ihn auch genervt, als er von Rob Muffels auf den letzten Metern abgezockt wurde." Wellbrocks Magdeburger Trainingskollege hatte im Endspurt dem deutschen Quartett Gold gesichert. Diese Niederlagen werden Paltrinieri, mutmaßte Wellbrock, "Energie fürs Beckenschwimmen geben".

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Juli 2019, 19:30 Uhr