Versilberter Abschluss: Wellbrock mit Staffel im Freiwasser Zweiter

Schlussschwimmer Florian Wellbrock hat dem deutschen Freiwasser-Team im packenden Finish EM-Silber gesichert. Sein größter Olympia-Rivale ragte aber erneut heraus.

Die Freiwasser-Staffel aus Lea Boy, Leonie Beck, Rob Muffels und Florian Wellbrock bei der Siegerehrung nach dem Gewinn von EM-Silber.
Erfolgreiche Freiwasser-Staffel in Budapest: Die Freiwasser-Staffel aus Rob Muffels (von links), Lea Boy, Leonie Beck und Florian Wellbrock holte bei der EM Silber. Bild: Imago | Insidefoto

Die deutschen Freiwasser-Schwimmer nahmen die Silbermedaillen vom Tablett und hängten sie sich gegenseitig um den Hals. Diese Hygiene-Vorschrift machte die Siegerehrung nach dem Team-Event bei der EM in Budapest sogar noch etwas intensiver, hinter den Masken war bei allen ein breites Grinsen zu erkennen.

Auch bei Schlussschwimmer Florian Wellbrock, der zuvor beim Anschlag nach einem packenden Finish das schnellste Händchen bewiesen hatte. "Im Endeffekt können wir super zufrieden sein mit der Medaille", sagte der Doppel-Weltmeister: "Gegen Italien zu verlieren ist keine Schande. Deswegen sind wir happy mit dem Ergebnis."

Starker Schlusssprint von Wellbrock

Schwimmer Florian Wellbrock bei der Europameisterschaft auf der fünf Kilometer Strecke im Freiwasser.
Holte über die zehn Kilometer im Freiwasser EM-Bronze: Florian Wellbrock. Bild: Imago | Laci Perenyi

Dank Wellbrocks Sprintstärke setzte sich das deutsche Quartett mit ihm, Rob Muffels, Leonie Beck und Startschwimmerin Lea Boy im Kampf um Silber knapp vor Ungarn und Frankreich durch. Der Titel war jedoch schon nach dem dritten Wechsel für Italien reserviert, weil Wellbrocks Dauerrivale Gregorio Paltrinieri einen nicht mehr einzuholenden Vorsprung herausgeschwommen hatte. Nach den vier Mal 1,25 Kilometern im 18 Grad kalten Lupa-See hatte Italien neun Sekunden Vorsprung auf Deutschland.

"Leider ist der Gregorio Paltrinieri weggegangen und der Franzose hinterher", sagte Muffels, der schließlich an Wellbrock wechselte. "Ich konnte mir relativ schnell den Franzosen holen", sagte der gebürtige Bremer: "Am Ende wurde es mit Ungarn und Frankreich noch mal richtig knapp. Ich war froh, dass ich es auf den zweiten Platz retten konnte."

Dauer-Rivale Paltrinieri wieder stärker

Für Wellbrock war es nach Bronze im Zehn-Kilometer-Rennen die zweite Medaille bei den diesjährigen Titelkämpfen in Budapest. Sein größer Olympia-Rivale Paltrinieri reist jedoch mit drei Titel (fünf, zehn und Team) und noch mehr Selbstvertrauen ab. "Drei von drei – ein Traum wird wahr", sagte der 1.500-Meter-Olympiasieger: "Damit hätte ich niemals gerechnet. Ich bin nur hergekommen, um ein paar gute Rennen abzuliefern."

Rückschlüsse auf das olympische Zehn-Kilometer-Freiwasserrennen lasse die EM aber nicht zu, betonten Wellbrock und sein Heimtrainer Bernd Berkhahn. Der Grund: In Tokio werden nahezu doppelt so hohe Wassertemperaturen erwartet.

Wellbrock verzichtet auf Beckenwettbewerbe

"Wir freuen uns glaube ich alle auf Sonne und warmes Wasser in Tokio. Da wird nicht im Neopren geschwommen, sondern in ganz normalen Anzügen", sagte Wellbrock. Dann werde es "hoffentlich noch ein bisschen besser für das deutsche Team" laufen.

Zum Freiwasser-Abschluss am Sonntag über die 25 Kilometer startet Wellbrock nicht, auch die Beckenwettbewerbe in der zweiten EM-Woche lässt der 23-Jährige aus.

So bereitet sich Schwimmer Florian Wellbrock auf die Freiwasser-EM vor

Video vom 7. Mai 2021
Der Schwimmer Florian Wellbrock im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 16. Mai 2021, 19:30 Uhr