Bremer Schwimmstar Wellbrock gewinnt Gold in Weltrekordzeit

Schwimmer Florian Wellbrock liegt nach seinem Weltrekord über 1.500 Meter Freistil bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft im Wasser seinem Konkurrenten Gregorio Paltrinieri in den Armen.
Bild: Imago | Insidefoto

Bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi hat Florian Wellbrock Gold über 1.500 Meter geholt. Dabei unterbot er den bisherigen Weltrekord um 1,18 Sekunden.

Wie ein Gladiator breitete Florian Wellbrock seine Arme aus und forderte von den Zuschauern noch mehr Applaus: Mit einer Machtdemonstration der Extraklasse hat Deutschlands Vorschwimmer sein ohnehin herausragendes Jahr gekrönt.

Der überlegene Olympiasieger sicherte sich zum Abschluss der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi über 1.500 Meter Freistil in Weltrekordzeit die Goldmedaille und deklassierte die versammelte Weltelite. "Das ist unglaublich", sagte der Doppel-Weltmeister sichtlich selbst überrascht von seinem Galaauftritt, "ich habe nicht erwartet, dass ich die Form für einen Weltrekord habe."

Extraprämie für den Weltrekord

Beim Abspielen der Nationalhymne während der Siegerehrung war ein breites Grinsen hinter seiner dunklen FFP2-Maske zu erkennen. Der gebürtige Bremer Wellbrock hatte zuvor in 14:06,88 Minuten die alte Bestmarke des Italieners Gregorio Paltrinieri um mehr als eine Sekunde geknackt. Allein dafür kassierte er vom Weltverband FINA 50.000 US-Dollar Extraprämie.

Zusammen mit den Siegprämien für seine ersten Plätze über 1.500 Meter und zuvor beim Freiwasser-Weltcup fliegt Wellbrock mit 80.000 Dollar mehr in der Tasche vom Persischen Golf heim. Die Weihnachtsgeschenke für Freundin Sarah Köhler und die Familie sollen trotzdem nicht üppiger ausfallen. "Ich bin sowieso kein Freund von Geschenken", sagte Wellbrock kürzlich.

"Hatte keinen wirklichen Plan"

Dafür ist er ein Freund von Wettkämpfen – und das 1.500-Meter-Finale war nahezu perfekt. Wellbrock diktierte von Beginn an das Rennen, nach acht Minuten setzte er sich endgültig vom Feld ab und schwamm am Ende nur noch gegen die imaginäre Linie des Weltrekords. "Ich hatte keinen wirklichen Plan", verriet der Magdeburger, "ich wollte nur ein gutes Rennen schwimmen." 

Seinen großen Konkurrenten fügte Wellbrock zum Jahresende eine deftige Niederlage zu, was auch ein Fingerzeig für die wichtigere Langbahn-WM im Mai 2022 in Japan sein könnte. In Abu Dhabi ging Silber an 400-Meter-Olympiasieger Ahmed Hafnaoui aus Tunesien vor dem Ukrainer Michailo Romantschuk. Beide hatten jedoch erst vier Sekunden nach dem deutschen Vorschwimmer angeschlagen.

Paltrinieri wurde mit einem Rückstand von mehr als 14 Sekunden Vierter. Für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) war es die bis dahin zweite Medaille bei den diesjährigen Titelkämpfen auf der 25-Meter-Bahn. Zuvor hatte Rückenschwimmer Christian Diener im 50-Meter-Finale Silber geholt.

Wellbrock "immer noch sprachlos" über seinen WM-Weltrekord

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 21. Dezember 2021, 16 Uhr